Städtepartnerschaft:Ein Geschenk, das fließt und atmet

Städtepartnerschaft: Der Japanische Garten setzt zu jeder Jahreszeit einen Akzent im Wolfratshauser Stadtbild.

Der Japanische Garten setzt zu jeder Jahreszeit einen Akzent im Wolfratshauser Stadtbild.

(Foto: Manfred Neubauer)

Seit 20 Jahren gibt es den Japanischen Garten in Wolfratshausen. Sigi Menzel hat ihm einen Film gewidmet.

Von Stephanie Schwaderer, Wolfratshausen

Gastgeschenke haben in Japan einen hohen Stellenwert. Davon zeugen Trommeln, Fächer, Essstäbchen und Origami-Kraniche, die der Partnerschaftsverein Iruma-Wolfratshausen für eine kleine Ausstellung im Wolfratshauser Museum zusammengetragen hat. Noch bis Sonntag, 15. Oktober, sind im Wallner-Bockhorni-Kabinett Fotos, Geschenke und Erinnerungsstücke der "gelebten Städtepartnerschaft" zu sehen. Im Mittelpunkt der Schau steht das größte und außergewöhnlichste Geschenk, das Iruma seiner bayerischen "Schwesterstadt" vor 20 Jahren gemacht hat: der Japanische Garten.

Städtepartnerschaft: Gastgeschenke aus Iruma zeigt eine kleine Ausstellung im Wolfratshauser Museum. Das größte Geschenk liegt ein paar Gehminuten weiter am Loisachufer.

Gastgeschenke aus Iruma zeigt eine kleine Ausstellung im Wolfratshauser Museum. Das größte Geschenk liegt ein paar Gehminuten weiter am Loisachufer.

(Foto: Privat/oh)

Das kleine, bis ins Detail gestaltete Fleckchen Erde zwischen Hatzplatz und Loisach wird von vielen als Oase der Ruhe geschätzt. Mit sachkundigem Auge kann es aber auch als ein Stück japanischer Philosophie und Geschichte gelesen werden. Eben dazu lädt der Wolfratshauser Filmemacher Sigi Menzel ein. Er hat sich zweieinhalb Jahre intensiv mit dem Japanischen Garten auseinandergesetzt und ihn zum Thema eines 80-minütigen Dokumentarfilms gemacht. "Das Geschenk aus dem Land der aufgehenden Sonne" heißt er und läuft am Donnerstag, 12. Oktober, im Wolfratshausen Kino.

"Es ist einfach toll, was Sigi Menzel alles entdeckt hat", sagt Wiggerl Gollwitzer, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Iruma-Wolfratshausen. In seinem Film gebe es "wunderbare Aufnahmen vom Japanischen Garten, wie ihn die Wolfratshauser vielleicht noch nie gesehen haben". Menzel habe sich auf jedes Detail eingelassen und sich sogar Dokumente aus Japan kommen lassen. Er lasse bekannte Leute aus Wolfratshausen und Umgebung zu Wort kommen und zeige Aufnahmen von der Entstehung des Gartens. Vor allem aber verströme der Film eine ähnliche Ruhe und Gelassenheit wie sein Sujet. "Wenn man ihn anschaut, kann man richtig meditieren."

Vor 20 Jahren waren aus Japan ein Gartenmeister und drei Gärtner angereist, um ihr Geschenk in der Stadtmitte kunstvoll anzulegen. Auch in den Jahren danach hätten sie regelmäßig ein Auge auf Büsche, Bäume, Wege und Wasserläufe gehabt, sagt Gollwitzer. Seit 15 Jahren hat der Verein unter der sachkundigen Leitung von Maximilian Ruth die Pflege übernommen - "keine ganz leichte Aufgabe, wenn dort Picknicks abgehalten werden oder Mütter ihre kleinen Kinder in die Büsche steigen lassen, so dass die Zweige abbrechen", sagt Gollwitzer. "Das tut uns in der Seele weh." Andererseits sei die kleine Oase bei den Wolfratshausern eben immer beliebter geworden. Der Erlös aus Menzels Film, den es auch auf CD zu kaufen gibt, soll jedenfalls in die Gartenpflege fließen.

Sigi Menzel: "Das Geschenk aus dem Land der aufgehenden Sonne", Donnerstag, 12. Oktober, 18 Uhr, Kino Wolfratshausen, Bahnhofstraße 11

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