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Wolfratshausen/Icking:Überdacht und beleuchtet

Wolfratshauser Bahnhof bekommt neue Abstellanlage für Räder - auch Icking will von Förderprogramm profitieren

Seit Jahren bemüht sich die Stadt Wolfratshausen darum, die Fahrradabstellanlage am S-Bahnhof zu erneuern und zu erweitern. Nun steht das Projekt kurz vor seiner Realisierung. Wie Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) mitteilt, hat die Stadt Anfang September einen entsprechenden Vorvertrag mit der Bahn unterzeichnet. Diese hatte 2019 die "Bike-and-Ride-Offensive an Bahnhöfen" initiiert, die schnell und unbürokratisch 100 000 zusätzliche Fahrradstellplätze an Bahnhöfen schaffen sollte. Von dem Programm will auch die Nachbarkommune Icking profitieren, um am Ickinger Bahnhof modernere Radlabstellmöglichkeiten und Sammelschließanlagen zu schaffen. Mit dem fast zu 100 Prozent förderfähigen Programm wollen die Deutsche Bundesbahn und das Umweltministerium kleinere Gemeinden unterstützen, die die Anlagen unterhalten müssen, wie Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) kürzlich dem Gemeinderat erklärte.

Die Stadt Wolfratshausen wiederum hatte umgehend ihr Interesse signalisiert, im November gab es eine Abstimmung mit der Bahn hinsichtlich der beanspruchten Fläche und der gewünschten Abstellanlagen. Die Stadt erhielt laut Heilinglechner dann Ende März dieses Jahres die Mitteilung, dass die entsprechende Prüfung mit positivem Ergebnis verlaufen sei, im September kamen die Vertragsentwürfe zur "mietkostenfreien Nutzung von DB-Flächen". Insgesamt sollen am Wolfratshauser Bahnhof nun 534 Abstellplätze für Fahrräder entstehen, alle überdacht und beleuchtet. 348 der vorhandenen Ständer werden ersetzt, 186 neue kommen hinzu. Die Gesamtfinanzierung des Projekts, das etwa 355 000 Euro kosten soll, bezeichnet Heilinglechner als "sehr erfreulich". Die Regierung von Oberbayern habe für die neue Abstellanlage Ende Juli eine Förderung von circa 225 000 Euro zugesichert, hinzu kämen rund 77 000 Euro an Bundesmitteln über den Projektträger. Insgesamt müsse die Stadt demnach letztlich nur 15 Prozent an Eigenmitteln aufbringen (etwa 53 000 Euro). Als Voraussetzung für die Realisierung muss die Stadt laut Mitteilung jedoch noch beim Eisenbahnbundesamt anfragen, ob das Projekt am geplanten Standort einer planungs- und baurechtlichen Genehmigung bedarf.

In Icking ist laut Reithmann die bestehende Anlage veraltet, da an den offenen Fahrradständern, die gern auch mal "Felgenkiller" geschimpft werden, sich der Rahmen nicht praktikabel absperren ließe. "Zudem wünschen sich Pendler dringend, ihre teuren Bikes sicher wegschließen zu können", so die Rathauschefin. Deshalb sei eine kostenpflichtige Sammelschließanlage auf der Fläche des alten Kiosks im Gespräch, auch wenn dafür Parkplätze wegfallen müssten. Bei den Fahrradständern am Bahnsteig Richtung München ist an eine Doppelstockanlage gedacht, diejenigen auf der anderen Seite sollen erneuert werden.

© SZ vom 18.09.2020 / aip/shau

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