bedeckt München 11°

Wolfratshausen:Schaufenster statt Märkte

Kunstturm am Schwankl-Eck

Daniela Satzinger dekoriert die Schaufenster des Schwankl-Ecks.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Ein Ausstellungsfläche soll Kunsthandwerkern aus der Krise helfen

Von Henri Hoschar, Wolfratshausen

Nicht nur der Einzelhandel hat Probleme in der Pandemie. Auch Kunstschaffenden sind mit den Märkten, Messen und Ausstellungen, die derzeit nicht stattfinden dürfen, ihre wichtigsten Einnahmequellen weggefallen. Diesem Problem hat sich jetzt Daniela Satzinger, Mitglied im Kulturverein Isar Loisach, angenommen: Der Verein stellt seit 23. Januar im "Turm für Kunst und Kommunikation" am Wolfratshauser Schwankl-Eck Schaufenster zur Verfügung, in denen d Kunsthandwerker ihre Waren zur Abholung anbieten können. Auf den Notstand der Kunsthandwerker wurde Satzinger durch ihr Engagement im Verein und persönliche Kontakte aufmerksam. Auf ihre Anfrage erklärten sich genügend Künstler bereit, eine erste Ausstellung zu arrangieren. Die ausgewählten Stücke reichen von Filzkissen in Steinoptik der Künstlerin Heike Schneiders bis zu Lampenvariationen des Lichtdesigners Günter Klügl. Angeboten werden aber auch kleinere Schmuckstücke wie Fritzi Krügers Golfball-Schlüsselanhänger. Alle ausgestellten Artikel sind mit einer Nummer versehen, die Kunden, wenn sie ein Stück kaufen wollen, einfach per Telefon oder E-Mail an Satzinger melden können. Abgeholt werden können die Arbeiten nur gegen Barzahlung.

Wer mehr zu den Werken wissen möchte, kann bei den jeweiligen Künstlern nachfragen, deren Kontaktdaten im Schaufenster aushängen. Mit der Aktion möchte der Verein den Bürgern auch wieder einen Grund für einen Gang durch die Altstadt liefern. Der führt idealerweise noch an anderen Geschäften vorbei und kann so dem Ladensterben vorbeugen. Die Aktion soll noch mindestens bis Ende Februar laufen. Satzinger organisiert bereits die nächste Riege an Künstlern fürs Schwankl-Eck. Sie glaubt, dass das "Click & Collect"-Konzept durchaus erfolgreich sein kann. "Die Leute brauchen nur noch ein bisschen Eingewöhnungszeit".

© SZ vom 01.02.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema