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Wiederholung geplant:Jugendliche wollen mehr

Freute sich über das Feedback: Klaus Heilinglechner.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Jugendreferentin und Stadtrat ziehen positive Bilanz des Wolfratshauser Jugendforums

Es könnte zum Erfolgsmodell für die kommenden Jahre werden: Mit Wohlwollen hat der Stadtrat den Verlauf des "1. Wolfratshauser Jugendforums" registriert, ein Aktionstag in der Loisachhalle. Dessen erklärtes Ziel war es, Jugendlichen verschiedener Altersstufen kommunale Entscheidungsprozesse plausibel zu machen, sie zu einer aktiven Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes zu ermuntern, eigene Themen und Wünsche zu artikulieren und daraus selbständig kurzfristig umsetzbare Projekte zu entwickeln. Gemeinsam schilderten Jugendreferentin Kathi Kugler und Cordula Schnellbach, Sozialpädagogin beim Wolfratshauser Kinder- und Jugendförderverein, den Anspruch und den Verlauf der Veranstaltung am 11. Oktober, die von Mitarbeiterinnen der Stadt unterstützt und von Mitarbeitern der Firma S&N Kommunalberatung professionell moderiert worden sei. Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen sei "stets angenehm und konstruktiv" gewesen, versicherte Kugler.

145 Schüler hatten die Möglichkeit, sich zu Fragen zu äußern wie der, ob die Stadt denn grundsätzlich genug für sie tue und ob sie sich von der Politik ernst genommen fühlten. Die Antwort war wenig schmeichelhaft, denn die jungen Teilnehmer stellten mit großer Mehrheit fest, dass dies nicht der Fall sei. Freilich wird sich die Stadt schwer tun, auf manche der geäußerten Wünsche einzugehen: Für viele, besonders für weibliche Teilnehmer des Jugendforums, standen Anliegen wie ein Starbucks Café, ein H&L Kleidermarkt oder eine Ikea-Filiale im Vordergrund. Da musste Moderator Erik Függe den Schülern dann doch klar machen, dass die Stadt auf die Eröffnung von Geschäften grundsätzlich keinen Einfluss habe und es deshalb keinen Sinn mache, über diesen Wunsch mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) und den Stadträten zu diskutieren, die zum zweiten Teil des Aktionstages eingeladen waren. Unterm Strich sei es jedenfalls an der Stadt, nun das trotz allem neu geweckte Vertrauen zu bewahren.

Heilinglechner lobte "das unheimliche Feedback", das man mit der Veranstaltung habe erzielen können, man habe mit den geäußerten Wünschen nunmehr "einen greifbaren Leitfaden". Die Botschaft an die Schüler laute: "Wir haben euch wahrgenommen," auch wenn nicht alle Anliegen umsetzbar seien. Leider werde es immer schwieriger, "Jugendlichen klarzumachen, wie wichtig Politik ist". Auch Peter Plößl (CSU) stellte fest, dass es eine wichtige Aufgabe sei zu vermitteln, "was machbar ist und was nicht". Als "schon schockierend" habe er das klare Nein der Jugendlichen auf Frage empfunden, ob die Stadt genug für die Jugendlichen tue. An sie richtete Plößl den Appell, doch überhaupt erst einmal die bestehenden Angebote wahrzunehmen. Fritz Schnaller (SPD) lobt das "geniale" Hashtag "#Ihr habt das WORt!", mit dem auf den Aktionstag hingewiesen wurde. Einig waren sich die Fraktionen darüber, dass man eine solche Veranstaltung auch im kommenden Jahr wieder in Angriff nehmen sollte.