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Wolfratshausen:Der Markt bleibt im Markt

Die Verlegung vom Loisachhallen-Parkplatz hat sich nach Überzeugung des Wolfratshauser Stadtrats-Hauptausschusses bewährt. Kleine Änderungen sind ins Auge gefasst

Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) hat in den vergangenen Monaten mehrmals bekräftigt, dass er an der umstrittenen Verlegung des freitäglichen Grünen Markts vom Loisachhallen-Parkplatz in die Marktstraße auf jeden Fall festhalten werde. Jetzt hat er dafür auch die Zustimmung des städtischen Hauptausschusses. Der nahm am Dienstagabend den Erfahrungsbericht über den bisher sechsmonatigen Probebetrieb mit Wohlwollen und einigen kleineren Verbesserungsvorschlägen zur Kenntnis. Ohne Gegenstimme empfahl er, den Markt im Markt zur Dauereinrichtung zu machen. Die letzte Entscheidung trifft der Stadtrat kommende Woche.

Das Verlegen des Wochenmarkts in die Marktstraße war eine Wahlkampfankündigung Heilinglechners, die noch sein Vorgänger und Parteifreund Helmut Forster praktisch zu seinem Amtsantritt im Mai in die Tat hatte umsetzen lassen. Die beiden erklärten Ziele seien erreicht, sagte Heilinglechner nun nach sechs Monaten: Zum einen belebe der Grüne Markt am Freitagvormittag zumindest den Untermarkt, und zum anderen blockierten die Buden am Parkplatz vor der Loisachhalle seither keine Stellplätze mehr, die man gerade am Freitag besonders dringend brauche. Inzwischen hätten sich auch anfängliche Probleme lösen lassen, sagte der Bürgermeister. So stünden die Buden nun lockerer und auch in der Breite weiter voneinander entfernt, so dass Kunden gut zu den Geschäften kommen könnten und der Markt notfalls problemlos für Rettungsfahrzeuge passierbar sei. Der Umsatz der Fieranten habe sich ebenso gesteigert wie das Warenangebot für die Kunden durch zusätzliche Standbetreiber. Für weitere willige Fieranten muss die Stadt im Gegensatz zu früher inzwischen eine Warteliste führen, wie Amtsleiter Franz Gehring ergänzte.

Der Grüne Markt ist nach Überzeugung der Stadträte in der Altstadt am richtigen Platz. Eine Lösung für den ausgesperrten Stadtbus wird gesucht.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Auf die anfangs heftige, inzwischen aber weitgehend verstummte Kritik einiger Gewerbetreibender und Anwohner aus der Marktstraße ging der Bürgermeister nur kurz ein. Inzwischen habe sich in vielen Gesprächen herausgestellt, dass es gar nicht zu Umsatzeinbußen gekommen sei, sondern sich das Geschäft lediglich vom Freitagvormittag auf andere Tage und Zeiten verlagert habe. Forster fügte an, dass der Grüne Markt "in der Altstadt am richtigen Platz" sei. Viele Altstadt-Kaufleute hätten ihm versichert, dass die Klagen über Umsatzeinbrüche so nie geäußert worden oder jedenfalls nicht zur Veröffentlichung gedacht gewesen seien, sagte Forster mit Blick auf den Wolfratshauser Heinz Wensauer, der den damaligen Protest organisiert hatte und nun als einziger Zuhörer auf der Tribüne saß.

Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich mit dem verlegten Markt zufrieden, auch wenn Annette Heinloth (Grüne) laut überlegte, ob er eines Tages nicht am umgestalteten Loisachufer oder am Marienplatz besser aufgehoben sein könnte. Außerdem bedauerte sie, dass die Bilanz aller Beteiligten nicht per Fragebogen erhoben worden ist. Sie und Manfred Menke (SPD) schlossen sich kleineren Kritikpunkten von Manfred Fleischer (CSU) an. Demnach sollte der Verkauf am Wochenmarkt schon um 12.30 Uhr enden, damit pünktlich abgebaut werden und die Durchfahrt um 13 Uhr wieder freigegeben werden kann. Außerdem sollten Zufahrtsberechtigungen für Handwerker geprüft, Park-Lizenzen für Pflegedienste erteilt und eine Lösung für den ausgesperrten Stadtbus gefunden werden. Zugunsten des Busses die Buden einseitig und in längerer Reihe zu platzieren, wie Alfred Fraas (CSU) vorschlug, sei mit den Straßenverkehrsbehörden nicht zu machen, entgegnete der Bürgermeister.