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Wolfratshausen:Standortsuche für Fußballkäfig

Jugendliche sollen mit der Stadt Platz für Soccer-Five-Anlage finden

Die Stadt Wolfratshausen begibt sich zusammen mit örtlichen Jugendlichen auf die Standortsuche für einen neuen Soccer-Five-Platz. Dies haben die Stadträte im Ausschuss für Kultur Jugend, Sport und Soziales einstimmig beschlossen. Sie folgten damit einem Antrag, den Peter Plößl namens der CSU vorgelegt hatte. Von dem Vorstoß der Christsozialen zeigten sich jedoch einige andere Stadträte wie Jugendreferentin Kathrin Gschwendtner (BVW) merklich irritiert.

Denn ein solcher Soccer-Five-Platz - ein kleines Fußballfeld für fünf gegen fünf Spieler mit künstlichem Geläuf und einem Netz oder Käfig drumherum - gehört zu den dringendsten Wünschen, die junge Wolfratshauser bei der ersten städtischen Jugendbefragung im vergangenen Jahr genannt haben. Im Kulturschuss war die Auswertung dieser Befragung erst in der vorangegangenen Sitzung vorgestellt und von den Räten mit dem Vorsatz aufgenommen worden, diese Wünsche auch ernst zu nehmen. Genau deswegen stieß das prompte Vorpreschen der CSU in der Soccer-Five-Frage bei Gschwendtner und auch bei Sibylle Ulbrich (Grüne) auf Unverständnis. Denn es sei schließlich der Gedanke hinter der ganzen Jugendbefragung gewesen, die jungen Wolfratshauser ihre Projekte auch möglichst selbst entwickeln zu lassen, was in dem Fall heiße, einen Standort zu suchen, einen Antrag zu formulieren sowie die Stadträte und am besten auch Sponsoren von ihrem Vorhaben zu überzeugen.

Die Jugendlichen sollten also ihren Fußballkäfig gerade "nicht einfach hingestellt bekommen", sagte Gschwendtner, die zudem daran erinnerte, dass die DJK Waldram schon länger Pläne für eine solche Soccer-Five-Platz auf ihrem Sportgelände wälze. Der städtische Kinder- und Jugendförderverein und auch Sportreferent Benedikt Brustmann (BVW) wären vor einem Antrag für die CSU geeignete Ansprechpartner gewesen, rügte Gschwendtner. Dem gegenüber darf aber die CSU in Anspruch nehmen, schon im Kommunalwahlkampf vor eineinhalb Jahren den Satz "Wir werden auf der Waldramer Sportanlage eine Soccer-Five-Platz bauen" im Programm gehabt zu haben.

Roswitha Beyer (SPD) hegte gegen die Pläne grundsätzliche Bedenken. Sie sei im Internet auf Soccer-Five-Arenen gestoßen, die beträchtliche Platzmiete verlangten und auch als Orte für Partys und andere Veranstaltungen beworben würden, also offenbar eher privatwirtschaftliche Projekte seien. Ulbrich erläuterte den Unterschied zwischen solch teuren Hallen und öffentlichen Fußballkäfigen, worauf Plößl versicherte, er denke an einen Freiluft-Platz, den es in verschiedensten Ausführungen und zu verschiedensten Preise gebe und auf dem auch Jugendliche spielen könnten, die sich eine kommerzielle Arena eben nicht leisten könnten. Stadtjugendpfleger und SPD-Stadtrat Fritz Meixner fügte dem CSU-Antrag den Passus "als Beteiligungsprojekt mit Jugendlichen" ein, worauf der Ausschuss den Vorschlag einstimmig annahm.

© SZ vom 12.05.2015

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