Wolfratshausen:Songs, die gut tun

Lesezeit: 2 min

Kunstturm am Schwankl-Eck

Lässig und doch kraftvoll: Die "Stimulators" setzen sich in der Wolfratshauser Marktstraße locker gegen den Straßenlärm durch.

(Foto: Hartmut Pöstges)

"The Stimulators" versorgen die Wolfratshauser Innenstadt mit fetzigen Rhythmen

Von Arnold Zimprich, Wolfratshausen

Die im Kunstturm am Schwankl-Eck gezeigte Ausstellung "Fundstücke aus Italien" von Ralf Steinberger, Gabi Breitenbach und Antje Schmuck neigt sich dem Ende zu, doch das ist an diesem Abend kein Grund zum traurig sein. Denn zur Finissage spielen The Stimulators auf - "im Rahmen der Initiative von Bayerns Kunstminister Bernd Sibler", wie der einladende Kulturverein Isar-Loisach (KIL) in seiner Einladung betont. Ehe die fünfköpfige Band loslegt, schlendert das Publikum noch einmal durch die Ausstellung. Gerne fängt man den einen oder anderen Eindruck aus Italien ein. Um kurz nach 18 Uhr locken die ersten Klänge der Band die Leute nach draußen. Die Stimulators sind dem Nordlandkreis seit vielen Jahren verbunden, der KIL zählt sie zu den musikalischen Stammgästen der Geretsrieder Kulturbühne "Hinterhalt".

Lässig greift Bandleader Peter Schneider in die Gitarrenseiten. Im ersten Stück ist die Rede davon, dass man gerne helfen würde, denn "everybody got soul". Hilfe haben derzeit auch viele Wolfratshauser dringend nötig, wie ein Blick auf die vorbeibrausenden, hagelbeschädigten Autos beweist. Zu helfen, das ist auch das Anliegen von Assunta Tammelleo. "Und wenn's geschifft hätte, wir hätten das auf keinen Fall verschoben!", sagt die Hinterhalt-Wirtin mit energisch in die Hüfte gestemmten Armen.

Es zeigt sich, dass die Stimulators ihren Namen nicht umsonst tragen. Ihr kraft- wie schwungvoller Sound wirkt beruhigend und anregend zugleich. Sie servieren eine fein abgestimmte Mischung aus Reggae, Rock sowie bluesigen Klängen - das perfekte Heilmittel bei Corona-Sorgen und Hagel-Nöten.

Und dann noch diese Lässigkeit! Nicht nur Peter Schneider und Lead-Vokalist Oliver Stephan demonstrieren, wie man für genau jene Stimmung sorgt, die das Publikum braucht. Auch Uli Lehmann am Bass, Marcio Tobino am Saxofon und Hans Mühlegg an den Schlaginstrumenten überzeugen. Die auf der Straße vorbeirauschenden Traktoren mit schwer beladenen Heu-Anhängern haben der gut abgemischten Soundkulisse nichts entgegenzusetzen.

"Wollt ihr mal was Ruhigeres?" wird nach ein paar schwungvollen Nummern gefragt. "Nein!" ruft das Publikum - inklusive Wolfratshausens Dritter Bürgermeisterin Annette Heinloth.

Die Stimulators spulen die Stücke herunter, dass es eine Freude ist. Wobei spulen der falsche Ausdruck ist, denn jeder einzelne Song hat Soul, sei es "House full of Liquor" vom neuesten Album "Travelogue", das erst im März erschienen ist, sei es "Flying Down to Rio" vom Album "Loaded" aus dem Jahr 2009.

Zwar geht es nach der Pause kurz mit etwas Ruhigerem weiter, doch nicht lange. "Früher ham's uns immer aufgehalten", witzelt Schneider, am heutigen Abend will das jedoch keiner. Spätestens zu "Rock Steady Cumbia", einer fetzigen Ska-Nummer, wird auf der Straße richtig wild getanzt. Egal ob Kind oder Erwachsener, ob elegant gekleidet, in der Arbeitshose oder Radfahrer im vollen Ornat - die Stimulators bringen an diesem Abend alle zusammen.

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