Süddeutsche Zeitung

Wegenetz im Landkreis:Besser radeln

Im Winter soll die Arbeit am neuen Radwegekonzept für den Alltagsverkehr im Landkreis beginnen. Das Staatliche Bauamt Weilheim hat bereits zehn Projekte in der Planung.

Radfahrer sollen in naher Zukunft im Landkreis schneller von A nach B kommen. Vor einigen Monaten hatte der Landkreis bereits beschlossen, das Wegenetz auszubauen und hierfür ein Radwegekonzept für den Alltags- und Freizeitverkehr erstellen zu lassen - vorausgesetzt es gibt dafür Fördermittel aus dem Leader-Programm. Mit dem EU-Zuschuss sieht es nicht schlecht aus. Allerdings gibt es die gut 26 400 Euro nur dann, wenn das Konzept allein Alltagsradwege umfasst, also schnelle Verbindungen.

Klimaschutzbeauftragter Andreas Süß informierte den Umwelt- und Infrastrukturausschuss des Kreistags über den Sachstand. Auch wenn die Förderung noch nicht bewilligt sei, gebe es eine positive Stellungnahme der Leader-Aktionsgruppe. Somit würde das Konzept zur Hälfte aus Brüssel mitfinanziert.

Ursprünglich wollten die Kreisräte auch Freizeitradwege im neuen Konzept untersucht wissen. Da der Landkreis bereits Mittel für deren Beschilderung aus dem Leader-Programm abgeschöpft hat, gibt es für die Betrachtung der touristischen Radwege aber keinen Zuschuss mehr. Nach der Ausschreibung im Sommer soll das Projekt im diesen Herbst oder Winter starten. Ziel ist die Erstellung eines Konzepts für ein flächendeckendes, durchgängiges Radwegenetz, das mit allen Städten und Gemeinden sowie den Nachbarlandkreisen abgestimmt ist. In der Studie enthalten sind Einzelmaßnahmen, etwa wo Querungshilfen nötig sind oder die Beschilderung verbessert werden muss. Der Landkreis koordiniere die Maßnahmen, da die Unterhaltslast - außer bei den Kreisstraßen - zumeist bei den Kommunen liege, sagte der Klimaschutzbeauftragte.

So weit der Plan, doch ob sich der Ausbau des Radwegenetzes in Gänze realisieren lässt, ist offen. Kreisrat Anton Demmel (CSU) bremste die Euphorie: "Wir stellen den Bedarf an Radwegen über ein Konzept fest, wissen aber, dass wir sie am Ende gar nicht bauen dürfen." Dies bestätigte Martin Herda vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Eine Genehmigung über ein Planfeststellungsverfahren sei schwierig. Wenn sich Grundstückseigentümer querstellten und keine Flächen verkauften, könne ein Vorhaben schnell kippen, sagte Herda. Dabei nimmt der Staat viel Geld für den Ausbau der Wege in die Hand. Das Radwegeprogramm 2020 bis 2024 umfasst 200 Millionen Euro. Auf der Agenda der Weilheimer Behörde für den Landkreis stehen die Radwege Bad Tölz-Lenggries sowie Sachsenkam-Bad Tölz, beide an der B 13, und Icking-Ebenhausen oder Wolfratshausen-Dorfen an der B 11. Dass der Weg nach Dorfen realisiert werde, bezweifelte der Wolfratshauser Bürgermeister und Kreisrat Klaus Heilinglechner (Freie Wähler). "Die Topografie lässt das nicht zu", sagte er. Heilinglechner schlug eine Fahrbahnmarkierung am Wolfratshauser Berg vor, was Herda ablehnte, da die Straße ohnehin schon zu eng sei.

Weitere Radwege sind von Vorderriß zum Sylvensteindamm (B 307), von Bichl nach Untersteinbach (B 472), von Weipertshausen nach Allmannshausen (St 2065), zwischen Bairawies und Einöd und von Bad Tölz nach Unterleiten sowie von Lenggries in die Jachenau (alle entlang der St 2072) geplant.

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SZ vom 03.07.2019
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