Workshop und Konzerte Lässig in den Herbst grooven

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Kai Strauss gibt in Wolfratshausen einen Einblick in die Blues-Trick-Kiste.
Kai Strauss gibt in Wolfratshausen einen Einblick in die Blues-Trick-Kiste. Manfred Pollert/oh

Die Stadt Wolfratshausen hat zu ihrem „1. Blues-Festival“ Größen wie Henrik Freischlader und Kai Strauss, aber auch junge Blues-Musiker eingeladen und belebt einen altbekannten Veranstaltungsort.

Von Paul Schäufele, Wolfratshausen

Langsam aber sicher lassen die Bäume die Blätter, ein müder Wind bewegt sie zittrig über den kalten Boden. Jedes Jahr dasselbe: Der Herbst hat seinen Charme, kann aber auch deprimieren. Damit dieses Jahr doch nicht ist wie jedes andere, hat sich die Stadt Wolfratshausen etwas ausgedacht. Als Rezept gegen den Herbst-Blues – so das leicht verkalauerte Motto – holt man sich den musikalischen Blues in die Hütte. Am Freitag, 8. November, und Samstag, 9. November, sorgt das „1. Blues-Festival – presented by Weber Schraubautomaten GmbH“ mit einem hochkarätigen Programm für Gemütsaufhellung.

So steht mit Krissy Matthews ein Musiker auf der Bühne, der schon als 15-Jähriger vom legendären Blues-Musiker B. B. King gefördert wurde. Mit seiner Band wird der britisch-norwegische Gitarrist und Sänger das Festival eröffnen (von 19.30 Uhr an). Das heißt, dass der 32-Jährige noch nicht mal der Main Act des ersten Festivaltags ist. Dafür hat man sich mit Henrik Freischlader eine veritable Koryphäe eingeladen. Der vielfach ausgezeichnete Musiker tritt mit seinem Quartett an und wird von 21.30 Uhr an Klassiker und neue Songs im charakteristischen Blues-Rock-Sound präsentieren – eine Verbindung, die auf die großen Vorbilder wie Jimi Hendrix und Led Zeppelin zurückgeht, bei Freischlader aber neues Leben eingehaucht bekommt.

Dafür reisen die Gäste auch von weiter her an. „Es kommen Leute aus Gegenden, die ich nicht erwartet hatte“, sagt Andreas Kutter, der fürs Kulturmanagement der Stadt Wolfratshausen zuständig ist und das Festival organisiert. „Es hat schon vor einer Weile ein Mann aus Stuttgart bei mir angerufen und mich nach Karten gefragt, weil er den Campingplatz buchen musste. Das freut einen doch.“

"Tscheky & the Blues Kings" vertreiben am zweiten Festivalabend graue Gedanken.
"Tscheky & the Blues Kings" vertreiben am zweiten Festivalabend graue Gedanken. Dieter Huber/oh
Zuvor präsentieren sich die "Vollmer Brothers" aus Geretsried.
Zuvor präsentieren sich die "Vollmer Brothers" aus Geretsried. Privat/oh

Am zweiten Festivaltag, Samstag, 9. November, geht es weiter mit dem Reigen der Blues-Granden. Kai Strauss hat sich in den Jahren seiner Karriere einen Ruf erspielt, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus strahlt. Besonders schön, dass er seine Kenntnisse im Bereich der Blues-Gitarre in einem Workshop weitergeben möchte. „Er gibt Einblick in die Blues-Trick-Kiste“, erklärt Kutter. „Wie sagt er immer selbst? Besser als jedes Youtube-Tutorial.“ Von 16 Uhr an wird Strauss interessierten (Hobby-)Gitarristen Tricks und Kniffe zeigen, ehe er selbst von 21.30 Uhr an als Frontmann der Formation Kai Strauss & The Electric Blues All-Stars aufspielt. Doch auch dazwischen dürfte es nicht langweilig werden: Von 18 Uhr an spielen mit den Geretsrieder Vollmer Brothers drei junge, aufstrebende Musiker aus der Region. Um 19.30 Uhr werden sie abgelöst von der ebenso jungen, wilden Band Tscheky & The Blues Kings.

Die Bühne ist nur 40 Zentimeter hoch

Alle Konzerte finden im Keller der ehemaligen Diskothek „Turm“ statt, mit knapp zweihundert Stehplätzen und der besonderen Club-Atmosphäre geradezu ideal. „Es ist ein bisschen düsterer, im positiven Sinne. Und die Bühne ist gerade 40 Zentimeter hoch, man ist direkt am Künstler“, sagt Kutter, der selbst Jazz- und Blues-Fan ist. Deshalb kennt er auch die Vorurteile, die manche Menschen vor allem Jazz gegenüber haben: „Viele haben bei Jazz die Angst, dass das zu verrückt wird – die muss man bei Blues nicht haben, der ist einfach cool und lässig.“ Beste Voraussetzungen also, triste Stimmung mit guter Musik zu vertreiben.

1. Blues-Festival Wolfratshausen im Keller der ehemaligen Disco „Turm“, Hans-Urmiller-Ring 54, Tageskarten zu je 33 Euro, Festivalticket zu 59 Euro, Karten unter www.muenchenticket.de oder bei der Tourist-Information Wolfratshausen. Anmeldung zum Workshop nur an kultur@wolfratshausen.de, die Workshop-Gebühr beträgt 25 Euro.

 

 

 

 

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