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Zum großen Fest:Tölzer Stadtwerke feiern Jubiläum

Stadtwerke Bad Tölz

Vor 125 Jahren begann die Geschichte der Tölzer Stadtwerke. Dieses Jubiläum wird am Firmensitz an der Osterleite am kommenden Samstag gefeiert.

(Foto: Manfred Neubauer)

Das Unternehmen begeht sein 125-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür, einem Public Viewing der Fußball-Weltmeisterschaft, einer Beachparty im Freibad Eichmühle und einer Kunstaktion auf der Flinthöhe.

Es war am 29. März 1893, als in der Lokalzeitung von Bad Tölz zu lesen stand, dass "circa 20 Wasserbauarbeiter" eine Beschäftigung finden würden. Gezeichnet: "Magistrat des Marktes Bad Tölz. Forster, Bürgermeister." 20 Taglöhner bekamen dann in der Tat eine Arbeit, weil der Tölzer Magistrat mit der Gemeinde Gaißach vereinbart hatte, dass die Tölzer am Rechenkopf einige Quellen fassen und ableiten durften. Dies war die erste zentrale Wasserversorgung für die spätere Kurstadt. Und damit die Geburtsstunde der Stadtwerke Bad Tölz, die heuer somit ihr 125-jähriges Bestehen feiern.

Dem hundertprozentigen Tochterunternehmen der Stadt obliegt nicht alleine die Wasserversorgung aus Quellen, Brunnen und dem Hochbehälter Sonnershof. Die Stadtwerke liefern auch Strom und Erdgas über ein eigenes Netz, ebenso Nahwärme. Erzeugt wird der Strom vor allem im Isarkraftwerk und im Solarpark Farchet, zudem ist Bad Tölz unter anderem über das Umspannwerk im Scharwinkel ans europäische Stromnetz angebunden. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke die Eishallen und zwei Schwimmbäder in Bad Tölz. Mit dem Anlass für das Jubiläum hat man zwar nicht gerade geschummelt, sich aber quasi ein wenig älter gemacht: Die Stromversorgung der Bürger begann erst 1896. Wie auch immer: "Das ist eine Möglichkeit, uns zu präsentieren und zu zeigen, was wir seit 125 Jahren eigenverantwortlich machen - sicherer, als es jeder Dritte kann", sagt Geschäftsführer Walter Huber.

Zum Auftakt gibt es einen Tag der offenen Tür am Samstag, 23. Juni, von 12 Uhr an, im Innenhof der Stadtwerke an der Osterleite. "Wir versuchen dort zu zeigen, was die Stadtwerke eigentlich machen", sagt Pressesprecherin Isabella Wolfgruber. Deshalb können die Gäste ein interaktives Mini-Museum im Lagergebäude besuchen, wo sie zum Beispiel vorgeführt bekommen, wie ein Gasanschluss installiert wird, wie das Innenleben eines Trafo-Häuschens aussieht oder wie das Trinkwasser verteilt wird. Zum Programm gehören auch eine Riesenkickerturnier, Grillstände, Food-Trucks und ein Festbier, das der Tölzer Mühlfeldbräu für das Jubiläum gebraut hat. Am Abend flimmert das Spiel zwischen Deutschland und Schweden bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland über eine Großleinwand. "Auch bei schlechtem Wetter, wir sind überdacht", sagt Wolfgruber. Der Eintritt ist frei.

Ein Public Viewing ist auch im Naturfreibad Eichmühle geplant. Alle Spiele der Fußball-WM zwischen 1. und 15. Juli werden dort auf einer großen LED-Leinwand zu sehen sein. Die sei zwar teuer gewesen, sagt Geschäftsführer Huber. "Aber wir haben sie aus optischen Gründen angeschafft, weil so das Wasser beleuchtet wird, damit niemand hineinfällt." Außerdem wollen die Stadtwerke damit ein wenig Werbung fürs Freibad machen und "zeigen, dass wir in Tölz da was Schönes haben", wie Huber sagt. Die WM-Spiele werden auch bei Regen übertragen. "Dann verteilen wir Ponchos", so Wolfgruber. Der Einlass sei immer eine Stunde vor Spielbeginn. Der Eintritt ist frei. Eine Beachparty folgt am Samstag, 14. Juli. Auf dem Freibadgelände stellen sich Tölzer Vereine bis 14 Uhr vor, sechs Food-Trucks sind geordert, DJ Tom Dulovits legt von 14 Uhr an auf. Die Party dauert bis Mitternacht. Sie soll "ein bisschen Festival-Charakter bekommen", so Wolfgruber. Im Herbst folgt noch eine Kunstaktion im Sportpark auf der Flinthöhe. Dort sollen Holzstelen jeweils eine Sportart repräsentieren, verrät die Pressesprecherin vorab.

Mit dem Jubiläumsprogramm wollen die Stadtwerke demonstrieren, dass sie als Tochtergesellschaft der Kommune "schon etwas Besonderes im Landkreis" sind, wie Huber meint. "Darauf sind wir stolz." Die Stadtwerke verfügen über ein eigenes Strom- und Erdgasnetz, weshalb in Bad Tölz keine Konzessionen an Großkonzerne vergeben werden wie von anderen Kommunen im Landkreis. Sie betreiben die Eisarenen, das Hallenbad und das Naturfreibad Eichmühle. Die Freizeitbetriebe auf der Flinthöhe werden über eines von drei Nahwärmenetzen versorgt.

Über Gewinnabführungen, Konzessionsabgaben und Gewerbesteuer habe man in den vergangenen drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag an die Stadt gezahlt, sagt Huber. Auch wenn der Vertrieb von Strom und Gas zunehmend schwierig, der Konkurrenzkampf hart sei, habe man 2017 "ein gutes Jahresergebnis" erzielt. "Die Eigenkapitalquote ist hoch, der Gewinn ist stabil, die Arbeitsplätze sind sicher", sagt Huber. 76 Angestellte sind derzeit dort beschäftigt, darunter sieben Auszubildende. "Der Fachkräftemangel ist bei uns kein Thema", so Huber. Eine Stellenanzeige wie vor 125 Jahre müssen die Stadtväter also nicht aufgeben. Gezeichnet: Der Aufsichtsrat. Janker, Bürgermeister.

www.stw-toelz.de