Süddeutsche Zeitung

Aus dem Wolfratshauser Stadtrat:Gedrosselte Zuschüsse für Sport, Kultur und Soziales

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Der Wolfratshauser Kultur- und Sozialausschuss bewilligt zahlreiche Anträge von Vereinen. Für die Pflege der Sportanlage bekommt der FC Weidach aber vorerst nichts.

Von Benjamin Engel, Wolfratshausen

Was die Stadt Wolfratshausen vormals oft unproblematisch finanziell unterstützt hat, erlauben die strengeren Förderrichtlinien für Vereine nicht mehr. Für laufende Betriebskosten soll etwa nichts mehr bezahlt werden. Doch genau dafür hat der FC Weidach für die kommenden Jahre jeweils 10.000 Euro jährlich beantragt, um die Sportanlagen am Isarspitz zu pflegen und instand zu halten. Von 2018 bis heuer hatte der Fußballverein bereits 7000 Euro dafür jährlich bekommen.

Im für solche Förderanträge zuständigen Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales diskutierten die Wolfratshauser Stadträte darüber kontrovers. Einige plädierten dafür, erst einmal für ein Jahr weiter zu fördern, um zwischenzeitlich nach einer Alternativlösung zu suchen. Am Ende entschieden sie, die Frage erst einmal zurückzustellen. Mit dem FC Weidach sollen andere Möglichkeiten der Unterstützung ausgelotet werden. "So kann ich dem Antrag nicht zustimmen", sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW). Andere Wolfratshauser Vereine würden vor den Kopf gestoßen, wenn es jetzt doch wieder Geld für Betriebskosten gebe. Der Ausschuss könne sich zwar über die Richtlinie hinwegsetzen, aber: "Dann verstehe ich nicht, warum man eine Förderrichtlinie überhaupt macht."

Für den Großteil der Zuschussanträge genehmigten die Ausschussmitglieder das Geld meist unproblematisch, wenn auch nicht immer in gewünschter Höhe.

Sport

Mehr als tausend Stunden hat der FC Weidach mit seinen Mitgliedern selbst angepackt, um sein Aufbewahrungshaus komplett zu sanieren. Zudem beauftragte der Verein regionale Handwerksfirmen. Knapp 17.000 Euro waren fällig. Die Stadt übernimmt die Hälfte dieser Investitionskosten. Gleiches gilt für einen neuen Rasenmäher. Das alte Modell des FC Weidach war nach Vereinsangaben nicht mehr reparabel. Die Stadt Wolfratshausen unterstützt die Neuanschaffung mit 7750 Euro.

Kultur und Soziales

Der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald bekommt 5000 Euro für sein Angebotsprogramm im kommenden Jahr. Darunter fallen vier Abendveranstaltungen, zwei Sonderausstellungen mit Vernissage plus eine Außeninstallation. Der Gebirgsschützenkompanie zahlt die Stadt 5000 Euro, um den Schießstand umzubauen. Für den Verein fallen Gesamtkosten von 29.000 Euro an. Die Gebirgsschützen haben etwas mehr als 20.500 Euro Spenden gesammelt.

Das Katholische Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen hatte erneut 9535 Euro - 0,50 Cent pro Einwohner - beantragt. Doch der Ausschuss entschied, bei den üblichen 1000 Euro der vergangenen Jahre zu bleiben. Für die Freunde des Konzertvereins Isartal gibt es statt der erhofften 15.000 nur 10.000 Euro. Sechs Konzerte sollen damit gefördert werden. Der Verein Musikwerkstatt Jugend hatte 20.000 Euro für vier Konzerte - je zwei der Neuen Philharmonie München sowie der Sinfonietta Isartal beantragt. Geworden sind es 10.000 Euro. In voller Höhe genehmigte das Gremium den Zuschussantrag der Stadtkapelle in Höhe von 8800 Euro.

12.000 Euro gehen an die Klecks-Schule der Phantasie. An die Volkshochschule zahlt die Stadt den größten Förderungsbetrag aus, nämlich 50.000 Euro.

Einen Antrag des Kulturvereins Isar-Loisach (KIL) stellte der Ausschuss zurück. Zwar waren sich die Stadträte einig, dass der KIL mit seinem Programm im Schwankl-Eck die Altstadt belebe. Doch geben die Förderrichtlinien vor, dass Vereine zu den Anträgen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung vorlegen müssen. Diese fehlte. Darüber zeigte sich Bürgermeister Heilinglechner ungehalten. "Alle anderen Vereine legen Belege vor", so der Rathaus-Chef. "Dann muss ich das auch hier verlangen." Bis November soll das KIL-Team Zeit haben, das nachzureichen.

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