Unfallverhütung:Absage an die „Trixi“-Spiegel

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Der Trixi-Spiegel, hier an einer Kreuzung in München, soll Radler für Lkw-Fahrer besser sichtbar machen. Von Verkehrsfachbehörden wird er aber inzwischen nicht mehr empfohlen. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Verkehrsbehörden raten von Installation an Kreuzungen in Wolfratshausen ab.

Von Konstantin Kaip, Wolfratshausen

Mit sogenannten Trixi-Spiegeln sollten an mehreren Kreuzungen in Wolfratshausen Unfälle mit Fahrradfahrern und Lastern vermieden werden. Bereits 2019 hatte der Stadtrat einen Antrag der Bürgervereinigung einstimmig bewilligt, die konvexen Spiegel, benannt nach der Tochter ihres Erfinders Ulrich Willburger, die 1994 bei einem Abbiegeunfall mit einem Lkw schwer verletzt wurde, an Ampelanlagen anbringen zu lassen. Definiert wurden drei kritische Kreuzungen: die Friedhofskreuzung, Sauerlacher Straße/Am Floßkanal und Bahnhofstraße/Untermarkt. Doch aus der Anbringung der Spiegel, für die sich bereits Sponsoren gefunden hatten, wird nun nichts. Wie Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) bei der jüngsten Stadtratssitzung bekanntgab, raten die Verkehrsfachbehörden davon ab.

Grund sind die technischen Neuerungen an Lkws, die den toten Winkel aufheben und aus Sicht der Behörden praktikabler seien. Demnach müssten neu zugelassene Fahrzeuge bereits seit 2007 mit neuen Nahbereichs- und Weitwinkelspiegeln versehen werden. Für Nutzfahrzeuge mit Erstzulassung vom Jahr 2000 an galt eine Nachrüstpflicht. Zudem seien viele moderne Lastwagen mit einem Videosystem ausgestattet. Auch seien der Bund-Länder-Fachausschuss für den Straßenverkehr und die Verkehrspolizei nach einem bayerischen Modellversuch zum Schluss gekommen, die Trixi-Spiegel nicht als generelle Maßnahme zur Verbesserung der Sichtverhältnisse an Ampeln zu empfehlen. Die Mitglieder der örtlichen Unfallkommission befürworteten die Installation weder im Stadtgebiet Wolfratshausen, noch im gesamten Landkreis, berichtete der Bürgermeister.

Für die meisten Ampeln ist das Landratsamt zuständig

Heilinglechner wies zudem darauf hin, dass die meisten Ampelanlagen Wolfratshausens an qualifizierten Straßen wie der Sauerlacher und der Königsdorfer Straße liegen, für die das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen als Behörde zuständig sei. Die Stadt könne lediglich für die Kreuzung Schießstättstraße/Margeritenstraße/Moosbauerweg eigenständig agieren.

Die meisten Stadtratsmitglieder akzeptierten die Empfehlung, zum Teil mit Enttäuschung. Nur Manfred Fleischer (Wolfratshauer Liste) erklärte, man solle sich „nicht so einfach abspeisen lassen“ und „noch mal nachhaken“. Andere Kommunen hätten die Trixi-Spiegel schließlich auch angebracht. Wenn Fleischer auf München anspiele, lasse sich das nicht vergleichen, entgegnete Heilinglechner. Die Landeshauptstadt könne da eigenständig agieren und sei nicht wie Wolfratshausen einem Landkreis untergeordnet.

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