Auszeichnung in der Loisachhalle:Anerkennung für einen Weltmarktführer

Auszeichnung in der Loisachhalle: Ausgezeichnet: Claus Peter Scheucher, Christian Weber, Brigitta Weber, Karl Bujnowski, Karl-Heinz Weber, Marianne Weber, Klaus Heilinglechner und Felix Kleinert (von links).

Ausgezeichnet: Claus Peter Scheucher, Christian Weber, Brigitta Weber, Karl Bujnowski, Karl-Heinz Weber, Marianne Weber, Klaus Heilinglechner und Felix Kleinert (von links).

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die Weber Schraubautomaten GmbH erhält den Wirtschaftspreis der Stadt Wolfratshausen.

Von Konstantin Kaip, Wolfratshausen

Die Stadt Wolfratshausen beherbergt mit der Weber Schraubautomaten GmbH seit vielen Jahren einen Weltmarktführer. Dass das nicht unbedingt viele Leute auf der Straße wissen, liegt wohl daran, dass Schraubautomaten nur erwirbt, wer Prozesse in der Fertigung, etwa von Autos oder Haushaltsgeräten, optimieren will. In seinem Segment aber hat das Unternehmen mit Stammsitz in Wolfratshausen, Töchtern in Nordamerika und Asien und Vertretungen auf allen fünf Kontinenten großen Erfolg. Laut Weber-Broschüre erwirtschaften die 450 Mitarbeitenden weltweit mehr als 95 Millionen Euro Umsatz. Nun ist das Familienunternehmen auch von seiner Heimatkommune gewürdigt worden: Am Mittwochabend erhielt Weber Schraubautomaten den Wirtschaftspreis der Stadt Wolfratshausen.

Bei der Verleihung in der Loisachhalle machte Bürgermeister Klaus Heilinglechner schnell klar, dass die Wahl des inzwischen vierten Preisträgers, die der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung getroffen hatte, die richtige war: Der Wirtschaftspreis werde seit 2011 "für herausragende unternehmerische Aktivitäten verliehen", zitierte er aus den Richtlinien. "Es ist herausragend, wie die Firma in den letzten Jahren kontinuierlich und beispielhaft in den Standort investiert hat." Heilinglechner wertete nicht nur die moderne Fertigungshalle samt Bürogebäude, die auf dem knapp 13 000 Quadratmeter großen Stammsitz am Hans-Urmiller-Ring entstanden sind, als klares Bekenntnis zu Wolfratshausen. Sondern auch, dass Weber Verantwortung für das soziale und kulturelle Zusammenleben übernehme. Er würdigte das Unternehmen nicht nur als "einen der größten Steuerzahler unserer Stadt", sondern auch als Hauptsponsor des Fluss-Festivals und Geldgeber bei zahlreichen anderen Projekten wie aktuell der Sanierung des Pausenhofs in Weidach.

Auszeichnung in der Loisachhalle: Maschinen für die Welt: Blick in die Produktionshallen von Weber Schraubautomaten am Hans-Urmiller-Ring.

Maschinen für die Welt: Blick in die Produktionshallen von Weber Schraubautomaten am Hans-Urmiller-Ring.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

In seiner Laudatio erinnerte Felix Kleinert, seit zwölf Jahren Mitglied im Beirat der GmbH und selbst erfolgreicher Unternehmer, an die Gründung 1956 durch Karl Weber. Dass die Firma 67 Jahre später "das führende Unternehmen seiner weltweiten Branche" sei, liege auch an den richtigen Entscheidungen, die in jeder der bislang drei Generationen getroffen worden seien. Man habe alle bisherigen Krisen überstanden und "dazugelernt, sich weiterentwickelt", jede Generation habe sich um das Unternehmen gekümmert wie um ein Kind, das sich gesund entwickeln soll. Zudem hätten die Unternehmer, von denen Karlheinz Weber für die zweite und Christian Weber für die dritte Generation im Publikum saßen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum "Teil der Familie" gemacht.

Weber sei ein Familienunternehmen im besten Sinne, sagte Kleinert: Im Gegensatz zu Großkonzernen investiere es in Menschen, in Produkte und Innovationen, in eigene Gebäude und Produktion und orientiere sich langfristig. In Wolfratshausen sei eine moderne "State-of-the-art-factory" entstanden, sagte er über die Fertigungshalle. Und im Bürogebäude gebe es, was nicht alle wüssten, auch eine Kapelle. Das verrate viel, denn das Unternehmen gebe seinen Mitarbeitern eben auch Raum für Spirituelles. Kleinert betonte vor allem die Leistung des Geschäftsführers Karl Ernst Bujnowski, der die Unternehmensgruppe seit zehn Jahren führe und nicht nur durch schwere Zeiten gebracht, sondern auch zum "klaren Weltmarktführer gemacht" habe. "Wenn ein Kunde bereit ist, für ein Produkt Geld zu zahlen, dann ist das das höchste Lob, das man als Unternehmen bekommen kann."

Auszeichnung in der Loisachhalle: "Erfüllt mit tiefer Dankbarkeit und Stolz": Geschäftsführer Karl Bujnowski nimmt die Auszeichnung von Bürgermeister Klaus Heilinglechner entgegen.

"Erfüllt mit tiefer Dankbarkeit und Stolz": Geschäftsführer Karl Bujnowski nimmt die Auszeichnung von Bürgermeister Klaus Heilinglechner entgegen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Bujnowski nahm schließlich die Auszeichnung sichtlich gerührt von Bürgermeister Heilinglechner entgegen. Er sei "erfüllt mit tiefer Dankbarkeit und Stolz", den Wirtschaftspreis der Stadt "für unsere gesamte Gemeinschaft und für jeden einzelnen, der unseren Weg begleitet hat", entgegennehmen zu dürfen, sagte der CEO. "Heute ist ein Tag, den wir als Familie und Team mit Demut und Freude feiern." Die Mitarbeiter bei Weber zeichne ein "stets konstanter und unerschütterlicher Glaube an unsere Vision aus", sagte Bujnowski. "Seit 1956 stellen wir mit großer Leidenschaft und Hingabe Schraubautomaten her." Diese seien nicht nur Werkzeuge, sondern "Treiber der Automation", erklärte er. "Jede Maschine, die unser Werk verlässt, trägt die Handschrift des Teamgeistes und der Sorgfalt, die in sie gelegt wurde."

Die Stadt habe das Unternehmen seit seiner Gründung immer unterstützt, betonte Bujnowski. Kulturelles und soziales Engagement sei für Weber daher "eine Herzensangelegenheit". Der Wirtschaftspreis 2023 sei nicht nur "Anerkennung für unsere Arbeit, sondern auch eine Verpflichtung für die Zukunft, weiterhin das Beste für die Menschen zu geben".

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