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Zeugen sahen Messer:Tölzer Schüler in BOB attackiert

Ein 16-Jähriger und ein Austauschschüler aus Südafrika werden verletzt. Die Polizei fasst die drei mutmaßlichen Angreifer.

Eine Gruppe von Schülern des Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums und Austauschschüler aus Südafrika sind am Dienstagabend in der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) von drei jungen Männern attackiert worden. Dabei wurden ein 16-jähriger Tölzer Schüler und ein 18-jähriger Südafrikaner im Gesicht verletzt. Die über den Notruf alarmierte Polizei konnte die drei mutmaßlichen Täter am Bahnhof Holzkirchen festnehmen. Laut Zeugenaussagen soll ein Täter ein Messer benutzt haben. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen übernommen und will nun Videoaufzeichnungen aus dem Zug auswerten.

Die Schüler aus Tölz und Stellenbosch in Südafrika waren tagsüber in München und befanden sich auf dem Heimweg. Laut Polizeibericht kam es gegen 21.30 Uhr im Zug zu einer Auseinandersetzung mit drei jungen Männern. Zuerst soll ein 24-jähriger Holzkirchner die Gruppe "verbal angegangen" sein. Ein 23-Jähriger aus Hausham und ein 21-jähriger Holzkirchner sollen dann zwei Schüler attackiert haben. Der 16-jährige Tölzer und der 18-jährige Südafrikaner erlitten leichte Verletzungen im Gesicht. Am Bahnhof Holzkirchen wurden die Polizisten von Zeugen auf die Gruppe im Zug aufmerksam gemacht. Laut Bericht verhielt sich der 21-jährige aggressiv. Er versuchte zu fliehen. Auch soll er wiederholt nach einem Polizisten geschlagen haben. Ein Atemalkoholtest ergab 2,3 Promille. Der Holzkirchner wurde schließlich von der Bundespolizei zur Ausnüchterung auf das Revier am Münchner Ostbahnhof gebracht. Auf dem Weg dorthin soll er die Polizisten beleidigt und bedroht haben. Der 23-jährige Haushamer konnte seinen Heimweg von Holzkirchen aus antreten.

Warum es zu der Auseinandersetzung kam, ist unklar. Er habe noch am Abend mit den Schülern und Eltern gesprochen, sagt der betreuende Lehrer am Tölzer Gymnasium, Jan Wolthuis. Der Austausch mit Südafrika laufe es seit zehn Jahren erfolgreich, einen derartigen Vorfall habe es noch nie gegeben. "Es ist schade, dass so ein Eindruck entsteht."

© SZ vom 30.03.2017 / aip
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