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Von Schäftlarn bis Penzberg:Acht Tage Kultur

Peter Zoelch and friends

Peter Zoelch präsentiert diesmal ein Konzert als Vorschau auf die kommenden Abende.

(Foto: Manfred Neubauer)

Drinnen oder draußen? Kunst oder Konzert? Die Empfehlungen der SZ-Redaktion für die kommende Woche

Singende Jazzer

Einen "sehr speziellen Abend" kündigt der Saxofonist und Klarinettist Peter Zoelch für Freitag 5. April, im Kleinen Kursaal von Bad Tölz an: Alle Musiker, die das nächste Konzert in der Reihe "Zoelch & friends" gestalten, werden solistisch als Sänger in Erscheinung treten. "Und zwar mit Stücken, die jeder sich selbst ausgesucht hat." Gesangliche Höchstleitungen seien nicht zu erwarten, räumt Zoelch ein, dafür aber schöne und ausgefallene Songs. "Außerdem wird jeder von uns verraten, welchen persönlichen Bezug er zu diesen Stücken hat. Ich freue mich auf jeden Fall schon seit Wochen sehr auf diesen Jazzabend." Mit dabei sind Stefan Schmid (Klavier) , Harald Scharf (Kontrabass) und Stefan Eppinger (Schlagzeug). Beginn ist um 20.30 Uhr. Karten zu 14 Euro im Vorverkauf bei der Tourist-Information, Tel. 08041/78 67 15 oder info@bad-toelz.de

Seelischer Sperrmüll

Um Erlebtes und Gefühltes geht es in all den Liedern, die Michael Fitz seit zehn Jahren auf die Bühne bringt. Das gilt auch für sein aktuelles Soloprogramm "Jetzt auf gestern", das er am Samstag, 6. April, in Bad Heilbrunn präsentiert - mit diversen Gitarren und seinem feinen, augenzwinkernden Humor. Orientierungshilfen bietet er seinen Gästen nicht, dafür eine poetische und leidenschaftliche Auseinandersetzung mit "fast möchte man sagen seelischem Sperrmüll", wie es in der Einladung heißt. Beginn im Bad Heilbrunner Kurhaus ist um 20 Uhr, Karten zu 20 Euro gibt es im Vorverkauf unter Tel. 08046/323 oder info@bad-heilbrunn.de

Michael Fitz,  jetz auf gestern 2018

Michael Fitz kommt mit "Jetzt auf gestern" nach Bad Heilbrunn.

(Foto: Manfred_Neubauer)

Alltagsrassismus

"Pea(r)ce on Earth" hat Simon Pearce sein neues Programm überschrieben, das er am Samstag, 6. April, in der Stadthalle Penzberg vorstellt (Beginn 20 Uhr). Nachdem er sein Publikum in seinem ersten Soloprogramm "Allein unter Schwarzen" in seine Kindheit entführt hat, geht die Reise durch sein Leben nun weiter. Dabei blickt der Sohn einer bayerischen Volksschauspielerin und eines Nigerianers nicht nur auf München und Bayern, sondern auf die ganze Welt. "Welcher Alltagsrassismus existiert tatsächlich und welchen bildet man sich nur ein?", lautet eine Frage, die ihn beschäftigt. "Wie fühlt es sich an, als ehemaliger Dauerkunde der Polizei plötzlich an Silvester am Hauptbahnhof durchgewunken zu werden? Wirke ich etwa nicht mehr gefährlich genug?" Karten in drei Kategorien ab 23,80 Euro unter www.kultur-ticketshop.de/penzberg

Simon Pearce reist programmatisch weiter duch sein Leben.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Springer und Riedinger

Auf die Suche nach den deutschen Werten macht sich Christian Springer am Sonntag, 7. April, bei einem kabarettistischen Frühschoppen in der Wolfratshauser Loisachhalle. Der vielfach ausgezeichnete Künstler präsentiert Auszüge aus seinem Programm "Alle machen. Keiner tut was". Der Deutschen wichtigster Wert sei der Blutdruck, lautet seine Diagnose. Gefolgt von Cholesterin, Feinstaub und Pünktlichkeit. Springer fordert zum Mitdenken auf - und dazu, sich einzumischen. Mit seinem Verein "Orienthelfer" unterstützt er seit Jahren Opfer des Syrienkrieges. Zunächst gehört die Bühne in der Loisachhalle jedoch Teresa Rizos. Als Franzi Riedinger entführt sie ihre Gäste in eine weißblaue Welt, in der scheinbar alles in Ordnung ist. "Lächelnd in skurrilen Jugend-Erinnerungen schwelgend erzählt sie von ihrer einäugigen Mutter, der Jodellegende Resi Riedinger, die ihr zum Schulbeginn statt dem Leberwurstbrot eine Zyankalikapsel in der Brotzeitbox mitgegeben hat", heißt es in der Einladung. Beginn ist um 10.30 Uhr. Tischkarten zum Preis von 22/18/14 Euro gibt es im Rathaus Wolfratshausen und über München Ticket.

"Alle machen. Keiner tut was", stellt Christian Springer fest.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Klangvolle Finissage

Mit einem außergewöhnlichen Konzert endet die Ausstellung "Klang der Bilder - Seeing Sounds" von Klaus Fessmann im Hollerhaus Irschenhausen. Das Trio Laetare gibt am Sonntag, 7. April, ein Konzert für Gesang, Klangstein und Hackbrett (Beginn 17 Uhr). Andrea Fessmann (Gesang) ist Mitglied im Konzertchor des Bayrischen Rundfunks, Künstlerische Leiterin der Iffeldorfer Meisterkonzerte sowie Leiterin des Lassus-Chores. Lisa Schöttl (Hackbrett) ist Stipendiatin von Yehudi Menuhin live music now und Mitleiterin des neu gegründeten Hackbrett-Jugendorchesters Bayern. Klaus Fessmann lehrt seit mehr als 20 Jahren die Fächer Komposition und Klavier und beschäftigt sich mit der faszinierenden "Musik der Steine". Anmeldung erbeten unter Tel. 08178/4408.

Passionskonzert

"Von Tränen, Leiden, Trösten und Hoffen" handeln die Lieder, die der Kammerchor Nürnberg am Sonntag, 7. April, in der Klosterkirche Schäftlarn intoniert. Unter der Leitung des Münchner Kirchenmusikers und Organisten Christian Bischof präsentiert das A-cappella-Ensemble Werke von Heinrich Schütz, Hermann Schein, Tomás Luis de Victoria oder Antonio Lotti. Dazu interpretiert Christian Bischof an der Orgel Johann Sebastian Bachs Passacaglia c-Moll. Der Kammerchor Nürnberg setzt sich aus 30 erfahrenen Sängerinnen und Sängern zusammen. Das Ziel seiner Chorarbeit ist die Pflege der A-cappella-Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart mit einer Vorliebe für geistliche Musik. Das Konzert beginnt um 16 Uhr.

In der Kirche des Schäftlarner Klosters gastiert am Sonntag der Kammerchor Nürnberg.

(Foto: Harry Wolfsbauer)