Regenerative EnergienWolfratshauser Wärmewende

Wolfratshausen könnte sich an einem Fernwärmenetz beteiligen, dessen Wärme aus dem Geretsrieder Geothermieprojekt kommen soll.
Wolfratshausen könnte sich an einem Fernwärmenetz beteiligen, dessen Wärme aus dem Geretsrieder Geothermieprojekt kommen soll. Manfred Neubauer

Stadtwerke beauftragen Planung für millionenschweres Fernwärmenetz trotz früherer Bedenken.

Von Claudia Koestler, Wolfratshausen

In einer überraschenden Wendung hat der Verwaltungsrat der Stadtwerke Wolfratshausen einstimmig beschlossen, die Planungsleistungen für ein Fernwärmenetz in Auftrag zu geben. Das teilt die Stadt Wolfratshausen in einer Pressemeldung mit. Diese Entscheidung markiert einen Kurswechsel, nachdem das Projekt im Sommer 2024 zunächst auf Eis gelegt worden war.

Die Planungsphase, die mit 50 Prozent vom Bund gefördert wird, soll bis Herbst 2025 ein belastbares Ergebnis zur Wirtschaftlichkeit des Vorhabens liefern. Die Diskussion um den Anschluss an das Geothermie-Projekt in Geretsried hatte die Wolfratshauser Kommunalpolitik monatelang beschäftigt. Ursprünglich war ein Investitionsvolumen von rund 80,8 Millionen Euro für ein 32 Kilometer langes Netz mit 429 Anschlüssen veranschlagt worden. Diese Summe, gepaart mit einer nötigen städtischen Anschubfinanzierung von 16 Millionen Euro, hatte zunächst zu Bedenken geführt.

Thomas Fritz, Leiter der Stadtwerke Wolfratshausen, hatte in einer Sondersitzung des Stadtrats die Komplexität des Projekts dargelegt. Neben den hohen Kosten spielten auch Fragen der Netzabdeckung eine Rolle. Äußere Stadtteile wie Waldram, Weidach und Farchet mit überwiegend Ein- und Zweifamilienhäusern galten als wirtschaftlich schwierig anzuschließen. Die nun beschlossene Planungsphase soll diese offenen Fragen klären. Sie wird als entscheidender Schritt gesehen, um die Chancen der Geothermie für Wolfratshausen zu evaluieren. Das Ergebnis im Herbst 2025 wird die Grundlage für weitere Entscheidungen bilden.

Die Kehrtwende der Stadtwerke dürfte von vielen begrüßt werden. Kritiker hatten zuvor bemängelt, dass Wolfratshausen eine einmalige Chance verpassen könnte.

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