Auf dem Spielplatz vor der Mehrzweckhalle in Farchet wird es trocken bleiben. Den Antrag der Grünen, dort das von der Elterninitiative gewünschte Wasserspielgerät zu errichten, haben die Wolfratshauser Stadträte am Mittwoch im Bauausschuss mehrheitlich abgelehnt. Kosten und Aufwand, so der Tenor der Begründung, stünden in keinem Verhältnis zu dem gewünschten Spielgerät, das über die Trinkwasserleitung der Halle angeschlossen werden sollte.
Seit fünf Jahren plant eine Initiative örtlicher Mütter um Carolin Mayr die Umgestaltung des Spielplatzes. Das große hölzerne Piratenschiff mit Hängebrücke, Rutsche und Kletternetzen, das vor zwei Jahren dort aufgestellt wurde, sollte eigentlich die Hauptattraktion eines Wasserspielplatzes werden, in dem, so der Wunsch der Initiatoren, die Kinder gefahrlos "matschen" sollten. Bei der Verwaltung konnten sie den aber nicht durchsetzen. Der erste Vorschlag, für den Anschluss des Wasserspielgerätes einen Spülautomaten im Heizungskeller der Halle zu errichten und die Leitung über das Mauerwerk zum Spielplatz zu führen, war wegen Wartungskosten, möglichen Wasserschäden und anderen technischen Schwierigkeiten verworfen worden. Daraufhin hatten Mayr und ihr Mann Korbinian, der Fachingenieur für Wasseraußenanlagen ist, diesen Sommer eine zweite Variante vorgeschlagen: Erneut sollte das Spielgerät an die Trinkwasserleitung der Halle angeschlossen werden, allerdings eine Pumpe mit Zwangsspülung an Ort und Stelle erhalten, die laut Initiatoren auch auf zahlreichen Wasserspielplätzen in München Verwendung findet. Die Stadtverwaltung hatte allerdings auch diesen Vorschlag abgelehnt.
Daraufhin hatten die Grünen den Antrag gestellt, den Wasserspielplatz nun doch zu errichten. Die automatische Pumpe schließe Verkeimung "sicher aus", heißt es darin. "München und andere Städte haben offensichtlich solche Bedenken nicht und stellen Wasserspielgeräte in großer Anzahl auf", sagte Stadtrat Hans Schmidt im Ausschuss. Spielplätze gehörten zu den Pflichtaufgaben einer Kommune, auch werde das Budget eingehalten. Der Stadtrat hatte insgesamt 70 000 Euro für den Spielplatz im Haushalt eingestellt, 40 000 davon sind noch übrig. Bei Mithilfe der Eltern am Aufbau des geplanten Zauns lasse sich das Wasserspielgerät zusätzlich zur Bepflanzung und den geplanten Tischgruppen finanzieren. Laut Mayr soll es insgesamt circa 23 500 Euro kosten. Das Gerät selbst sei für etwa 5000 Euro zu haben, betonte Schmidt. Der Löwenanteil entfalle auf den Wasseranschluss.
Genau das aber sahen die anderen Fraktionen kritisch. Die CSU finde das Engagement der Eltern "sehr positiv", sagte der Zweite Bürgermeister Günther Eibl. "Irgendwo aber gibt es auch Grenzen, wo die Verpflichtung der Stadt endet." Der aufwendige Anschluss stehe in keinem Verhältnis zum Spielgerät, das nur ein Viertel der Kosten ausmache. "Für uns ist das nicht darstellbar." Zudem sei die Verwendung von Trinkwasser im Sinne des Klimaschutzes nicht zu verantworten. Ähnlich sah das Richard Kugler (Wolfratshauser Liste). Auch die Bürgervereinigung habe nach kontroverser Diskussion entschieden, dass die Kosten nicht verhältnismäßig seien, erklärte deren Sprecher Josef Praller. Fritz Schnaller (SPD) hielt die Forderung angesichts des Aufwands für "leicht übertrieben". Schließlich sei man nicht in München. "Wir leben hier auf dem Land, wir haben Bäche, Flüsse und Seen. Wir müssen einem Kind nicht beibringen, was Wasser ist." Auch gebe es nicht allzu viele Tage im Jahr, an denen es warm genug sei, damit die Kinder sich ohne Erkältungsgefahr richtig nass machen könnten. Am Ende stimmten nur die beiden Vertreter der Grünen, Hans Schmidt und Rudi Seibt, für den Wasserspielplatz.
