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Kriminalität:Wolfratshauser Messerstecher weiter auf der Flucht

Rund um den sonst so beschaulichen Badweiher war am Mittwoch Polizeigroßeinsatz: Dort soll ein Unbekannter einen Jugendlichen niedergestochen und schwer verletzt haben.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Nachdem ein schwerverletzter Jugendlicher aufgefunden worden ist, sucht die Polizei weiter nach dem Täter. Die Einsatzgruppe "Badweiher" ermittelt.

Von Felicitas Amler und Claudia Koestler

Noch bis zum Donnerstagabend war der Tatverdächtige der Wolfratshauser Messerattacke, bei der am Mittwoch ein Jugendlicher in der Badstraße niedergestochen worden ist, nicht gefasst. Wie die Polizei berichtet, laufen die Ermittlungen jedoch auf Hochtouren, um den Flüchtigen zu finden. Das Opfer, ein Jugendlicher, war am Mittwochmittag mit schweren Stichverletzungen im Brustbereich in der Nähe des Badweihers gefunden worden, der mutmaßliche Täter ist laut Zeugenaussagen zu Fuß geflüchtet. Was folgte, war ein Großeinsatz der Polizei, der bislang allerdings vergeblich blieb. Über den Hintergrund der Tat ist bisher nichts bekannt. Die Beamten gehen nichtsdestoweniger weiterhin nicht davon aus, dass der Täter eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle.

Das Opfer ist nach Angaben von Polizeisprecherin Carolin Englert noch am Mittwoch in einem Klinikum operiert worden. Der Jugendliche sei "wirklich sehr, sehr schwer verletzt" gewesen, inzwischen sei er aber außer Lebensgefahr.

Laut Zeugenbeschreibung war der mutmaßliche Täter als mit einer dunklen Jacke bekleidet und von etwa 1,80 Meter groß. Obwohl stundenlang ein Hubschrauber über der Innenstadt kreiste und zivile und uniformierte Beamte, die teils aus überregionalen Dienststellen nach Wolfratshausen beordert wurden, den näheren und weiteren Bereich genau unter die Lupe nahmen, gelang ihm die Flucht. Taucher der Feuerwehr suchten zudem den Badweiher nach der Tatwaffe oder tatrelevanten Gegenständen ab.

Die Menschen in der Wolfratshauser Innenstadt wurden von der Suche nach dem Täter stundenlang in Atem gehalten. Am frühen Nachmittag hatten Blaulichter und Martinshörner sie aufgeschreckt, kurz darauf kam das lautstarke Knattern eines tieffliegenden Hubschraubers dazu. Passanten in der Marktstraße und am Loisachufer blieben wegen des Lärms stehen, um zu verfolgen, wie der blau-weiße Helikopter mit großer Wärmebildkamera langsam, lange und immer wieder über dem Bergwald, der Marktstraße, der Andreasbrücke und dem Fluss kreiste. Viele zückten ihre Smartphones, um möglichst schnell zu erfahren, worum es bei dem Großeinsatz ging. "Es kann sich ja nur um ein Verbrechen handeln, wenn die Polizei so einen Aufwand betreibt", war sich eine ältere Frau auf dem Sebastiani-Steg sicher, die gerade vom Einkaufen kam Nachdem der Hubschrauber nach mehr als einer halben Stunde immer noch suchte, wirkten nicht wenige der Passanten, als hätten sie es eiliger als normal, ins Auto und nach Hause zu kommen.

Bis in die Nacht zum Donnerstag hinein blieben Polizisten an strategischen Punkten der Stadt postiert. Inzwischen hat die Kriminalpolizei Weilheim die Gruppe "Badweiher" gegründet, die die Ermittlungen nun weiterführt.

© SZ.de/fam/cjk/mmo
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