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Wolfratshausen:Narreninsel sagt Fasching ab

Karnevalisten verweisen auf Corona-Auflagen

Wolfratshausen - Die Narreninsel Wolfratshausen hat wegen der Corona-Pandemie beschlossen, die Faschingssaison heuer ganz abzusagen. "Diese Entscheidung ist sicherlich niemandem leichtgefallen, aber man muss eben auch den Tatsachen ins Auge schauen", erklärt die Faschingsgesellschaft in einer Pressemitteilung. Die Auftritte der Kindergarde fänden zum Beispiel zumeist in Kindergärten und Altenheimen statt, die man momentan nicht betreten dürfe. Ob der stark steigenden Infektionszahlen schwinde auch der Glaube daran, dass sich die Lage bis zur Hochsaison der fünften Jahreszeit im Januar und Februar noch ändern werde.

Der Narreninsel zufolge können überdies Auftritte der Jugend und der großen Garde auf Gardetreffen, Faschingsbällen und anderen Veranstaltungen nicht stattfinden. "Die Prinzenpaare, die extra viel Kosten und Mühen in ihre Kostüme und Tänze stecken, hätten fast keine Möglichkeit, das Erlernte zu zeigen", heißt es in der Begründung. Nicht vergessen dürfe man auch den finanziellen Aufwand, den man mit Kostümen, Tanztrainern und anderem mehr stemmen müsse. Dabei sei die Vereinskasse nahezu leer, weil auch die Haupteinnahmen aus dem Flohmarkt wegfielen. Der durfte wegen der Corona-Auflagen ebenfalls über Monate hinweg nicht abgehalten werden. Andere Einkünfte hat die Narreninsel nicht: "Die Corona-Soforthilfen der Regierung können wegen verschiedener Aspekte leider auch nicht in Anspruch genommen werden."

So ganz kommt das Vereinsleben der Faschingsgesellschaft jedoch nicht zum Erliegen. Um für die nächste Saison gerüstet zu sein, kommen die Mitglieder weiterhin in zweiwöchigem Rhythmus zu ihren Tanzeinheiten zusammen. Und repräsentative Aufgaben könnten gegebenenfalls auch das Prinzenpaar der vorigen Saison und die Garden übernehmen, teilt die Narreninsel mit. Man sei bereit, wenn die Städte Wolfratshausen und Geretsried oder auch andere Veranstalter anfragten - "auch, wenn der ein oder andere Auftritt im Freien stattfinden sollte".

© SZ vom 21.10.2020 / sci

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