Pflege im AlterErster Schritt zu Demenzzentrum

Lesezeit: 1 Min.

Ihr neues Demenzzentrum will die Arbeiterwohlfahrt im Stadtteil Weidach errichten.
Ihr neues Demenzzentrum will die Arbeiterwohlfahrt im Stadtteil Weidach errichten. Privat/oh

Für das Bauvorhaben der AWO im Stadtteil Weidach ändert der Wolfratshauser Stadtrat den Flächennutzungsplan. Das Grundstück wird für Wohnzwecke geöffnet.

Von Benjamin Engel, Wolfratshausen

Damit die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ihr neues Demenzzentrum im Stadtteil Weidach in Wolfratshausen realisieren kann, muss der Flächennutzungsplan geändert werden, sonst kann kein Bebauungsplanverfahren folgen. Diesem Schritt stimmte der Stadtrat am Dienstagabend mit großer Mehrheit zu.

Das etwa 15000 Quadratmeter große Grundstück in Weidach ist in Privatbesitz. Der Flächennutzungsplan wies das Areal bislang als ökologische Entwicklungsfläche, beziehungsweise als Fläche für besondere landwirtschaftliche Maßnahmen aus. Nun öffnete der Stadtrat das Grundstück mit 17 zu einer Gegenstimme für Wohnzwecke und machte damit den Weg für das Bebauungsplanverfahren frei.

Die AWO muss ihr bisheriges Haus am Paradiesweg aufgeben, weil es nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entspricht, die für eine Einrichtung der Seniorenpflege gelten. Ein erster Alternativstandort auf einem städtischen Grundstück am Gewerbepark an der Loisach erwies sich aus Immissionsschutzgründen als ungeeignet.

Das Privatgrundstück in Weidach grenzt im Süden an die Wohnbebauung des Gipsenwegs an. Östlich wird das Areal vom S-Bahn-Gleis, im Westen durch die Loisach abgegrenzt. Die AWO will einen dreistöckigen Komplex mit 90 Pflegeplätzen für Bewohner, Mehrzweckräumen, Café und eingezäunter Freifläche errichten. Im Süden des Grundstücks soll ein weiterer Bebauungsplan den Eigentümern eine Wohnbebauung ermöglichen.

Für Stadtrat Fleischer stand das Verfahren „auf dem Kopf“

Von einem Verfahren, das für ihn auf dem Kopf stehe, sprach Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste). Als einziges Stadtratsmitglied stimmte er dagegen, den Flächennutzungsplan zu ändern. Möglicherweise könnte zwar in den neu gebauten Wohnungen Mitarbeiter des Demenzzentrums unterkommen, so Fleischer. „Das wäre durchaus sinnvoll und stichhaltig. Nur haben wir keinen Einfluss darauf.“

Wenn die privaten Eigentümer an den Meistbietenden verkaufen wollten, könne die Stadt das nicht verhindern. Zudem steige damit die Einwohnerzahl der Stadt, sagte Fleischer. Einrichtungen wie jene für Kinderbetreuung müssten mitwachsen, wofür die Stadt sehr viel Geld brauche.

Laut Fleischer sei es originäre Aufgabe der Kommune, die grundlegende Entwicklung mit dem Flächennutzungsplan zu steuern. In diesem Fall störe ihn, dass der Stadt praktisch ein Stöckchen hingehalten werde, über das sie springen müsse. Ihr Planungsrecht werde übergangen.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Gesundheit und Aktivität im Alter
:„Ich weiß jetzt, dass ich nicht die Einzige bin“

Auf der Wolfratshauser Seniorenmesse dreht sich vieles um Hilfsangebote für Ältere, aber auch darum, möglichst lange fit zu bleiben. Die Besucher lernen, wie wichtig Vernetzung ist.

Von Benjamin Engel

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: