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Wolfratshausen:Zu spät, zu allgemein

Grüne unzufrieden mit Behördenantwort zu Trinkwasserschutz

Im Trinkwasser, das die Wolfratshauser Stadtwerke in ihren Hochbehältern speichern, fand sich im Frühjahr nur ein einziges Mal ein coliformer Keim. Im Wasserschutzgebiet drumherum sind die Verhältnisse weniger klar.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Das Landratsamt hat die jüngste Anfrage der Wolfratshauser Grünen zum örtlichen Trinkwasserschutzgebiet doch noch beantwortet, nachdem die Partei bereits angekündigt hatte, die Regierung vom Oberbayern als Aufsichtsbehörde einzuschalten. Mit der späten Antwort zeigen sich die Grünen inhaltlich jedoch nicht zufrieden. Sie fordern nun detaillierte Angaben bis zum Jahresende.

Schon die Anfrage vom 19. November hatte Grünen-Sprecher Hans Schmidt mit einer Vier-Wochen-Frist versehen, wie sie im bundesweit gültigen Umweltinformationsgesetz vorgesehen ist. Weil die Antwort aus Tölz jedoch ausblieb, wollten sich die Grünen erklärtermaßen an die Regierung von Oberbayern wenden. Einen Tag nach Ende der Frist traf aber doch noch ein Schreiben des Landratsamts ein.

Nach Darstellung der Behörde geschah dies allerdings nicht unter dem Eindruck der grünen Drohung mit der Regierung, sondern weil die per E-Mail gestellte Anfrage irrtümlich im Spam-Filter des Landrats hängen geblieben war. Dieser Filter sortiert unerwünschte E-Mails automatisch aus, was in dem Fall offenbar auch mit der Nachricht des grünen Ortssprechers Hans Schmidt geschehen ist. Erst eine Anfrage der SZ zum Thema Trinkwasser hatte das Amt überhaupt erst auf Schmidts Schreiben aufmerksam gemacht.

Die Fragen darin drehen sich vor allem um die Vorgeschichte des Abwasserfunds, den die Behörden im vergangenen März in einem alten Sickerschacht am Bergkramerhof gemacht haben - also mitten im Wolfratshauser Wasserschutzgebiet. Die Grünen wollen nun wissen, ob die Behörden am Bergkramerhof schon in den Jahren zuvor Messstellen definiert und Proben gezogen haben und welche genauen Ergebnisse diese Proben erbracht haben.

Außerdem geht es um die Frage, wie oft die Stadt das Landratsamt auf eventuelle Missstände im Schutzgebiet hingewiesen hat und welche Ausnahmegenehmigungen von der Schutzgebietsverordnung bisher erteilt wurden, um beispielsweise den Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln am Golfplatz möglich zu machen.

Die bisherigen Antworten des Landratsamts auf diese Fragen erschöpfen sich jedoch oft im Verweis auf Zuständigkeiten und laufende Maßnahmen und sind aus Sicht der Grünen zu allgemein gehalten. Die Partei fordert nun - abermals per E-Mail an den Landrat - Präzisierungen bis Ende Dezember.