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Wolfratshausen:Kräuter-Checker und Naturentdecker

Die Buben und Mädchen der Klasse 3 b lernen, wie viel Kraft man braucht, um Strom zu erzeugen. Rechts Lehrerin Gabi Reumuth.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

An der Waldramer Grundschule lernen Kinder mit Experten, warum Umweltschutz wichtig ist

Von Niklas Gramann, Wolfratshausen

"Was hat ein Pfannkuchen mit dem Klima zu tun?" Dieser Frage sind die Schüler in der Grund-und Mittelschule Waldram in den vergangenen zwei Tagen nachgegangen. Am Montag und Dienstag fanden in der Grundschule in Waldram die Umwelttage statt. In Workshops konnten die Kinder das Thema Umwelt hautnah miterleben. Das Projekt hat der Elternbeirat der Waldramer Grundschule mit dem Bund Naturschutz ins Leben gerufen. "Wir versuchen jedes Jahr, den Kindern ein möglichst lebensnahes Projekt zu ermöglichen", sagte Elternbeiratsvorsitzende Jasmin Herzmansky.

Zur Auswahl stehen sechs Workshops, jedes Kind besucht zwei, an jedem Tag einen. Unter anderem wird eben auch der mit dem Namen: "Was hat ein Pfannkuchen mit dem Klima zu tun" angeboten. In diesem Workshop erklären die Umweltpädagoginnen Johanna Thannberger und Regina Priller, wie man Energie sparen kann. "Wir wollen den Kindern erklären, dass wir zum Beispiel durch kurze Wege Energie sparen können. Wir haben alle Dinge, die wir für die Pfannkuchen brauchen, hier aus der Region geholt." Denn Produkte, die nicht weit herumgefahren werden, sparen eben Energie, erklärt Thannberger.

Zwischen all den Tischen steht im vorderen Teil des Klassenzimmers ein silbernes Standfahrrad. Dieses wurde von der Bürgerstiftung Energiewende Oberland zur Verfügung gestellt. Den Strom, den an diesem Tag gebraucht wird, wird zu einem großen Teil mit diesem Fahrrad erzeugt. Damit wird zum Beispiel der Mixer betrieben, mit dem der Pfannkuchenteig geschlagen wird.

"Es ist einfach toll, wenn die Kinder sehen, wie die Kraft, die sie haben, in Strom umgewandelt wird", schwärmt die Umweltpädagogin. Um beispielsweise eine CD hören zu können, müssen die Buben und Mädchen kräftig strampeln. "Wenn wir das immer alles selber machen müssten, wäre das ganz schön anstrengend", stellt Lilly Ochsenkühn aus der 3c anschließend fest.

Im Workshop "Kräuter-Checker" zeigen die Kräuterpädagoginnen Beate Lutz und Maren Böttcher, wie man aus Wildkräutern Seifen herstellt. "Das sieht ja so ähnlich aus wie Stracciatella! Die Seife ist die Vanille und der Lavendel sind die Stracciatella-Streusel", ruft Pia Wimmer und lacht. Die Drittklässlerin ist gerade dabei ihre selbst gemachte Seife in eine Plätzchenform zu drücken.

Im Pausenhof der Schule ist zwischen Bäumen eine Plane gespannt. Darunter liegen in einem Kreis schwarze Kissen. Vor den Bäumen sitzt der Tölzer Felix Levantin. Er ist Naturbegleiter und Baumpfleger. Er setzt sich mit den Buben und Mädchen in den Kreis, ein Redestab geht herum, und jeder darf einfach erzählen. Es geht darum, dass Bäume auch Lebewesen sind. "Ich bin immer wieder sehr überrascht, wie viel Kontakt die Kinder noch zur Natur haben, wenn man sie lässt. Ich bringe sie hier in einen Rahmen, wo sie keine Leistung bringen müssen, sondern einfach nur spüren dürfen. Das tut ihnen gut", sagt Levantin und lächelt.

Marika Schamberger, die Konrektorin der Grundschule, hält die Umwelttage für eine sehr gute Sache. "Man muss die Kinder immer wieder mal für die Umwelt sensibilisieren", erklärt sie. "Hier steht das praktische Tun im Vordergrund, und alle fünf Sinne werden angesprochen. Es ist sehr wichtig, die Kinder drauf aufmerksam zu machen, dass wirklich auf die Umwelt geachtet werden muss."

Die Elternbeiratsvorsitzende Herzmansky hat von ihrer Tochter Theresa positives Feedback bekommen. "Sie war ganz begeistert", erzählt sie. "Die Kinder bekommen hier mal die Chance, die Natur viel näher kennenzulernen, als das oft mit den Eltern möglich ist."

© SZ vom 06.05.2015

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