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Wolfratshausen:Erfragter Bewerber

Die CSU hält sich an das Ergebnis ihrer telefonischen Meinungsforschung und macht Peter Plößl ohne Gegenstimme zum Bürgermeisterkandidaten. Die Stadtratsliste führen sieben amtierende Räte an.

Nun ist es offiziell: Peter Plößl ist Bürgermeisterkandidat der Wolfratshauser CSU. Von den 38 Stimmberechtigten kürten 37 den 58-Jährigen bei der Ortshauptversammlung am Dienstag, eine Stimme war ungültig. Er sei emotional stark bewegt, sagte Plößl nach seiner Wahl. "Für mich ist das ein grandioser Rückenwind." Neben Plößl wurden an diesem Abend weitere 23 Kandidaten für den Stadtrat aufgestellt.

Peter Plößl ist seit 2008 Zweiter Bürgermeister, im kommenden Jahr möchte er für die CSU Erster werden. Parteiintern hat er sich als Kandidat gegen seinen Rivalen Richard Kugler erst nach einer Meinungsumfrage durchgesetzt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Vor den Wahlgängen richtete Ortsvorsitzender Manfred Fleischer das Wort an die Versammlung. Die CSU wolle näher am Bürger sein und habe in den vergangenen Jahren fraktionsübergreifend eine gute Arbeit im Stadtrat geleistet. Noch sei man nicht am Ziel: Für die Partei säßen nur neun Stadträte von insgesamt 24 im Rathaus, sagte Fleischer. Das sei ausbaufähig. Vor allem wolle man im kommenden Jahr den Ersten Bürgermeister stellen. Einstimmig seien sich die Stadtratsfraktion und der Ortsvorstand gewesen, Peter Plößl vorzuschlagen. Denn der 58-Jährige sei ein hervorragender Kandidat.

Auf die Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts, das im Auftrag der CSU herausfinden sollte, ob Plößl oder Richard Kugler besser bei den Wählern ankäme, ging Fleischer nicht mehr ein. Plößl hatte sich damals gegen diese Art der Kandidatenfindung ausgesprochen, sich dennoch dem Votum gestellt - und war daraus als Gewinner hervorgegangen. "Ich freue mich sehr, dass du bereit stehst", sagte Fleischer. Plößl habe das, was man für das Amt brauche: "Sachkompetenz, Erfahrung - und er erreicht das Herz von Jung und Alt."

Für ihn sei es ein ganz besonderer Tag, begann Plößl seine Präsentation. Durch das überzeugende Votum gehe er gestärkt in die Abstimmung. Für ihn müsse ein Bürgermeister mehr können, als allein Verwaltungsaufgaben zu meistern. Er müsse motivieren und ausgleichen, er trage Verantwortung, brauche Führungskompetenz und Durchsetzungsvermögen. Er müsse zuhören können und selbstbewusst nach außen auftreten, er brauche Ideen, müsse mit Tatkraft entscheiden.

Am wichtigsten sei: Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Alles Eigenschaften, die Plößl nach eigenem Bekunden besitzt. Als Bürgermeister wolle er die Wolfratshauser bei Entscheidungen einbeziehen, er werde die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Stadtratsfraktionen fortführen und auf eine gute Nachbarschaft achten, "ohne die Interessen Wolfratshausens aus den Augen zu verlieren". Als langjähriger Stadtrat und Zweiter Bürgermeister habe er das nötige Rüstzeug erworben, sagte Plößl.

Gemeinsam mit den Stadtratskandidaten will er das Wahlprogramm erarbeiten. Jeder Kandidat solle sich darin wiederfinden, sagte Plößl. Die Klausur findet am 14. Dezember in Wolfratshausen statt. Zudem kündigte Plößl an, mit seinen Mitstreitern auf Tour durch die Loisachstadt zu gehen - nämlich im Stadtbus, den er noch attraktiver machen wolle.