Wolfratshauser Innenstadt Marktstraße trifft Machbarkeit

Die Wolfratshauser Markstraße soll nach dem Willen der Bürger umgestaltet werden. So soll etwa die Fahrbahn dem Niveau der Bürgersteige angeglichen werden, der Marienplatz soll durch Versetzung des Brunnens mehr Aufenthaltsqualität bekommen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die Bürgerbeteiligung zur Aufwertung der Wolfratshauser Altstadt geht zu Ende. Auf der Abschlussveranstaltung am 10. April werden die Ergebnisse präsentiert. Umgestaltet werden soll zunächst nur der Bereich der Einbahnstraße.

Von Konstantin Kaip

Die Bürgerbeteiligung zur Aufwertung der Wolfratshauser Altstadt steht kurz vor ihrer offiziellen Beendigung: Bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung am Mittwoch, 10. April, werden die Ergebnisse des Machbarkeitsworkshops vorgestellt, bei dem Fachleute Ende Februar die von den Bürgern erarbeiteten Veränderungswünsche für die Marktstraße auf ihre Umsetzungsfähigkeit geprüft haben. Demnach soll zunächst nur der Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Johannisgasse umgestaltet werden. Den Auftrag dazu soll der Stadtrat vergeben. Die Beschlussfassung, die ursprünglich noch im April stattfinden sollte, wurde nun jedoch auf die Mai-Sitzung verschoben.

Das Interesse an der Bürgerbeteiligung, die übrigens auch Bedingung für die von der Stadt angestrebte städtebauliche Förderung der Maßnahmen ist, war groß. Nach einer Auftaktveranstaltung, einem Stadtspaziergang und einem "digitalen Brainstorming" hatten die Wolfratshauser bei einem "Kreativtag" Ende Januar in Gruppen mit erstaunlichem Konsens konkrete Vorschläge erarbeitet: Sie wollten einen besser nutzbaren Marienplatz mit versetztem Brunnen, ein Schwankl-Eck mit Platzcharakter und eine Marktstraße ohne hohe Bordsteine. Zudem sollten die Zugänge zu Loisach und Bergwald besser sichtbar werden und der Birnmühlplatz sowie der Park der Littig-Villa zu attraktiveren Aufenthaltsorten umgestaltet werden. Umgesetzt werden soll davon jedoch nun offenbar nur ein Teil. Die Bereiche zwischen Johannisgasse bis zur Littig-Villa und von der Bahnhofstraße bis zur Musikschule sollen zunächst nur überplant werden. Das ist das Ergebnis des nicht öffentlichen sogenannten "Machbarkeits-Checks", an dem am 28. Februar neben Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW), Vertretern des Stadtrats, der Verwaltung und verschiedener Behörden auch acht Bürger teilgenommen hatten.

Was bei dem Workshop hinter verschlossenen Türen herausgekommen ist, konnte man schon tags darauf im Internet lesen. Einer der Bürgervertreter hatte eine Zusammenfassung aus seiner Sicht auf seiner geschlossenen Facebook-Gruppe gepostet. Demnach soll der Marienplatz besser nutzbar werden, indem der Marienbrunnen nach vorne zur Straße versetzt wird. Zudem sollen die Platanen entfernt und an anderer Stelle durch kleinere Bäume versetzt werden. Die Marktstraße soll auf Gehsteigniveau angehoben und mehrfach verschwenkt werden, um den Verkehr einzubremsen und Flächen für die Außengastronomie zu schaffen. Zudem soll der Belag mit Flüsterasphalt versehen werden. Die Einbahnregelung bleibt erhalten, eine Fahrradspur soll es nicht geben - aber auch keine Parkplätze mehr zwischen Bahnhofstraße und Johannisgasse.

Der Wolfratshauser berichtet den mehr als 4300 Mitgliedern der Facebook-Gruppe, dass die Baudirektorin der Regierung von Oberbayern, Maxi Bötsch, auf dem Workshop "leider erst ganz zum Schluss der Veranstaltung" erklärt habe, dass nur der Bereich zwischen Bahnhofstraße und Johannisgasse in die Durchführungsplanung gehe. Die Abschnitte bis Musikschule im Norden und bis zur Littig-Villa im Süden sollten vorerst nur in die Grundsatzplanung einbezogen werden. "Wir Bürger sahen uns hier etwas vorgeführt", bemerkt er in seinem Facebook-Post.

Heilinglechner verweist dazu auf Stadtmanager Stefan Werner, der sich jedoch nicht zu den Einzelheiten äußern will. Man habe den Workshop "bewusst nicht öffentlich" gehalten, um die Ergebnisse "planerisch aufzubereiten", bevor man sie öffentlich präsentiere. Dies geschehe derzeit. Der Bürgermeister hatte aber bereits schriftlich zu dem viel kommentierten Facebook-Post Stellung bezogen. Dieser gebe "im Großen und Ganzen Auskunft über das, was besprochen wurde", erklärt Heilinglechner. "Die Diskussion im Workshop hat sich auf die Marktstraße zwischen Johannisgasse und Bahnhofstraße fokussiert, da für diesen Bereich aufgrund der Sondersituation der Einbahnregelung bereits weitergehende Umgestaltungsmöglichkeiten durch übergeordnete Behörden in Aussicht gestellt wurden." Deshalb sei es naheliegend, dort mit der Aufwertung der Altstadt zu beginnen. Allerdings müsse die Marktstraße "in ihrem Funktionszusammenhang betrachtet werden", betont der Bürgermeister in seiner Stellungnahme. Im Sinne einer "ganzheitlichen Aufwertung" müssten also auch die Bereiche nördlich und südlich der Einbahnstraße, der Hatzplatz und das westliche Loisachufer "von Anfang bis Ende mitgedacht werden".

Stadtmanager Werner hofft nun auf rege Teilnahme an der Abschlussveranstaltung, bei der er den Bürgern auch ein "umfassendes Bild von den nächsten Schritten" geben werde, wie er ankündigt. Zuvor wird die Moderatorin Stephanie Pettrich vom Büro "Identität & Image" auf die Beteiligung zurückblicken. Die Ergebnisse des Machbarkeits-Workshops und das vorläufige Zielkonzept stellt dann die Architektin und Stadtplanerin Claudia Schreiber vor. Anschließend haben die Wolfratshauser die Möglichkeit, ihr Feedback zu geben.

Abschlussveranstaltung Bürgerbeteiligung zur Aufwertung der Altstadt, Mittwoch, 10. April, Loisachhalle, 19 bis 21 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr