BahnverkehrSPD fordert „Mindeststandards“ bei Zugausfällen

Lesezeit: 1 Min.

Die Bayerische Regiobahn fährt beliebte Ausflugsziele an. Am Wochenende hatte sie mit der Hitze zu kämpfen. Die Fahrgäste auch.
Die Bayerische Regiobahn fährt beliebte Ausflugsziele an. Am Wochenende hatte sie mit der Hitze zu kämpfen. Die Fahrgäste auch.
Harry Wolfsbauer

Klaus Barthel will die Pannen,  Ausfälle und Verspätungen im Bahnverkehr nicht länger hinnehmen. Er fordert den  Tölzer Landrat auf, in München Druck zu machen.

Von Stephanie Schwaderer, Bad Tölz-Wolfratshausen

SZ bei Google bevorzugen

Die Hitze hat am Wochenende den Zugverkehr der Bayerischen Regiobahn (BRB) zwischen Schaftlach und Lenggries zum Erliegen gebracht. Grund waren nach Auskunft von BRB-Pressesprecherin Annette Luckner Gleisverwerfungen. Auf den Bahnhöfen soll es dadurch „zeitweise chaotisch zugegangen sein“, sagt Klaus Barthel, Kreisvorsitzender der SPD Bad Tölz-Wolfratshausen.

Jeder könne sich das vorstellen: „Wenn sich schon die Gleise in der Hitze biegen, wie mag es da erst den Menschen auf den Bahnsteigen gehen?“ Die Leute seien nur unzureichend informiert worden, über Stunden habe es keinen Ersatzverkehr gegeben. „Das haben mir verschiedene Betroffene bestätigt.“ Barthel nimmt dies zum Anlass, den Landkreis stärker in die Pflicht zu nehmen. Der dürfe sich „hier nicht einfach wegducken“, fordert er.

Die Aufgabe des Landrats sieht Barthel darin, in München Druck zu machen. Das Thema gehöre auf die Agenda der Mitgliederversammlung des Münchner Verkehrsverbunds (MVV), erklärt er. Die Staatsregierung als Bestellerin der Züge wiederum müsse Druck auf die Bahnunternehmen ausüben. „Es geht ja nicht nur um die Oberlandbahn.“ Bei der S7 sehe es nicht besser aus. „All die Pannen, Ausfälle, Verspätungen und weiteren täglichen Ärgernisse werden kaum noch über den Kreis der unmittelbar Betroffenen hinaus öffentlich wahrgenommen.“ Umso mehr seien nun der Landrat und Verantwortliche in der Verwaltung gefordert.

„Ich kann die Leute doch nicht am Bahnsteig stehenlassen“

Als „Mindeststandards“ müssten bei Störungen zum einen die Landratsämter und die Öffentlichkeit verpflichtend informiert werden. Zum anderen müsse gewährleistet werden, dass es Ersatzangebote gebe. „Ich kann die Leute doch nicht am Bahnsteig stehenlassen.“

Bei Landrat Ludwig Schmid (FW) stoßen diese Forderungen auf ein geteiltes Echo. „Natürlich sind die Zugausfälle ein Problem, und ich werde nicht müde, dies in den demnächst anstehenden Gesprächen mit der Bahn anzumahnen und vehement Lösungen einzufordern“, erklärt er auf SZ-Anfrage. „Fakt ist aber, dass der Landkreis für die Lösung der Probleme der Bahn in keiner Weise zuständig ist und deshalb selbst auch keine Abhilfe schaffen kann.“

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ-Serie: Waren Sie schon mal in ...
:Dingharting, groß und klein

Kapellen, alte Bauernhäuser, Dorfweiher und grandioser Alpenblick: Groß- und Kleindingharting atmen bayerisches Bilderbuchflair. Die Herkunft der beiden Ortsnamen führt tief in die bayerische Geschichte.

SZ PlusVon Udo Watter

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: