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Zeugnisse seiner Kunst:In Memoriam Hans Kastler

In Happerg hat Hans Kastler seine raumgreifenden Skulpturen auf eine Wiese gestellt. Durch die Kunstmeile bleibt sein Schaffen in Erinnerung.

(Foto: Manfred Neubauer)

Eine Ausstellung im Eurasburger Rathaus erinnert an den beliebten Bildhauer

Die Zeugnisse seiner Kunst sind im Landkreis verteilt. Für Wolfratshausen hat der vor einem Jahr verstorbene Bildhauer Hans Kastler einen Wolf und für Geretsried einen Gorilla geschaffen. In Eurasburg stehen die abstrakte Figur "Stabile" und der Skulpturenpark bei seinem früheren Wohn- und Atelierhaus im Ortsteil Happerg. Exakt ein Jahr her ist es am Samstag, 7. Oktober, dass der 85-Jährige geborene Oberösterreicher in Berg bei Eurasburg beerdigt wurde.

Für diesen Tag hat seine Tochter Petra Welkereine eine Gedenkfeier organisiert. Im Eurasburger Rathaus eröffnet eine Ausstellung mit 25 Klein-Plastiken ihres Vaters. Zudem erscheinen seine Lebenserinnerungen als Buch. Welker ist es wichtig, dass Leben und Werk ihres Vaters nicht vergessen werden. "Er war ein begnadeter Künstler. Ich fände es schade, wenn sich an seinen Namen und seine Kunstwerke niemand mehr erinnern würde", sagt sie.

Zur Jahresgedenkfeier sollte alles so wie am Beerdigungstag sein. Das hat sich Welker gewünscht. Deshalb wird Pfarrer Martin Kirchbichler wieder einen Gottesdienst in der Berger Kirche St. Margaretha halten. Der ist allerdings nur für geladene Gäste genauso wie die Buchpräsentation im Landgasthof Berg.

In Oberösterreich ist Kastler 1931 als Sohn eines Schmieds geboren. Er widmete sein ganzes Leben der Kunst. Seit einem Schlaganfall im Herbst 2014 war er halbseitig gelähmt. Als Bildhauer konnte er nicht mehr arbeiten. Bis zu seinem Tod lebte er in einem Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt in Benediktbeuern. Welker erzählt, ihr Vater habe sich vorgenommen, seine Lebenserinnerungen aufzuschreiben. Damit füllte er mehrere Blöcke. "Dafür hat er mit der linken Hand zu schreiben gelernt." Kurz nachdem er die Arbeit an seinen Lebenserinnerungen abgeschlossen hatte, sei er gestorben, sagt Welker.

Neffe Ambros Kastler hat die Aufzeichnungen gemeinsam mit der Tochter gesichtet. Für das Buch hat er sie bearbeitet und Bilder ausgesucht. "Ich freue mich schon auf das Ergebnis", sagt Welker. Das Buch soll während der Ausstellung zu kaufen sein.

Inzwischen hat Welker das Happerger Wohn- und Atelierhaus ihres Vaters direkt neben dem Skulpturenpark verkauft. Daraus stammen auch die 25 kleinen, nur etwa 20 Zentimeter hohen Plastiken, die im Eurasburger Rathaus zu sehen sein werden. Darunter ist auch Kastlers typischer Gorilla. Die meisten der Ausstellungsstücke sind aus Bronze, wenige aus Stahl, eines aus Holz.

Auf Spaziergängen konnte man Kastler mit seinem geliebten Chow-Chow oft begegnen, zum Beispiel bei der Degerndorfer Maria-Dank-Kapelle am Fürst Tegernberg. Welker ist froh, dass sie den Hund noch bei einem sympathischen Ehepaar habe unterbringen können. Vor wenigen Wochen sei das Tier aber gestorben.

Um den Erhalt des Happerger Skulpturenparks hat sich Kastler noch im Pflegeheim bemüht. Die Gemeinde Eurasburg hat das Grundstück gekauft und vertraglich zugesichert, sich hundert Jahre lang um den Park zu kümmern. Welker freut sich, dass die Gemeinde sich so bemüht habe: "Mein Vater hat sich damit selbst ein Denkmal gesetzt."

Jahresgedenkfeier für Hans Kastler, Samstag, 7. Oktober; Vernissage im Rathaus Eurasburg, 17 Uhr, Ausstellung bis 27. Oktober; Ausstellung im Tölzer Landratsamt, 9. bis 30. November