Wolfratshausen Abriss gestoppt

Unvollendet: Die Ruine des ehemaligen Isar-Kaufhauses bleibt vorerst stehen.

(Foto: Claudia Koestler)

Das Landratsamt lässt die Bauarbeiten am Isar-Kaufhaus in Wolfratshausen einstellen.

Von Konstantin Kaip

Es dauerte lange, bis die Abbrucharbeiten des ehemaligen Isar-Kaufhauses in Wolfratshausen begannen, dann ging es schnell voran. Erst musste das sogenannte Seifensiederhäuschen dran glauben, dann das Dach des Gebäudes daneben. Seit einigen Tagen aber ruht die Baustelle wieder. Das Landratsamt hat einen Stopp der Abbrucharbeiten verordnet. Das teilt Behördensprecherin Sabine Schmid auf Anfrage mit. Grund ist die Standsicherheit der gemeinsamen Wand zum direkt anschließenden Nachbargebäude am Untermarkt 5, die mit weiteren Abrissmaßnahmen einsturzgefährdet wäre.

Um die Sicherheit der sogenannten Kommunwand zum südlichen Nachbargebäude zu überprüfen, sei eine Baukontrolle durchgeführt worden, heißt es vom Landratsamt. Dabei sollte auch der Stand der Abbrucharbeiten herausgefunden und mit den Freigaben abgeglichen werden. Im Ergebnis sei festgestellt worden, "dass sämtliche vom Prüfingenieur bisher freigegebenen Gebäudeteile bereits abgebrochen waren", erklärt Schmid. Die Abbruchfirma sei damit beschäftigt gewesen, den Bauschutt zusammenzufahren und abzutransportieren. "Durch den Baukontrolleur wurde eine Baueinstellung verhängt, um zu verhindern, dass ab diesem Zeitpunkt weitere Abbruchmaßnahmen durchgeführt werden, die die Standsicherheit des Nachbargebäudes beeinträchtigen können." Der Abriss dürfe erst nach Freigabe durch den Prüfingenieur weitergeführt werden.

"Die Nachbarn verschließen sich bis jetzt jeder sinnvollen Lösung", sagt dazu Frank Maiberger, Projektleiter der Scherbaum-Gruppe, die das Gebäude für einen Neubau abreißen lässt. Deshalb werde man nun wohl auf ein alternatives Konzept für den Abriss zurückgreifen müssen, das seit Längerem in der Schublade liege und auch schon mit dem Statiker vorbesprochen sei. Im Wesentlichen gehe es darum, das Nachbarhaus von außen zu stützen statt von innen. So müsse etwa der Balkon, der durch den Abriss in Mitleidenschaft gezogen wird, von außen gestützt werden. "Das braucht erheblich mehr Zeit und erheblich mehr Aufwand", sagt Maiberger. Seit Monaten suche man Gespräche mit dem Eigentümer des Nachbarhauses - ohne Erfolg. Den Abriss habe man mit teilweiser Freigabe angefangen. "Wir dachten, wir finden bis dahin eine Einigung." Wann es weitergeht, kann Maiberger derzeit nicht sagen.