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Nach langem Leerstand:Das Ratscherl zieht ins Rathauscafé

Seit langem steht das Rathauscafé leer. Nun rührt sich etwas.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Der Wolfratshauser Stadtrat einigt sich auf einen neuen Pächter. Dieser ist ein alter Bekannter.

Seit Mai 2019 steht das Rathauscafé im Herzen der Wolfratshauser Altstadt leer. Nun hat es endlich neue Pächter. Wie Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf Anfrage mitteilt, hat der Stadtrat den Gastronomiebetrieb am Loisachufer am Dienstag in nicht öffentlicher Sitzung vergeben. Die Frage, wer den Zuschlag bekommen hat, will der Rathauschef noch nicht beantworten. Der Stadtrat habe eine Woche lang die Möglichkeit, Beschlüsse zurückzuziehen, erst danach dürfe er die neuen Pächter bekanntgeben. Dem Vernehmen nach sind die neuen Betreiber aber in Wolfratshausen wohl bekannt: Rita Schmid, die mit ihrer Tochter Hedwig das "Kaffee Ratscherl" an der Königsdorfer Straße betreibt, und Barbara Schramm-Kastl, die mit ihrer "Busserl-Manufaktur" handgefertigte Pralinen und Torten auf Bestellung vertreibt, konnten mit ihrem Konzept die Stadträte überzeugen. Was sie im Rathauscafé genau vorhaben, wollen die beiden allerdings auch erst in der kommenden Woche verraten.

In der Altstadt kann nun endlich eine von vielen schmerzlich vermisste Institution wiederbelebt und eine unglückliche Geschichte beendet werden. Konditormeisterin Rita Streicher hatte das Café in bester Lage jahrelang erfolgreich geführt, Ende 2019 wollte sie es aus Altersgründen abgeben. Ihr Nachfolger Franz Haberzettl unterschrieb einen Pachtvertrag, bekam aber keine Schanklizenz. Im April wurde ihm gekündigt, im Sommer musste er das Café per Gerichtsbeschluss wegen 12 000 Euro Mietschulden räumen. Drei Interessenten hatten sich laut Heilinglechner danach für eine Übernahme beworben.

Rita Schmid (rechts) und ihre Tochter Hedwig bei der Eröffnung ihres "Kaffee-Ratscherl" vor acht Jahren.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Bevor das Rathauscafé wieder öffnet, steckt die Stadt jedoch viel Geld in die Immobilie: 400 000 Euro sind im laufenden Haushalt für die Sanierung eingestellt. Seit 25 Jahren sei dort nichts mehr gemacht worden, sagt Heilinglechner. Unter anderem müsse der gesamte Kellerbereich mit den Verarbeitungsräumen neu gestaltet, Fettabscheider und Hebeanlage müssten ausgetauscht werden. Die Sanierung soll mit den neuen Pächterinnen genau abgestimmt und dann ausgeschrieben werden. Wann das Café in Betrieb gehen kann, sei deshalb noch schwer zu sagen, erklärt der Bürgermeister. "Wir werden aber auf alle Fälle darauf drängen, dass es so schnell wie möglich geht."

© SZ vom 14.02.2020

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