Wolfratshausen:Katerstimmung wegen Bierrevue

Historischer Verein muss die Schau absagen: Es gibt keine Genehmigung fürs Festzelt.

Von Claudia Koestler, Wolfratshausen

Die Bierrevue "Hopfen und Malz" des Historischen Vereins Wolfratshausen muss verschoben werden. Denn das Bierzelt für die ursprünglich am Samstag angesetzte Veranstaltung konnte nicht mehr rechtzeitig durch das Landratsamt geprüft und abgenommen werden. Das teilt die Vereinsvorsitzende Sybille Krafft mit - unter dem Stichwort "Hopfen und Malz verloren". Dass "gesetzliche Bestimmungen, fehlende behördliche Genehmigungen und nicht eingehaltene Vorlaufszeiten" eine seit einem halben Jahr geplante Veranstaltung verhindern können, habe der Historische Verein "enttäuscht zur Kenntnis nehmen" müssen. Doch was war passiert?

Ein größeres Fest im Bierzelt auszurichten, ist nicht so einfach. Denn dafür braucht es vorab eine Genehmigung der Kommune, von 200 Gästen an aufwärts auch das Einverständnis des Kreisbauamts. Doch "die Verantwortlichen hatten nicht damit gerechnet, dass das Aufstellen eines Bierzeltes sowohl baurechtlich als auch sicherheitstechnisch so große Probleme bereitet", schreibt Krafft. So war die nötige Vorlaufzeit für die Prüfung und die so genannte "Gebrauchsabnahme" inzwischen abgelaufen. Das hatte der Vorstand des Historischen Vereins in einer E-Mail des Landratsamtes am Donnerstag erfahren.

Die Kreisbehörde weist von sich, dass sie zu spät reagiert hätte und verweist auf klare Hinweise, die man der Stadt Wolfratshausen diesbezüglich gegeben habe: Laut Sprecherin Sabine Schmid habe Wolfratshausen am 11. Juli telefonisch der Kreisbehörde mitgeteilt, dass am 23. Juli ein Festzelt im Innenhof des Humplbräu aufgestellt werden soll. Die Bauverwaltung habe daraufhin "ausdrücklich darauf hingewiesen, dass uns hierfür zwingend und rechtzeitig, eine Woche vorher, das Prüfbuch vorzulegen ist und die Gebrauchsabnahme des Zeltes bei uns zu beantragen ist", sagt Schmid. Die Stadt Wolfratshausen habe damals zugesichert, den Zeltverleiher respektive den Veranstalter davon in Kenntnis zu setzen. Doch bis Donnerstag sei im Landratsamt weder das Prüfbuch noch ein Antrag auf Gebrauchsabnahme durch einen Baukontrolleur eingegangen. "Die erforderliche Vorlaufzeit für die notwendige Prüfung der Angelegenheit und die Durchführung der Gebrauchsabnahme war für uns nicht mehr gegeben", sagt Schmid.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen. Der Stadt den schwarzen Peter für das Versäumnis zuschieben will Krafft hingegen nicht: "Wir wollen keine gegenseitigen Schuldzuweisungen machen, sondern nach vorne blicken", betont sie. Die Bierrevue soll nachgeholt werden, neuer Termin ist Freitag, 16. September - "vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung", fügt Krafft augenzwinkernd an. Die Karten behalten ihre Gültigkeit.

© SZ vom 23.07.2016
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