Die Stadt Wolfratshausen will sich dafür einsetzen, das Tempo-30-Limit auf der Königsdorfer Straße auszuweiten, eine Bedarfsampel an der Äußeren Sauerlacher Straße zu installieren und Bäume als Hitzeschutz zu pflanzen. Dies hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Er folgte damit Anträgen, die in der Bürgerversammlung von November 2024 gestellt worden waren.
In der Königsdorfer Straße sehen sich Bewohner durch Lärm und Luftverschmutzung erheblich belastet. Das verstärkt aus ihrer Sicht noch der schlechte Straßenzustand der Bundesstraße. Weil sich mehrere Wohnhäuser sowie eine Kita unmittelbar entlang der Verkehrsachse befänden, forderten die Anwohner die Politik auf, Tempo 30 bis zum Bahngleis auf Höhe des Supermarkts zu verlängern. „Eine Ausweitung der Zone würde die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität in unserem Wohngebiet deutlich erhöhen“, so hieß es.
Dem Antrag folgte der Stadtrat in der Februar-Sitzung einstimmig. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) wies allerdings darauf hin, dass die Stadt das nur an das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen weitergeben könne. Die Behörde sei dafür zuständig, eine solche Anordnung zu erlassen. Gleichzeitig regte Umwelt- und Klimareferent Hans Schmidt (Grüne) an, eine zusätzliche Erweiterung zu prüfen: bis zur Einmündung der Schießstättstraße. Denn dort gebe es mehrere Discounter, eine Autowaschanlage und eine Tankstelle und somit viele Ein- und Ausfahrten.
Eine Bedarfsampel an der Sauerlacher Straße kann nur das Landratsamt anordnen
Ebenso sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, dass es eine Bedarfsampel geben sollte, wo der Eichenweg in die Äußere Sauerlacher Straße mündet. Allerdings ist dafür der Freistaat Bayern zuständig. Eine Bedarfsampel verkehrsrechtlich anzuordnen ist Aufgabe des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen. „Die Begründung ist stichhaltig“, so Bürgermeister Heilinglechner. „Im Eichenweg gibt es viel Fuß- und Radverkehr.“ Wie Josef Praller (BVW) sah er es aber kritisch, dass die Kreuzung mit der Schießstätt- und der Weidacher Hauptstraße so nahe sei. Praller fragte sich, ob es mehr Sicherheit bringen könnte, wenn die hohe Hecke am Einmündungsbereich des Eichenwegs zurückgeschnitten würde.
Die Bedarfsampel sei genau die richtige Lösung, so Grünen-Stadtrat Schmidt. Denn vom Eichenweg über die Äußere Sauerlacher Straße verlaufe eine der wichtigsten Radrouten im östlichen Wolfratshausen. Zudem sei die Mittelinsel viel zu klein für Lastenräder oder Fahrräder mit Kinderanhänger und damit gefährlich.
Wegen der Bäume, die Hitze abmildern helfen sollen, verwies Heilinglechner auf ohnehin geplante Nachpflanzungen auf städtischem Grund. Es sei daran gedacht, von diesem Frühjahr an acht bis zehn Bäume zu setzen. Weitere Nachpflanzungen hingen davon ab, ob es eine Förderung aus dem Bundesministerium für Umwelt gebe. Ob das zugrunde liegende Programm verlängert werde, sei derzeit offen, so Heilinglechner. Im städtischen Etat sind für 2025 jedenfalls 20 000 Euro für Baumpflanzungen eingeplant. Dieser Betrag solle aufgebraucht werden, selbst wenn die Kommune keine Fördermittel mehr gewinnen sollte.

