Aus der Bürgerversammlung SchäftlarnWohnungsnot nimmt zu

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Bürgermeister Christian Fürst informiert über Zahlen, Fakten und Planungen.
Bürgermeister Christian Fürst informiert über Zahlen, Fakten und Planungen. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Bürgermeister Christian Fürst berichtet von steigender Nachfrage nach Gemeindewohnungen. Schulerweiterung belastet Haushalt mit zehn bis zwölf Millionen Euro.

Von Veronika Ellecosta, Schäftlarn

Das altbekannte Vorhaben, eine Umgehungsstraße nördlich von Hohenschäftlarn zu bauen, hat sich am Mittwoch in der Bürgerversammlung niedergeschlagen - ohne Fortschritte zum Vorjahr. Für den Bau seien artenschutzrechtliche Untersuchungen entlang der Trasse nötig, sagte Bürgermeister Christian Fürst (CSU) vor den etwa 60 Anwesenden; allerdings verböten zehn der 15 Eigentümer, dass ihre Grundstücke dafür betreten werden. Er könne nur von Stillstand berichten, so Fürst.

An der Versammlung nahm auch der Münchner Landrat Christoph Göbel (CSU) teil, der auf die "attraktiven" Preise des gesamten Landkreises hinwies. Jörg Greiner, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Grünwald, hatte Erfreuliches zu vermelden: Die Kriminalität ist in Schäftlarn im vergangenen Jahr gesunken. So gab es weniger Verkehrsunfälle und Diebstähle bei einer leichten Zunahme von Trickbetrug. "Die Ausgangsbeschränkungen galten eben auch für Kriminelle", sagte Greiner.

Wohnen und Finanzen

Der Zuwanderungsdruck in der Region München und Umland sei nach wie vor hoch, sagte der Bürgermeister, die Baulandpreise und Mieten stiegen weiterhin. Die Vormerkliste für Gemeindewohnungen sei ebenfalls länger geworden; alle 45 Einheiten seien vermietet. Demgegenüber hat die Gemeinde die Zahl der neuen Wohnungen um lediglich 19 erhöht. Um weitere Gemeindewohnungen bereitzustellen, hat sie in diesem Jahr das alte Gebäude an der Auenstraße abgerissen und wird dort in den nächsten Monaten einen Neubau errichten. Die Kosten belaufen sich auf 2,9 Millionen Euro.

Für die anstehende Erweiterung der Grundschule Schäftlarn belaufen sich die Kosten Fürst zufolge auf zehn bis zwölf Millionen Euro. "Das wird den Haushalt belasten", sagte er. Bei den Ausgaben schlägt die Kreisumlage, also die Abgabe an den Landkreis, mit 3,6 Millionen Euro zu Buche. Der Kreisumlagesatz liegt derzeit bei 48 Prozent, als Grundlage für die Berechnung gilt das Vorvorjahr. Die Gemeinde hoffe, dass der Umlagesatz nicht erhöht werde, damit anstehende Projekte realisiert werden könnten.

Unterstützung für Geflüchtete

Zur Unterbringung ukrainischer Kriegsflüchtlinge mietete die Gemeinde den alten Pfarrhof an der Starnberger Straße an. Christian Fürst hob vor allem das ehrenamtliche Engagement der Osteuropahilfe und der Bürger und Bürgerinnen hervor, die von Deutschkursen bis zur privaten Unterbringung Großes geleistet hätten. Landrat Göbel berichtete, dass der Landkreis im Winter mit mehr Geflüchteten aus der Ukraine rechne, weil durch russische Angriffe auf die zivile Versorgungsstruktur in der Ukraine ganze Viertel unbewohnbar würden. Der Krieg verursache außerdem Engpässe in der Lebensmittelversorgung einiger afrikanischer Länder, gleichzeitig flöhen Menschen aus aktuellen Krisenherden wie Iran oder Afghanistan. Leider hätten viele Geflüchtete aus dem Jahr 2015 bisher kaum bezahlbaren Wohnraum im Landkreis gefunden.

Klimaschutz

Der Gemeinderat hatte 2021 beschlossen, bei der Straßenbeleuchtung auf Leuchtdioden (LED) umzurüsten. Die Förderung vom Bund werde allerdings wegen Überlastung auf sich warten lassen, sagte Fürst. Sind die LED -Lampen einmal da, liege die Stromersparnis bei 70 Prozent. Eine Bürgerin bemängelte die schlechte Beleuchtung, was vor allem sehbehinderten und älteren Menschen den Weg erschwere. Fürst kündigte an, dass mit den LED-Lampen die Straßen in Zukunft auch besser ausgeleuchtet würden.

Ein weiteres Thema im vergangenen Jahr war der Beitritt der Gemeinde zur Arbeitsgemeinschaft (Arge) Windkraft Forstenrieder Park der Gemeinden Pullach, Neuried und Baierbrunn. Die Arge plant den Bau von sechs Windrädern im Forstenrieder Park entlang der Autobahn A95. Finanziert werden soll das Vorhaben über die Kommunen und über Bürgerbeteiligungen. Bis Ende des Jahres laufen noch naturschutzfachliche Untersuchungen, mit einer Genehmigung ist 2024 zu rechnen. Bis dahin sollen öffentliche Veranstaltungen zum Thema Beteiligungsmöglichkeiten folgen. Fürst betonte, dass er das Projekt als wichtigen Beitrag der Gemeinde zur Energiewende betrachte.

Diskussion

Die Diskussionen in der Fragerunden betrafen vor allem kleinere Themen wie den Abtransport von Gartenabfällen, den die Gemeinde nicht mehr stellt, und das Überleben der Nahversorger. Katja Rieger aus Ebenhausen brachte die Frage auf, wann der Rodelweg, der sich größtenteils im Klosterbesitz befindet, wieder benutzbar sei. Hagel und Starkregen hatten ihn stark beschädigt. Die Gemeinde und das Kloster würden den Weg im nächsten Jahr gemeinsam reparieren, versicherte Fürst.

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