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Von Gelting bis Penzberg:Acht Tage Kultur

Gerd Anthoff, Conny Glogger und Michael Lerchenberg bieten "Opern auf Bayrisch".

(Foto: Hartmut Pöstges)

Drinnen oder draußen? Kunst oder Konzert? Die Kulturtipps der SZ-Redaktion für die kommende Woche

Bajuwarisch

Schon die Titel lassen ahnen, welche Dramen sich da abspielen werden: "Carmen oder: Wia d'Liab an Sepp zum Mörder gmacht hat", "Rigoletto oder: Der Graf von Dachau" und "Der Barbier von Sevilla oder: Der Bader von Ruahpolding" - so heißen drei neue "Opern auf Bayrisch", die am Donnerstag, 11. April, über die Bühne der Wolfratshauser Loisachhalle gehen. Als Sprecher treten Gerd Anthoff, Conny Glogger und Michael Lerchenberg auf, sie werden von einem Musikensemble unter der Leitung von Andreas Kowalewitz begleitet. Autor Paul Schallweg hat wieder den Inhalt weltbekannter Opern in Mundartverse gegossen und die Szenerie ins bayerische Land verlegt. Die Musik stammt von Friedrich Meyer und Rolf Wilhelm, die das Opern-Original nie aus den Augen verlieren, jedoch alpenländische und bajuwarische Klänge in die Kompositionen einfließen lassen. Die erste "Oper auf Bayrisch" wurde 1985 ursprünglich für eine einzige Faschingsvorstellung im Münchner Volkstheater arrangiert. Beim Publikum schlug sie derart ein, dass es bis heute mehr als 300 Folgevorstellungen gab. Beginn ist um 19.30 Uhr. Karten zu 32/28/25/21 Euro gibt es unter anderem im Rathaus Wolfratshausen und über München Ticket.

Krachert

Ihr neues Programm "Agrat" präsentieren Da Huawa, da Meier und i am Freitag, 12. April, in der Penzberger Stadthalle. Obwohl die bayerische Kabarettband bald ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert, gehen ihr die Ideen offenbar nicht aus. Laut Einladung erwarten die Gäste musikalische und optische Überraschungen. Sepp Haslinger als neuer "i", Christian Maier ("da Huawa") und Matthias Meier ("da Meier") haben Volkslieder und Blues, Country, Reggae und Tango im Programm und treten wieder in den unterschiedlichsten Kostümen auf. "Geschichten aus dem wahren Leben bilden den roten Faden durchs neue Programm, messerscharf beobachtet, phantasiereich erzählt und immer mit einer großen Portion Ironie gewürzt." Beginn ist um 20 Uhr. Eintrittskarten im Vorverkauf sind in drei Kategorien ab 25,80 Euro in der Buchhandlung Rolles erhältlich und unter www.kultur-ticketshop.de/penzberg, Restkarten an der Abendkasse.

Groovig

Zur achten "Groove Academy Night" laden Schüler und Dozenten des Geretsrieder Ausbildungszentrums für Popularmusik am Freitag, 12. April, in den Geltinger "Hinterhalt" ein. Institutsleiter Enno Strauß präsentiert Pop- und Rockgruppen der Academy, ein Vokalensemble und die vielversprechende Jazz-Formation The D.C. Alcodas. Zudem stehen Auftritte von Gesangs- und Instrumentalsolisten auf dem Programm. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 10/4 Euro. Strauß, Schlagzeuger und Musikpädagoge, gründete die Groove Academy 2010 mit dem Ziel, Nachwuchsmusiker zur Bühnenreife zu führen. Der Schwerpunkt liegt auf Rock-, Pop- und Jazz-Musik.

Tiefgründig

Gauting: Schloss Fußberg:  Der Eremit von Gauting

Der Kammerchor Collegium Bratananium gastiert in Sankt Michael.

(Foto: Nila Thiel)

"Mein Gott warum?" Unter diesem Motto stehen "Psalmodien", die am Samstag, 13. April, in der Wolfratshauser Kirche Sankt Michael erklingen (Beginn 19 Uhr). Unter der Leitung von Johannes X. Schachtner spannen der Kammerchor des Collegium bratananium und der Organist Konstantin Esterl einen Bogen über mehrere Jahrhunderte, Epochen und Stile und spüren dabei immer wieder Verbindungslinien nach. Den Höhepunkt des Programms bilden drei großdimensionierte und zugleich populäre Psalmvertonungen von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Daneben ist eine selten gehörte Psalmvertonung von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören, die von der englischen Hymnentradition beeinflusst ist, sowie Rudolf Mauersbergers eindrücklicher Trauerhymnus "Wie liegt die Stadt so wüst", die einst zum Karfreitag des Jahres 1945 im völlig zerstörten Dresden entstand. Der Organist Konstantin Esterl steuert zum Programm kleine Interludien bei, die das Gesungene auf ganz eigene Weise reflektieren, unter anderem ein "Präludium und Fuge" von Clara Schumann, deren zweihundertster Geburtstag in diesem Jahr begangen wird.

Vielfältig

Service

Das Heilige Grab in der Kirche Sankt Vitus.

(Foto: veranstalter/oh)

Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen BWV 988 erklingen am Palmsonntag, 14. April, zur Eröffnung des Heiligen Grabes in der Iffeldorfer Kirche Sankt Vitus. Die 30 "verschiedenen Veränderungen" Bachs über die eindringliche Aria, die auch am Ende des Werks noch einmal erklingt, spiegelten "eine Lebensreise", heißt es in der Einladung. So werde auch der Bezug zum Heiligen Grab erfahrbar: "Die Trauer am Grab zusammen mit der Vorfreude auf die Auferstehung." Die Pianistin Felizitas Rodach hat in München und Berlin Klavier und Orgel studiert und widmet sich vorrangig der historischen Aufführungspraxis des Barock und der Klassik. Sie tritt als Kammermusikerin, Liedbegleiterin und Continuospielerin auf und arbeitete unter anderem mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammen. Als Solistin konzertierte sie im Gewandhaus Leipzig, in der Münchner und Berliner Philharmonie sowie im Berliner Dom. Seit 2014 lebt sie mit ihrer Familie in Iffeldorf. Das im frühen Jugendstil gefertigte Heilige Grab wird um 19 Uhr eröffnet, das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.