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Zäsur:Barbeau verlässt Icking

ABITUR 2018

Schulleiterin Astrid Barbeau verlässt das Rilke-Gymnasium in Icking und wechselt ans Kultusministerium.

(Foto: Hatrmut Pöstges)

Gymnasiumsdirektorin wechselt ans Kultusministerium

Von Claudia Koestler, Icking

Astrid Barbeau, Oberstudiendirektorin und Schulleiterin des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums in Icking, wechselt ans bayerische Kultusministerium und wird deshalb die Leitung des Gymnasiums nach den Weihnachtsferien abgeben. Das bestätigt Barbeau auf Nachfrage der SZ. Seit Freitag ist der Posten der Schulleitung des Ickinger Gymnasiums ausgeschrieben, die neue Direktorin oder der neue Direktor solle dann zum Schuljahres-Halbjahr neu einsteigen. In der Zwischenzeit übernimmt Beate Demmelhuber, Studiendirektorin und ständige Stellvertreterin, die Amtsgeschäfte.

Das Ickinger Gymnasium verlasse sie "schon mit einem weinenden Auge", sagt Barbeau. Dort habe sie mit einem "wunderbaren Team" zusammengearbeitet, und der tägliche, direkte Kontakt zu den Schülern werde ihr fehlen. Gemeinsam habe man "viel auf die Beine gestellt", auf das sie und die Schulfamilie stolz sein könnten. Allerdings habe sie in den vergangenen Jahren auch "viel Kraft gelassen", es habe in ihrer Zeit in Icking zahlreiche Herausforderungen gegeben, die es zu lösen galt.

2015 hatte Barbeau die Leitung des Ickinger Gymnasiums von Hans Härtl übernommen, zuvor hatte sie die Internationale Deutsche Schule in Paris geleitet. "Nur zwei Tage nach meiner Ankunft wurde die Schulturnhalle des Gymnasiums gesperrt und seitens des Landratsamtes zu einer Asylbewerberunterkunft in der Flüchtlingskrise umfunktioniert", erinnert sich Barbeau an eine der Herausforderungen. Vor knapp zwei Jahren musste im Winter landkreisweit der Katastrophenfall ausgerufen werden, weil Schneemassen alles unter sich begruben. Besonders betroffen war auch die Kommune im Isartal, die Dächer des Gymnasiums mussten im Noteinsatz von Bundeswehr und Feuerwehr befreit werden. "Und jetzt die Corona-Pandemie - da muss ich nicht in Details gehen, wie fordernd die Situation ist." Seit März sei deshalb bereits an ihrer Schule das digitale Lernen eingeführt worden.

Aufgewachsen in Augsburg hat die Deutsch- und Französischlehrerin dort und in Nantes studiert. Ihr Referendariat absolvierte sie am Oskar-von-Miller-Gymnasium in München und trat im Anschluss ihre erste Planstelle im Bayerischen Wald an. Später ging es für Barbeau nach Wertingen, und nach sechsjähriger Tätigkeit im Kultusministerium wurde Barbeau stellvertretende Direktorin am Starnberger Gymnasium. Danach kam eine Station in Paris, dann Icking.

Erst seit Dienstag weiß Astrid Barbeau von ihrer Berufung ans Kultusministerium. Sie wird dort nun zum neuen Jahr die Leitung des Referats IV.7 übernehmen, das unter anderem für die Qualitätssicherung und -verbesserung an den Schulen zuständig ist, sowie für Evaluation, Ferienordnung, die Zulassung von Lernmitteln und internationale bildungspolitische Entwicklungen.

© SZ vom 05.12.2020
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