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Wolfratshausen:7728 Euro für das Badehaus

Landesstiftung für Denkmalschutz unterstützt Erinnerungsort

Die Bayerische Landesstiftung stellt für Denkmalschutz-Projekte im Oberland mehr als 103 000 Euro zur Verfügung. Davon profitiert im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald: Er erhält einen Zuschuss von 7728 Euro, mit dem die Renovierung und Erweiterung der Dauerausstellung am Erinnerungsort unterstützt wird. Das teilen sowohl der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber als auch der FW-Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende Florian Streibl mit.

Wie der Stimmkreisabgeordnete Bachhuber berichtet, "entspricht diese Summe exakt dem beantragten Zuschuss". Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich ihm zufolge auf 85 875 Euro, wobei der Verein Eigenmittel in Höhe von 25 000 Euro beisteuere.

Bereits im Februar hatten die Landtagsfraktionen von CSU und Freien Wählern aus ihren Fraktionsreserven 100 000 Euro für das Badehaus am Kolpingplatz im Wolfratshauser Ortsteil Waldram bereit gestellt, um an dem Erinnerungsort die Vermittlungsarbeit, die notwendigen Recherche- und Archivarbeiten, die Digitalisierung der Materialien und die Anbindung an die schulische Bildungsarbeit zu stärken. "Diese Einrichtung ist bundesweit einzigartig", sagt Bachhuber. Schließlich werde dort des Schicksals von gleich drei vom Nationalsozialismus und den unmittelbaren Folgen des Zweiten Weltkriegs besonders betroffenen Personengruppen gedacht: den aus ganz Europa für den Einsatz in der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie verschleppten Zwangsarbeitern, den "Displaced Persons" jüdischen Glaubens, die den Holocaust überlebt und im Föhrenwald eine erste Heimstatt gefunden hatten, sowie den Heimatvertriebenen aus Ost- und Südosteuropa, die sich in dem dann Waldram genannten Ortsteil seit Mitte der 1950er-Jahre angesiedelt haben. "Dieser Ort bietet eine Symbiose der Schicksale der Menschen und der Wechselfälle unserer Geschichte", betont Bachhuber.

Auch der Stimmkreisabgeordnete Streibl zeigt sich sehr zufrieden mit den Beschlüssen des Stiftungsrats der Bayerischen Landesstiftung, der die umfangreichen Mittel für Denkmalschutzprojekte bereitstellt. "Ich danke allen Beteiligten der Bayerischen Landesstiftung, nun wieder viele Mittel für die Sanierung von denkmalschutzwürdigen Projekten im Oberland zur Verfügung gestellt zu haben." Vor allem die Tatsache, dass viele Privatleute unterstützt werden, zeige, dass der Freistaat das Engagement der Bürgerinnen und Bürger wertschätze. "Nur so lässt sich der Reichtum an Denkmälern, die ein Spiegelbild unserer reichen Geschichte sind, dauerhaft erhalten", schließt Streibl.

© SZ vom 11.05.2021 / cjk
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