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Wegen Rückgang der Unfallzahlen:Biker-Demo am Kesselberg

Motorradfahrer protestieren an Ostern gegen Fahrverbot

Von Klaus Schieder, Kochel am See

Das Verkehrschaos ist in Kochel am See und in Walchensee an diesem Ostersonntag programmiert: Neben dem starken Ausflugsverkehr, mit dem in Corona-Zeiten erneut zu rechnen ist, findet heuer auch noch eine Demonstration von Motorradfahrern am Kesselberg statt. Der Münchner Verein "Blue Peers", der zu dieser Art der Kundgebung aufruft, erwartet am Sonntag, 4. April, bis zu 400 Teilnehmer mit ihren Maschinen. Die Biker wollen damit gegen Streckensperrungen protestieren, nicht zuletzt auch auf dem Kesselberg.

Die Demo steht unter dem Motto "Unfallprävention statt Fahrverbot". Damit Motorradfahrer nicht in noch größeren Massen anrollen, hat das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen die Anzahl der Teilnehmer auf 500 beschränkt. Ein Dorn im Auge ist den "Blue Peers" vor allem das Fahrverbot, das seit 43 Jahren auf der kurvenreichen Bundesstraße 11 von Kochel hinauf zum Walchensee für Motorradfahrer an Wochenenden und an Feiertagen gilt. Damit soll die Anzahl der Unfälle, die sich alle Jahre wieder am Kesselberg mit Bikern ereignen, reduziert werden. Dagegen argumentieren die "Blue Peers", dass die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren am Kesselberg stark zurückgegangen seien. Außerdem seien die Voraussetzungen für das Fahrverbot lange nicht mehr überprüft worden.

Der Zug der Motorräder bewegt sich am Ostersonntag von Kochel zum Walchensee, in jener Richtung also, die durch das Verbot eigentlich tabu ist. Diese Regelung gilt für die Protestfahrt jedoch nicht, weil die Demonstration durch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Versammlungsfreiheit außer Kraft gesetzt wird. Auch über die Corona-Regeln kann sie nicht untersagt werden, da sie unter freiem Himmel stattfindet und die Teilnehmerzahl beschränkt ist. Die Biker müssen einen Mund-Nasen-Schutz oder einen Helm tragen und den Mindestabstand einhalten.

Beginn ist um 11 Uhr auf dem Parkplatz der Therme "Trimini" in Kochel. Von dort fahren die Biker durch den Ort und auf der rechten Spur den Kesselberg hinauf. An der Passhöhe ist gegen 12.15 Uhr eine Gedenkminute für verunglückte Motorradfahrer geplant. Dafür wird die B 11 eine halbe Stunde lang in beiden Richtungen gesperrt. Der Parkplatz an der Passhöhe ist von 6 bis 12 Uhr gesperrt. Nach gut elf Kilometern Fahrt endet die Veranstaltung am Parkplatz der Herzogstandbahn.

© SZ vom 03.04.2021
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