bedeckt München 19°

Von Ebenhausen bis Penzberg:Acht Tage Kultur

Buchmesse Frankfurt 2015 - Bücherstapel

Lesungen stehen in den nächsten Tagen in Penzberg, Bad Tölz und Ebenhausen an.

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Drinnen oder draußen? Kunst oder Konzert? Die Empfehlungen der SZ-Redaktion für die kommende Woche

Historische Stunde

Die nächste "Blaue Stunde" in der Stadtbücherei Penzberg gestaltet an diesem Donnerstag, 21. Februar, die Autorin Wiebke Knoerzer-Naser. Das Thema des Abends ist "Anna Amalia und die Weimarer Zeit". Das Treffen beginnt um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Zwei-Mann-Faust

Zu einer laut Einladung "erfrischend zeitgemäßen Inszenierung" von Goethes "Faust" laden am Samstag, 23. Februar, die beiden Schauspieler Georg Kaser und Peter Schorn nach Bad Tölz ein. "Burleske und Tragödie, Sex, Liebe und Naturwissenschaft, Religion und freies Denken, alles ist hier aufs Engste verwoben, nie ganz enträtselt und doch immer aufs Neue den Versuch wert." Beginn in der Alten Madlschule in Bad Tölz ist um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 18 Euro an der Abendkasse.

Finissage im Badehaus

Nur noch wenige Tage läuft die Foto-Ausstellung "Jüdische Architekten der Moderne und ihr Wirken in der Welt" im Waldramer Erinnerungsort Badehaus. Die Finissage findet am Sonntag, 24. Februar, statt und beginnt um 18 Uhr. Die Ausstellung mit Architekturfotografien von Jean Molitor wird umrahmt von einem Film von Sybille Krafft und Sebastien d´Huc und einem Fachvortrag zu jüdischen Architekten von Kaija Voss. Karten zu 10 Euro gibt es an der Abendkasse.

Finissage: Kaija Voss spricht noch einmal über jüdische Architektur.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Grunzender Fang

"Das Schwein von Gaza" (2011) heißt eine skurrile, zugleich mutmachende Komödie, die am Sonntag, 24. Februar, im Kochler Kino läuft. Im Mittelpunkt steht der palästinensische Fischer Jafaar, der nur noch kleine Fische und Müll an Land zieht, weil die Isaraelis die Küste abgeriegelt haben. Nach einer stürmischen Nacht ist sein Netz gefüllt - allerdings nicht mit Fischen, sondern mit einem schwarzen Schwein. Jetzt steht Jafaar vor einem großen Problem. Denn Schweine gelten in Gaza als unrein und sind an Land nicht akzeptiert. Beginn in der Heimatbühne ist um 11 Uhr, zuvor gibt es ein kleines Frühstück (10.30 Uhr). Gastgeber sind der Verein oikos und das Kino in Kochel.

Des letzten Ritters Musik

Das A-cappella-Ensemble vox nova bringt Hofweisen, Oden und Motetten in die Wolfratshauser Kirche St. Michael. Das Konzert mit Werken von Ludwig Senfl, Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer und Thomas Stoltzer findet am Sonntag, 24. Februar, statt und beginnt um 17 Uhr. Die Leitung hat Christian Seidler, der sich die Moderation mit der Historikerin Edith Meixlsperger teilt. Kaiser Maximilian I., der von seinen Zeitgenossen so genannte "letzte Ritter", gilt als Begründer der Habsburger Dynastie und als einer der bedeutendsten Politiker der frühen Neuzeit. "Die Welt Maximilians spiegelt sich in der Musik seiner Zeit", heißt es in der Einladung. So beleuchteten etwa die Hofweisen und Volkslieder Ludwig Senfls "verschiedene Aspekte der schillernden Persönlichkeit des Kaisers". Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Chor Vox Nova aus München

Der Chor "Vox Nova" singt a capella.

(Foto: Thomas Paulig; Veranstalter/oh)

Brisanter Thriller

Ihren neuen Roman "Thalamus" stellt Ursula Poznanski am Dienstag, 26. Februar, in der Tölzer Buchhandlung Winzerer (Obere Marktstraße 61) vor. Der Siebzehnjährige Timo erwacht nach einem Motorradunfall in einer Klinik, die weitab in einem Wald liegt. Langsam erholt er sich von seinen schweren Verletzungen, aber sein Sprachzentrum und die Feinmotorik bleiben gestört. Daher kann er niemandem von seinen eigenartigen und bedrohlichen Beobachtungen berichten. Zugleich verfügt er plötzlich über Fähigkeiten, die für einen Siebzehnjährigen ungewöhnlich sind, und weiß plötzlich von Dingen, über die er, wie sich zeigt, besser nichts wissen sollte. Ursula Poznanski erzählt in ihrem Thriller "von Chancen und Gefahren der modernen Hirnforschung und skizziert ein Szenario, das schon in naher Zukunft Wirklichkeit sein könnte", heißt es in der Einladung. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 10/5 Euro. Anmeldung unter Tel. 08041/9812 oder luna@buchhandlung-winzerer.de

Abgründige Familiengeschichte

Cäsar von Hofacker, Vater des Ickinger Rechtsanwalts Alfred von Hofacker, wurde nach dem Attentat auf Hitler von den Nazis hingerichtet. Valerie Riedesel, die Nichte Alfred von Hofackers, hat nun ein Buch darüber geschrieben, was mit der Familie damals geschah. Am Donnerstag, 28. Februar, stellt sie in der Buchhandlung Isartal in Ebenhausen ihr Buch "Geisterkinder" vor. Nachdem Cäsar von Hofacker im Juli 1944 verhaftet worden war, wurden die drei jüngeren von insgesamt fünf Kindern in ein Kinderheim verschleppt. Die größeren Kinder kamen mit ihrer Mutter in ein Konzentrationslager. Valerie Riedesel hat die Geschichte ihrer Großeltern und ihrer Mutter in einem sehr persönlichen Buch verarbeitet. Die Autorin studierte Geschichte an der Universität Strasbourg und an der Sorbonne in Paris und absolvierte die Journalistenschule Axel Springer in Berlin. Anschließend war sie Redakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit ihrem Mann hat sie fünf Kinder und führt mit ihm einen landwirtschaftlichen Betrieb auf der Insel Rügen. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro.