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Von Gelting bis Bad Tölz:Acht Tage Kultur

Die Geltinger spielen wieder Theater (hinten v.l.): Franz Wirtensohn, Sebastian Schrills, Kurt Becker, Günter Schrills, Konrad Mayr, (vorn) Carina Reiter, Marlies Kiesel, Katharina Wenus, Sabine Wirtensohn und Regina Mayr.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Drinnen oder draußen? Kunst oder Konzert? Die Empfehlungen der Redaktion für die kommende Woche

Hoagascht für alle

Beim "Trödler" in Habach ist am Donnerstag, 27. Februar, "Saitenhupfa-Hoagascht" nach der Devise "ois is erlaubt, außa Strom". Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn gegen 19 Uhr. Das Musikantentreffen soll zeigen, dass sich Stubnmusi und andere Musik nicht ausschließen.

Bombenstimmung

In der Stadtbücherei Geretsried liest am Freitag, 28. Februar, Mathias Kopetzki aus seinem Buch "Bombenstimmung - wenn alle denken, du bist der Terrorist". Kopetzki erzählt mit Humor, Sensibilität und Offenheit seine berührende und spannende Geschichte, vom Fremdsein und der Selbstbehauptung, von der jahrelangen Suche nach Identität - in einem Land, in dem Herkunft immer noch eine große Rolle spielt. Ganz nebenbei, so heißt es in der Einladung, halte er der bundesdeutschen Gesellschaft der letzten vierzig Jahre einen Spiegel vor.Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt kostet 8 Euro.

Ein Musterstier

Die Brauchtumsgruppe Gelting spielt das bayerische Mundarttheater "Herkules der Musterstier" von Marianne Santl. Als "boarisch Hangover" bezeichnen die beiden Spielleiter den Schwank in drei Akten. Der Bauer Sixtus Hackl macht sich mit seinem besten Freund Alois Siegl und seinem Vorzeigestier Herkules auf den Weg nach München. Er erhofft sich bei der dortigen Zuchtviehausstellung eine Prämierung für seinen Bullen. Die beiden Ehefrauen werden unter fadenscheinigen Ausreden zu Hause gelassen - soll es doch ein echter Männertrip werden. Erst zwei Tage später kommen die beiden wieder nach Hause. Ohne Geld, reichlich lädiert und ohne den Stier. Die Gruppe spielt unter der neuen Leitung Markus und Franz Wirtensohn. Zu den zwei neuen Schauspieltalenten Kathi Wenus und Sebastian Schrills gesellen sich alte Hasen: Franz Wirtensohn, Konrad Mayr, Regina Mayr, Sabine Wirtensohn, Marlies Kiesel, Günter Schrills und Kurt Becker. Hinter der Bühne kümmern sich Carina Sappl als Souffleuse und Florian Mayerhofer um den reibungslosen Ablauf. Gespielt wird an den Wochenenden vom 29. Februar bis zum 4. April. Karten - ein Novum - über die Homepage www.brauchtum-gelting.de

Brexit or Brexnot?

Brexit? Kennt sich da überhaupt noch jemand aus? Die Stadtbücherei Penzberg schon. Sie hat das ultimative Brexit-Kompetenz-Team gewinnen können. Am Samstag, 29. Februar, erzählen sechs Musiker, Kabarettisten, Muttersprachler, Britannien-, Geschichts- und Literaturexperten unter dem Titel "Brexit or Brexnot - That was the question" kurzweilig von Abba bis Shakespeare, vom Einbürgerungstest bis zur neuen Länderkunde über die komplizierte britisch-europäische Geschichte. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro.

"Wunder von Kaufering"

Die in Dachau lebende Schriftstellerin und Journalistin Eva Gruberova ist am Montag, 2. März, Gast der FOS/BOS in Bad Tölz. Sie liest aus ihrem Buch "Geboren im KZ - Das Wunder von Kaufering I" und diskutiert mit den Schülern über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Markus Theil moderiert die Veranstaltung, die von 11.20 bis 12.50 Uhr dauert. Eva Gruberová ist 1968 in Kosice, Slowakei, geboren, sie hat Philosophie in Prag, Frankfurt am Main (mit Deutsch als Fremdsprache, gefördert durch den DAAD) und München (Förderung der Friedrich-Ebert-Stiftung) studiert und war journalistisch als Tschechien-Korrespondentin bei der slowakischen Tageszeitung SME, in der Leitung des ZDF-Büros Prag sowie als Producerin des ZDF-Südosteuropa-Studios in Wien tätig. Sie ist Referentin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Zusammen mit Helmut Zeller hat sie "Geboren im K" und "Taxi am Shabbat. Eine Reise zu den letzten Juden Osteuropas" geschrieben.

© SZ vom 27.02.2020

Eva Gruberova liest in Bad Tölz.

(Foto: Veranstalter/oh)
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