Ökologisches Trassenmanagement in WolfratshausenZiegen sichern Stromversorgung

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Ökologisches Trassenmanagement: Ziegen-Beweidung der Pupplinger Au.
Ökologisches Trassenmanagement: Ziegen-Beweidung der Pupplinger Au.
Hartmut Pöstges

In der Pupplinger Au halten die Tiere nachhaltig die Masten des Netzbetreibers frei. Das hilft auch der Artenvielfalt.

Von Nina Pia Becker, Wolfratshausen

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Vorsichtig strecken die Ziegen ihre Köpfe aus dem Anhänger und beobachten die neue Situation. Langsam und zögerlich wagen sie sich über die Rampe hinunter auf ihre neue Weide an der Stromtrasse. Doch schon bald knabbern sie an Sträuchern und Gebüschen und erfüllen somit bereits ihre Aufgabe. Denn die 23 Burenziegen sollen die Trasse im Naturschutzgebiet der Pupplinger Au pflegen, indem sie Sträucher und Büsche kurz halten. Auf diese Weise soll nachhaltig ein sicherer Netzbetrieb gewährleistet werden, bei dem Strommasten und Freileitung zugänglich bleiben. Es handle es sich um eine Hochspannungsleitung von 110 Kilovolt, die Hauptversorgung von Wolfratshausen, erklärt Lorenz Demmel von der Bayernwerk Netz GmbH. Der Versorger setzt mit der Ziegen-Beweidung in diesem Gebiet auf ein ökologisches Trassenmanagement. Vor zwei Jahren habe die Bayernwerk Netz die ökologische Beweidung etabliert. „Wir sind froh, dass wir die Fläche so nutzen können, damit wir den Maschineneinsatz in so sensiblen Gegenden herunterfahren“, erklärt Trassenmanager Maximilian Geigl.

Maximilian Geigl ist Trassenmanager der Bayernwerk Netz GmbH.
Maximilian Geigl ist Trassenmanager der Bayernwerk Netz GmbH.
Hartmut Pöstges

Für das Projekt hat der Strombetreiber bis 2029 einen Nutzungsvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten geschlossen, denen die Fläche gehört. Auch aus Sicht der Staatsforsten ist es von Vorteil, die Fläche ökologisch maximal zu nutzen. Ein weiterer Partner des Beweidungs-Projekts ist der Maschinenring Wolfratshausen. Über diesen hat der Stromversorger Kontakt zu dem lokalen Landwirt Kaspar Fischer bekommen, dem die Ziegen gehören, die in der Pupplinger Au nun die wertvolle Arbeit leisten. Am 23. Mai sind die Tiere auf die 1,2 Hektar große umzäunte Fläche in den Isarauen gekommen.

Nicht füttern und streicheln

Die Vierbeiner sollen den ganzen Sommer bleiben. Je nachdem, wie schnell und viel die Ziegen abknabbern, kann Fischer noch weitere Tiere dazuholen oder einige wegbringen. Der Tierhalter wird dreimal wöchentlich nach den Trassenpflegern sehen. Für genügend Wasser ist mit einem durch das abgezäunte Gebiet laufenden Bach gesorgt. Von Jahr zu Jahr sollen es dann weniger Ziegen werden, da auch die Zahl der Gewächse abnimmt. Spaziergänger können die Tiere beobachten, sollten sie jedoch auf keinen Fall füttern oder streicheln. Das Naturschutzgebiet darf auch nur auf befestigten Wegen betreten werden, welche die beweidete Fläche nur an einer Stelle kreuzen.

Der Landwirt Kaspar Fischer aus Gaissach bei der Freilassung seiner Ziegen auf die Weide.
Der Landwirt Kaspar Fischer aus Gaissach bei der Freilassung seiner Ziegen auf die Weide.
Hartmut Pöstges

Im Gegensatz zu Schafen und Rindern gehen Ziegen zuerst an das Gehölz und erst dann an das Gras, erklärt Landwirt Fischer. Aus diesem Grund seien sie die geeignete Wahl, um das Gebiet wie gewünscht mager zu halten. Der Hintergedanke des ökologischen Trassenmanagements sei es, offene Verhältnisse zu schaffen, sodass sich verdrängte Arten, die oft unter dem Klimawandel leiden, wieder ansiedeln. Die extensive Pflege fördert so die Biodiversität. Auch Tiere wie Schling- und Kreuzotter, diverse Falter oder Eidechsen können sich auf den artenreichen Flächen ansiedeln. Anhand eines Monitorings durch einen Biologen soll festgestellt werden, wie sich die Arten auf der Fläche entwickeln. Dieses wurde bereits erstellt, bevor die Ziegen auf die Weide kamen.

Ein Aufwändiges Trassenmanagement

Das Beweidungs-Projekt sei für die Bayernwerk Netz GmbH aufwendig. Viele Menschen seien in die Planung integriert und man brauche mehrere Genehmigungen, sagt Christian Martens, Pressesprecher des Versorgungsunternehmens. Dennoch sei es ökologisch sinnvoll. „Es wäre schöner, wenn noch mehr Flächen zur Verfügung stünden, damit wir nicht mehr maschinell bearbeiten“, sagt Trassenmanager Geigl. Dennoch gehe es dem Strombetreiber am Ende des Tages immer noch in erster Linie um die Technik und die sichere Energieversorgung. Der Vertrag zwischen der Bayernwerk Netz und den Bayerischen Staatsforsten kann nach Auslauf 2029 auch verlängert werden.

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