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Wolfratshausen:Weiterhin Tests für Heimbesucher

Coronavirus

Teure Schnelltests: 30 bis 80 Euro kostet ein Antigen-Test beim Hausarzt – bei Jens Klein im Schwankl-Eck bekommt man die Tests günstiger.

(Foto: Hartmut Pöstges)

"Entlastung für alle": Zentrum für Schnelltests am Wolfratshauser Schwankl-Eck bleibt den ganzen Januar geöffnet

Von Felix Haselsteiner

Montag, Mittwoch und Freitag von neun bis elf Uhr - das sind die Termine, an denen man sich in Wolfratshausen auch bis Ende Januar das Besuchsrecht in Seniorenheimen sichern kann. An diesen drei Tagen jedenfalls kann man sich vorerst bis Monatsende weiterhin im sogenannten Kunstturm am Schwankl-Eck einem Schnelltest auf Covid-19 unterziehen. Derlei Schnelltests sind aktuell notwendig, um in Pflege- und Seniorenheimen Angehörige und Verwandte zu besuchen - und sorgen für viele Diskussionen.

Dass die grundsätzliche Einrichtung einer Testpflicht ein dringend notwendiges Instrument zum Schutz der Risikogruppen ist, das ist das eine. Die Umsetzung der bundesweiten Vorgabe jedoch sorgt vor allem bei den Heimbetreibern für Irritationen: "Wir haben die Tests vorrätig, um die Bewohner und Pflegekräfte zu testen", sagt Gabi Strauhal vom Awo-Zentrum in Wolfratshausen. Doch weder seien die Räumlichkeiten vorhanden, noch sei das Personal fähig, zusätzlich auch noch ankommende Besucher auf Covid-19 zu testen. Diese müssten sich Tests anderswo organisieren und dort auch bezahlen. Für viele sei das eine finanzielle Herausforderung. Beim Arzt kosten Schnelltests zwischen 30 und 80 Euro. Ein hoher Preis, den man also pro Besuch zahlen muss - und der fatale Folgen hat: "Manche können sich eine Beziehung zu den Bewohnern leisten, andere nicht", beklagt Strauhal.

Eine Lösung für die Testproblematik ist daher das Testzentrum am Schwankl-Eck, wo Ines Lobenstein und ihr Team Tests zum Selbstkostenpreis (15 bis 20 Euro) anbieten. In besonderen Fällen, etwa bei Menschen, die Grundsicherung oder Hartz-IV empfangen, übernimmt die Caritas die Kosten. Die Tests müssen Lobenstein und ihr Team mittlerweile selbst kaufen, Unterstützung gibt es nur noch von privaten Spendern und der Caritas - nicht, wie noch zur Weihnachtszeit, auch vom Landkreis. "Von dort würde ich mir schon mehr Unterstützung wünschen", sagt Lobenstein. Das Landratsamt verweist auf Anfrage auf die Ärzte im Landkreis, die Schnelltests anbieten sowie auf das Testzentrum auf der Flinthöhe, dort gebe es aber nur PCR-Tests.

Für Lobenstein ist die Testbeschaffung für all jene, die ihre Angehörigen in den Heimen besuchen wollen, Ehrensache: "Wir haben heute die Möglichkeiten, dass man sich schnell testen lassen kann. Dann müssen wir die auch nutzen", sagt sie. Dankbar sind dafür vor allem die Heime: "Was Frau Lobenstein auf die Beine gestellt hat, ist eine unglaubliche Entlastung für alle Beteiligten."

© SZ vom 08.01.2021
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