Nach der Wahl ist vor der Wahl. In der konstituierenden Sitzung des Penzberger Stadtrats am 12. Mai wird das Gremium in neuer Besetzung über die Frage entscheiden, wer Stellvertreter von Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) werden wird. Als Favorit wird Markus Bocksberger (Penzberg Miteinander) gehandelt. Neben der Kür des Zweiten Bürgermeisters steht ebenfalls zur Diskussion, ob es einen weiteren Stellvertreter braucht. Grüne, Bürger für Penzberg (BfP) und Penzberg Miteinander machen dies davon abhängig, welche Aufgaben ein Dritter Bürgermeister künftig übertragen bekommen soll.
Korpan, Nachfolger der abgewählten Elke Zehetner (SPD), eilt durch die Gänge des Penzberger Rathauses. Als neuer Bürgermeister und Chef der Stadtverwaltung möchte er die Mitarbeiter kennenlernen, was schwierig ist in diesen Zeiten. Zumindest mit den Abteilungsleitern will er trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise vor seinem Amtsantritt persönlich sprechen. Denn schließlich soll von 1. Mai an die Arbeit im Rathaus reibungslos laufen - trotz des Wechsels an der Stadtspitze.

Dass er künftig nicht alle Aufgaben, die zum Amt eines Bürgermeisters gehören, allein meistern kann, ist klar. Der Stadtrat entscheidet, wer stellvertretender Bürgermeister werden wird. Die noch amtierende Bürgermeisterin Zehetner hat zwei Stellvertreter: Johann Bauer (Grüne) und Ludwig Schmuck (CSU). Schmuck hat in erster Linie die Vertretung der Bürgermeisterin bei Geburtstagen, Goldenen Hochzeiten oder Beerdigungen übernommen. Über das Jahr verteilt kommen viele Termine zusammen.
Dennoch sehen nicht alle Fraktionen die Notwendigkeit, dass es weiterhin einen Dritten Bürgermeister geben muss. "Es laufen mit allen Fraktionen Gespräche", sagt Korpan. Auch ein Dritter Bürgermeister habe "ganz klar" seine Berechtigung. Aufgaben könnten mit zwei Stellvertretern leichter bewältigt werden. "Für mich wäre es aber in Ordnung, erst einmal mit nur einem Stellvertreter zu starten", sagt Korpan. Er selbst will keine Namen nennen.
Markus Bocksberger gilt als aussichtsreichster Kandidat. Auf ihn könnten sich CSU, Grüne, BfP und Penzberg Miteinander verständigen. Sollte man ihn vorschlagen, stehe er zur Verfügung, sagt Bocksberger. Ihm Vortritt lassen möchte Kerstin Engel (Grüne), auch wenn ihre Fraktion und Penzberg Miteinander im Stadtrat gleich stark mit vier Sitzen vertreten sind. "Aber Markus Bocksberger hat bei der Wahl ein besseres Ergebnis als ich erzielt, daher wäre das für mich in Ordnung", sagt Engel. Auch die BfP werden voraussichtlich Bocksberger wählen, wenngleich Fraktionssprecher Armin Jabs zu diesem Zeitpunkt keine Namen nennen möchte.
Was Namen angeht, hält sich Adrian Leinweber (SPD) zurück. Nur so viel verrät er: Da die SPD die zweitstärkste Fraktion im neuen Stadtrat ist, wird sie einen Kandidaten ins Rennen schicken. "Das sind wir den Wählern schuldig", sagt Leinweber. Wer den Zweiten Bürgermeister machen soll, sei noch nicht entschieden. Wegen Corona seien die Absprachen mühsam. Gehandelt werden als Kandidaten Elke Zehetner, Hardi Lenk und Bayram Yerli.
Ob es einen weiteren Stellvertreter geben soll, möchte die SPD nicht an dessen künftigen Aufgaben festmachen. Vielmehr formuliert es Leinweber so: "Das hängt davon ab, wer Zweiter Bürgermeister wird." Es könne durchaus sinnvoll sein, dem neuen Bürgermeister und seinem Stellvertreter einen "erfahrenen Kollegen" an die Seite zu stellen. Sollte die SPD dieser Meinung sein, werde sie einen Kandidaten für das Amt des Dritten Bürgermeisters aufstellen - und damit auf Widerstand stoßen. "Wir brauchen grundsätzlich keinen Dritten", sagt BfP-Sprecher Jabs. Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass ein weiterer Stellvertreter notwendig sei, könne nachgebessert werden, meint er.