Wolfratshausen Spaß an der Parteiarbeit

Susanne Thomas bleibt Vorsitzende der Wolfratshauser CSU

Von Wolfgang Schäl, Wolfratshausen

Die Vorsitzende der Wolfratshauser CSU genießt das uneingeschränkte Vertrauen ihrer Parteifreunde: Der Ortsverein hat Susanne Thomas im Rahmen seiner Hauptversammlung einmütig und ohne Gegenkandidat im Amt bestätigt. Ansonsten gab es einige eher marginale Veränderungen bei den Neuwahlen. So wurden Stefan Riedl , Claudia Drexl und Andreas Ofenbeck zu Stellvertretern gewählt, der bisherige Stellvertreter Robert Namyslo wurde Beisitzer. Neue Schriftführerin ist Daniela Mcloughlin, Alfred Fraas bleibt Schatzmeister.

Personelle oder inhaltliche Differenzen gab es bei dem zügig abgewickelten Wahlverfahren nicht, allerdings löste Susanne Thomas eingangs mit ihrem statistischen Vermerk, dass der Wolfratshauser Ortsverband der Union mit einem Durchschnittsalter von 56,5 Jahren der jüngste im Landkreis sei, erstauntes Raunen aus.

Auch die Verteilung der Geschlechter gab Anlass nachzudenken: 76 Prozent der 118 Wolfratshauser Mitglieder sind nach Thomas' Bericht männlich, nur 23,7 Prozent weiblich. Unabhängig davon sei es nicht so einfach, den Mitgliederstand überhaupt zu halten, bekannte die Ortsvorsitzende. Umso wichtiger sei es gerade im Bundestagswahljahr, um neue Interessenten zu werben.

Als Schwerpunktthemen der vergangenen beiden Jahre nannte Thomas das interkommunale Hallenbad, das mit der Unterstützung der CSU kommen werde, und den Erhalt der Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus. Sie habe die Zeit alles in allem als "spannende und erfahrungsreich" erlebt, und: "Es hat viel Spaß gemacht." Anstelle des erkrankten Fraktionssprechers Günther Eibl ließ Fraas das Wahl- und Arbeitsprogramm seit 2014 Revue passieren. "Im Laufen" sei die Verbesserung der Parkplatzsituation durch den Bau eines Parkdecks am Sparkassen- und Hatzplatz sowie die Rückkehr zu einer nächtlichen Tempo-30-Regelung in der Schießstättstraße. Als "jetzt nicht durchsetzbar" nannte er unter anderem den Bau von Kreisverkehren an den Kreuzungen Schießstättstraße/Königsdorfer Straße und Hans-Urmiller-Ring/Pfaffenrieder Straße. "Nicht zufriedenstellend" sei die Information der Bürger über die Stadtpolitik - eine beschlossene bürgerfreundliche Informationsfreiheitssatzung sei durch ein Veto der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters außer Kraft gesetzt worden. Mit der korrigierten Fassung könne man nicht zufrieden sein.

Nicht durchsetzen konnte die CSU ihren Wunsch, die Waldramer Coop-Wiese als Erholungsfläche von Bebauung freizuhalten, auch ein Natureisplatz neben dem Schlittenberg sei dort nicht mehr möglich. Daneben schrieb Fraas der CSU auch eine Menge Erfolge zu, darunter den zusätzlichen Stadtbus, die verhinderte Schrankenlösung im Zuge der S-Bahn-Verlängerung und den Kauf der Landwirtschaftsschule, die als Archiv und Schule für Heilerziehung verwendet wird. Als "erledigt" führte Fraas unter anderem den Punkt Parkleitsystem mit Stellplatzüberwachung an. Ungelöst sei aber die Frage, was mit dem Heimatmuseum geschehen soll - die Sanierung des Anwesens am Untermarkt 10 sei auf eine Million Euro veranschlagt und somit "exorbitant teuer".

Einen kritischen Vermerk schrieb abschließend Paul Brauner seinen Parteifreunden ins Stammbuch. "Die mangelnde öffentliche Präsenz von CSU-Stadträten gefällt mir nicht", sagte Brauner. "Selbst bei dieser Hauptversammlung sind gerade einmal drei Mitglieder aus unserer Fraktion vertreten".

Nicht anders sei es, wenn wichtige Persönlichkeiten wie etwa Minister Wolfratshausen besuchten. "Da ärgere ich mich als CSU-ler". Die Erfolgsbilanz der CSU sah Brauner mit einer zeitlichen Einschränkung. Was der Ortsverband derzeit leiste, sei tatsächlich beachtlich. Vor zwei Jahren noch habe das aber noch ganz anders ausgesehen.