Konflikt in der Ukraine:Flößerstadt bündelt Hilfe für Kriegsflüchtlinge

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Konflikt in der Ukraine: Ines Lobenstein von der Caritas in Wolfratshausen hat die Facebook-Gruppe "Ukraine Hilfe Wolfratshausen" initiiert.

Ines Lobenstein von der Caritas in Wolfratshausen hat die Facebook-Gruppe "Ukraine Hilfe Wolfratshausen" initiiert.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die neue Facebook-Gruppe "Ukraine Hilfe Wolfratshausen" soll als Plattform für Unterstützerkreise dienen. Die Kommune Wolfratshausen erneuert den Aufruf, Wohnraum bereitzustellen und sucht nach weiteren Dolmetschern.

Von Benjamin Engel

Wolfratshausen bündelt seine Bemühungen, um Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine zu helfen. Inzwischen hat sich ein Helferkreis Ukraine gebildet. "Es sind schon mehr als 20 Leute", sagt Ines Lobenstein von der Caritas. Zusätzliche Unterstützung sei jederzeit willkommen, sagt die Leiterin des Helferkreises Asyl. Wer sich einbringen wolle, solle sich unter der Mail-Adresse asylinwor@icloud.com melden.

Unterdessen wartet Lobenstein auf zwei alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern aus der Ukraine. Für die Flüchtlinge hat sie Unterkünfte organisiert. Wichtig seien Räumlichkeiten, in denen die Menschen auch die nötige Privatsphäre finden, sich auch einmal zurückziehen könnten. "Es werden sicher mehr werden", sagt sie. Darauf stellt sich auch die Stadt Wolfratshausen ein. Mit Brody hat man eine befreundete Stadt aus der Ukraine. Die Stadtverwaltung erneuert den Aufruf, Wohnraum bereitzustellen. Zudem sollen sich Menschen melden, die für die Flüchtlinge dolmetschen können. Für Unterkünfte brauche die Stadt die Mithilfe der Wolfratshauser, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

"Wir gehen davon aus, dass die Menschen länger bei uns bleiben werden. Deshalb benötigen wir Wohnungen oder Ferienwohnungen als Unterkunft", teilt der Referatsleiter für Bildung und Soziales, Martin Melf, mit. Dafür arbeitet die Wolfratshauser Verwaltung mit der Nachbarstadt Geretsried zusammen. Im Moment kann die Flößerstadt laut Melf 25 Personen Wohnraum bieten.

Genauso sind ukrainisch sprechende Dolmetscher gefragt. "Wir möchten gute Gastgeber sein und die traumatisierten Menschen in ihrer Muttersprache ansprechen können", erklärt Melf. Bislang hätten sich nach einem ersten Aufruf vier Menschen als Übersetzer gemeldet. Mehr würden gebraucht.

Für Hilfsangebote hat die Stadt Wolfratshausen eine eigene Mail-Adresse eingerichtet. Unter ukraine@wolfratshausen.de kann jeder angeben, auf welche Art und Weise er oder sie helfen möchten. Dafür sollten die Adresse und die Telefonnummer hinterlegt werden. Überdies teilt die Stadtverwaltung mit, dass sie Sachspenden sammeln und an die entsprechenden Stellen weiterleiten werde. "Von Kleidung bis Spielzeug werden wir irgendwann alles brauchen können", sagt Melf.

Seit Dienstag ist zudem die Facebook-Gruppe "Ukraine Hilfe Wolfratshausen" online. So soll eine Austauschplattform entstehen, um weitere Hilfen für Kriegsflüchtlinge zu bündeln und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Lobenstein hat die Gruppe initiiert, um möglichst viele Menschen über das soziale Mediums zu erreichen. Darauf gepostet hat bereits Miriam Altinisik. Die Inhaberin des Wolfratshauser Kosmetikstudios "Jungbrunnen" sammelt für die Kriegsopfer in der Ukraine. Ausdrücklich bittet sie darum, keine Kleidung vorbeizubringen.

Gebraucht werden etwa warme Decken, Bettwäsche, Handtücher, Isomatten, Hygieneartikel oder haltbare Lebensmittel. Altinisik nimmt die Spenden in ihrem Geschäft am Marienplatz 1 täglich zwischen 13 und 16 Uhr entgegen. Anschließend leitet sie diese nach Bad Tölz weiter. Der dortige Maria-Montessori-Verein kooperiert mit der Organisation "Grenzenlose Kinderhilfe". Die Spenden sollen zur ukrainischen Grenze transportiert werden.

Auch die ukrainische, griechisch-katholische Pfarrei Maria Schutz und Heiliger Apostel Andreas in München ruft zu Spenden für die Kriegsopfer in der Ukraine auf. Dies hat Altinisik ebenfalls in der Facebook-Gruppe "Ukraine Hilfe Wolfratshausen" gepostet. Die Pfarrei bittet unter anderem um medizinische Verbandsmittel, Blutbeutel und nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Isomatten, Schlafsäcke, Bettwäsche und Hygieneartikel. Zudem verweist die Pfarrei auf die Möglichkeit, an die Apostolische Exarchie Geld zu spenden (weitere Informationen unter ukr-kirche.de).

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