Wirtschaft im Oberland:Bewerber-Parade in Penzberg

Stadt muss entscheiden, welche Betriebe sich im Nonnenwald ansiedeln dürfen

Die Gewerbesteuer ist eine wichtige Einnahmequelle für Städte und Gemeinden. Nicht zuletzt deshalb buhlen Kommunen um Betriebe, die sich auf ihrer Flur ansiedeln. Ein guter Mix von Firmen und Handwerk verspricht nämlich eine stets gefüllte Kasse. In Penzberg möchte man den Branchenmix erweitern. Denn die Stadt hängt mehr oder weniger am Tropf des Biotech-Unternehmens Roche. Das soll sich ändern. In nicht öffentlicher Sitzung berät der Stadtrat am Samstag, 25. September, wie es mit den städtischen Flächen im Gewerbepark Nonnenwald weitergehen soll.

Konkret geht es um die 28 700 Quadratmeter an der Robert-Koch-Straße, die das Energie-Start-up Marvel Fusion kaufen wollte. Doch nachdem sich die Münchner nicht mehr im Rathaus gemeldet haben, sollen die beiden Flächen anderweitig vergeben werden. Der Haken: Grundstücke, die als Industrieflächen ausgewiesen sind, sind kostbar und erzielen bei einem Verkauf höhere Preise als Gewerbeflächen. Dort können sich Betriebe ansiedeln, die aufgrund erhöhter Lärm-, Geruchs- oder Gefahrenaufkommen eine größere Beeinträchtigung für die Umwelt darstellen. Die städtischen Grundstücke im Nonnenwald demnach an Gewerbe zu veräußern, das diese Emissionen nicht verursacht, wäre sozusagen eine Verschwendung.

Inzwischen haben sich Interessenten bei der Stadt gemeldet. Die Bewerber werden sich in der nicht öffentlichen Sitzung dem Stadtrat vorstellen. Das Gremium muss entscheiden, ob die wertvolle Industriefläche in kleinere Parzellen aufgeteilt wird und ob einfaches Gewerbe zum Zug kommen soll. Hiesige Firmen haben Bedarf an Erweiterungsflächen bekundet. Für sie könnte es im Nonnenwald eine Alternative geben, wenn die Staatsforsten der Stadt weitere Grundstücke verkaufen. Am Standort Robert-Koch-Straße ist unter anderem die österreichisch-schweizerische Firma "energyXploit" interessiert. Sie möchte dort eine Art Gewerbehof der Superlative realisieren. Gebaut werden soll das Gebäude vom österreichischen Architekten Rüdiger Lainer in Holzbauweise. Eine Investitionssumme von mehreren Hundert Millionen Euro steht im Raum.

© SZ vom 20.09.2021 / veca
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