Süddeutsche Zeitung

Wärmeversorgung im Landkreis:Zweites Kraftwerk in Quarzbichl

Abfallwirtschaftsunternehmen plant Blockheiz-Anlage für 45 000 Euro

Das Abfallwirtschaftsunternehmen des Landkreises (AWU) will ein zweites Blockheizkraftwerk in Quarzbichl bauen. Auf knapp 45 000 Euro beläuft sich die Investition. Damit soll das Risiko eines Gesamtausfalls minimiert werden. Eben dies ist im vergangenen Jahr geschehen. Es sei zu einem "Maschinenbruch" gekommen, sagte Siegfried Helfrich, stellvertretender Geschäftsführer der WGV (Wertstoffgewinnungs- und Vermarktungsgesellschaft) Quarzbichl im Kreistag. "Das war der GAU", betonte er.

Der Hersteller des Ersatzteils sitzt in Italien. Die Nachfertigung hat gedauert, für zwei Monate musste die Anlage stillgelegt werden. Die entgangenen Erlöse konnten über die Betriebsunterbrechungsversicherung abgefedert werden. "Wirtschaftlich sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", so Helfrich. Aber ökologisch sei der Zwischenfall unannehmbar gewesen.

In Quarzbichl wird Energie aus organischem Material wie Bioabfall gewonnen. 2014 ging die Biogasanlage dort in Betrieb. Kernstück ist der Fermenter, in dem die Bioabfälle der Landkreise Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau behandelt werden. Es entsteht ein Gasgemisch, mit dem im Blockheizkraftwerk Wärme und Strom erzeugt wird. Etwa die Hälfte des Stroms nutzt das Unternehmen selbst, der Rest wird ins Netz eingespeist und versorgt etwa 1500 Haushalte. Die Leistung beträgt circa 800 Kilowattstunden. Mit dem neuen Blockheizkraftwerk beträgt die Gewährleistung 1400 Kilowattstunden. Wobei es für das AWU nicht nur finanziell interessant ist, Strom ins Netz einzuspeisen. Gibt es zu viel Strom auf dem Markt, kauften sich die Netzbetreiber "Flexibilität", sagte Helfrich. Will heißen: Es gibt Geld dafür, keinen Strom abzugeben. Technisch sei es kein Problem, die Blockheizkraftwerke abzuschalten und temporär vom Netz zu gehen, so Helfrich. Das Gas gehe dank eines Speichers nicht verloren.

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SZ vom 31.07.2019 / veca
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