In der letzten Sitzung des Jahres ging es im Wolfratshauser Stadtrat noch einmal ums Geld. Bei den finalen Vorberatungen zum Haushaltsplan 2024, der nun erstellt und voraussichtlich im Februar verabschiedet wird, gab es aber nur marginale Änderungswünsche. An der Tatsache, dass es keine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt geben wird und für die anstehenden Investitionen ein Großteil der Rücklagen entnommen werden muss, werden diese nichts ändern.
Die schwierigen Rahmenbedingungen hatte Kämmerer Peter Schöfmann bereits in der November-Sitzung deutlich gemacht. Wie er nun anhand des aktualisierten Entwurfs erklärte, kann der Haushalt 2024 nur durch Rücklagenentnahmen von circa 13,3 Millionen Euro ausgeglichen werden. Die Mindestzuführung vom Verwaltungs- an der Vermögenshaushalt (467 000 Euro) könne nicht erreicht werden. Vielmehr müssten umgekehrt knapp 103 000 Euro vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt fließen.
Die Kreisumlage steigt voraussichtlich auf mehr als 15 Millionen Euro
Für die Notwendigkeit dieser sogenannten Negativzuführung gibt es laut Kämmerer, neben den hohen Investitionen für die Schulerweiterung, drei wesentliche Gründe: erstens die Kreisumlage, die im laufenden Jahr für Wolfratshausen bei etwa 13,6 Millionen Euro liege und 2024 voraussichtlich auf mehr als 15 Millionen Euro steige; zweitens die Personalkosten, die schon im vergangenen Jahr durch Tariferhöhungen auf 10,26 Millionen Euro gestiegen seien und im kommenden Jahr mit 10,5 Millionen Euro veranschlagt würden; und drittens die Tatsache, dass die Finanzierung des kommunalen Bauhofs nun einen vollen Kostenausgleich vorsehe, was Mehrkosten von mehr als einer Million bedeute.
Per einstimmigem Beschluss soll nun zwar die Sanierung der Gebhardstraße, für die im Entwurf noch 625 000 Euro eingeplant waren, auf 2028 verschoben werden. Dies hat jedoch nur Auswirkungen auf den Vermögenshaushalt. Die entscheidenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt konnten die Stadträte kaum drücken. Lediglich 25 000 Euro werden dort laut Beschluss eingespart: für ein Fahrradzählgerät. Dessen Anschaffung war im Haushaltsentwurf, weil die Stadt dafür noch einen Gutschein über 5000 Euro hat. Der deckt laut Verwaltung allerdings bei Weitem nicht die Gesamtkosten für das Gerät, das die Stadträte daher unisono für verzichtbar hielten.
Bleibt die Hoffnung, dass sich die Einnahmen ähnlich positiv entwickeln wie im vergangenen und im laufenden Jahr. So lag der im Oktober verabschiedete Nachtragshaushalt 2023 wegen unerwartet hoher Gewerbesteuern mehr als drei Millionen Euro über dem ursprünglichen Ansatz. Auf solche Ausreißer könne man sich jedoch nicht verlassen, warnt Schöfmann: "Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahlen wieder nach unten gehen."

