Ruhender Verkehr:13 Stellplätze statt Parkhaus

Ruhender Verkehr: Zurück zur Beschlusslage 2017: Der Parkplatz am Paradiesweg soll nun zunächst ebenerdig erweitert werden.

Zurück zur Beschlusslage 2017: Der Parkplatz am Paradiesweg soll nun zunächst ebenerdig erweitert werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nach der Niederlage vor Gericht will Wolfratshausen den Parkplatz am Paradiesweg ebenerdig erweitern.

Von Konstantin Kaip, Wolfratshausen

Um Marktstraße und Loisachufer wie geplant umzugestalten, braucht Wolfratshausen dringend neue Stellplätze. Alle Beschlüsse dazu aber haben bislang ins Leere geführt. Eine Großgarage am Hatzplatz wurde aus städtebaulichen Gründen abgelehnt, der Vertrag mit dem Investor gekündigt. Und das von der Stadt geplante Parkhaus am Paradiesweg wurde nach Klagen der Nachbarn vom Verwaltungsgericht kassiert, das die Baugenehmigung aufheben ließ. Nun soll der Parkplatz dort zumindest ebenerdig erweitert werden. Dies hat der Bauausschuss am Mittwoch einstimmig beschlossen. 13 neue Stellflächen sollen so auf dem Areal südlich des Zentrums entstehen und zumindest ein bisschen Abhilfe schaffen. Die Grundsatzfragen nach der Zukunft des Parkens in Wolfratshausen will der Stadtrat demnächst in einer Klausur klären.

In seiner kürzlich erteilten Urteilsbegründung verweist das Verwaltungsgericht vor allem auf Widersprüche zum Zweck des Parkhauses, das mal als Quartiersgarage, mal als öffentliches Parkhaus bezeichnet werde. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) wollte nun einen Beschluss zum weiteren Vorgehen am Paradiesweg. Die Stadt könnte entweder eine neue Baugenehmigung beantragen, erklärte er. Die Nachbarn hätten aber bereits beim Prozess im Herbst 2022 angekündigt, dann erneut zu klagen. Eine andere Möglichkeit sei es, einen neuen Bebauungsplan für das Grundstück aufstellen zu lassen. Doch auch dieser könne beklagt werden. Die dritte Option geht auf einen Beschlussvorschlag von 2017 zurück: den ebenerdigen Ausbau. Sie erschien den Stadträten im Gremium unisono als angebracht, um nun zumindest in kleinem Rahmen schnell zusätzliche Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Der Bürgermeister stellte drei Varianten zur Debatte, die der Ingenieur Franz Poell vor sechs Jahren für die Stadt erarbeitet hatte: Eine "Maximalvariante", welche die Kapazität von derzeit 52 auf 68 Stellplätze erhöht, würde laut damaliger Schätzung etwa 250 000 Euro kosten. Eine andere wäre mit 242 000 Euro nur unwesentlich günstiger und brächte lediglich elf zusätzliche Stellflächen. Die dritte schließlich würde immerhin 13 neue Parkplätze bringen, mit den insgesamt günstigsten Kosten von 100 000 Euro. Für diese "Minimallösung" sprach sich der Ausschuss einstimmig aus. Heilinglechner betonte jedoch, dass die Kostenschätzung von 2017 "schon weit überholt" sei.

Klausur unter "externer Leitung"

Uneinigkeit herrschte indes über einen Bebauungsplan für das Areal. Hans Schmidt (Grüne) hatte gefordert, einen solchen parallel zur Erweiterung auf den Weg zu bringen, um das zweistöckige Parkhaus doch noch zu realisieren. "Es geht darum, im Süden von Wolfratshausen außerhalb des Zentrums Parkmöglichkeiten zu schaffen", sagte er. "Da werden wir um den Paradiesweg nicht rumkommen." Neben ihm votierten nur Hans-Georg Anders (Grüne), sowie Ingrid Schnaller (SPD) und Richard Kugler (Wolfratshauser Liste) für diese Option, die mit sechs zu vier Stimmen abgelehnt wurde.

Die Frage soll jedoch in einer Klausur zum Thema Parken geklärt werden, die der Bürgermeister in der Sitzung ankündigte - unter "externer Leitung". Dabei wird es dann wohl auch um die neuerlich eingebrachten Vorschläge wie ein Parkdeck unter einem höher gelegten Sportplatz an der Hammerschmiedschule (CSU) oder eine Tiefgarage auf dem Hatzplatz (Verein "Lebendige Altstadt Wolfratshausen") gehen. "Sie kriegen einen Termin, vielleicht noch dieses Jahr", sagte Heilinglechner zu den Stadträten. "Und da geht dann keiner raus, bevor wir nicht beschlossen haben, was wir wollen."

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