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Von Ebenhausen bis Lenggries:Acht Tage Kultur

Björn Puscha gastiert in der Tölzer "Lust".

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Drinnen oder draußen? Kunst oder Konzert? Die Empfehlungen der SZ-Redaktion für die kommende Woche

Römische Fake News

Als "Latin Lover" empfiehlt sich Björn Puscha am Samstag, 11. Januar, in der Alten Madlschule in Bad Tölz. In seinem gleichnamigen ersten Solo-Programm versetzt der Comedian sein Publikum in das Jahr 44 vor Christus. "Ganz Rom ist von Römern besetzt. Fake News, Shitstorms und Latein sind an der Tagesordnung", heißt es in der Einladung. "Und man lernt schnell: Der edle Römer ist halt nicht viel anders gestrickt als der ordinäre Bayer." Die Zuschauer erwarten lustige Episoden aus drei Jahrtausenden. Dabei werde endlich offenbar, "welche Sprache göttlich ist". Außer Bairisch sind dafür keine Sprachkenntnisse erforderlich. Beginn im "Lust"-Kulturzentrum (Schulgasse 3) ist um 20 Uhr, Einlass um 19.30 Uhr. Karten zu 14 Euro gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Zauner in Bad Tölz, an der Abendkasse kostet der Eintritt 16 Euro.

Strizzi vom Tegernsee

Bluesig, funky, witzig und neu: So verspricht der Abend mit dem Oimara zu werden, der am Samstag, 11. Januar, von der Alm am Tegernsee absteigt und die Reise nach Lenggries antritt. Beni Hafner heißt der lässige Musikkabarettist mit bürgerlichem Namen, der sich als bairischer Songwriter, moderner Gstanzler und Improvisateur versteht. "Mit seinem schrägen Charme" haue er dem Publikum "eine derart vogelwilde Impro-Show um die Ohren, dass zwischen dem Tegernseer Tal und dem Hamburger Hafen kein Auge trocken bleibt", versprechen die Veranstalter. "Relaxte Gitarrensounds im Stil von John Mayer treffen auf fast schon valentineske Wortspiele und eine Verschmitztheit, die an eine jugendliche und extrem coole Version von Fredl Fesl denken lässt." Beginn im Arabella Brauneck Hotel (Münchner Straße 25) ist um 20 Uhr, Karten im Vorverkauf kosten 17 Euro, Reservierung unter sabine@kkk-lenggries.de oder Telefon 08042/91 24 65.

Songs mit blauer Note

Es ist schon eine kleine Tradition, dass das Kulturjahr im Tölzer "Gasthaus" (Bahnhofstraße 2) mit erdigem Blues beginnt. Auch heuer eröffnen Sir Oliver Mally & Hubert Hofherr die Konzertsaison. Am Sonntag, 12. Januar, präsentieren sie ihre neue CD "Overdue". Oliver Mally hat sich in der Bluesszene mit seiner rauen, konventionsfreien Musik einen Namen gemacht. Seine Alben wurden international von der Kritik gelobt. Er tourt zwischen Hamburg und Budapest, Graz und Waidhofen an der Thaya, macht aber auch gerne mal beim Himalayan Blues Festival in Nepal Station. Der gebürtige Niederbayer Hubert Hofherr entdeckte ebenfalls früh seine Liebe zum Chicago-Blues. Neben seinem Musikstudium spielte er in einschlägigen Bands und veröffentlichte mehrere Tonträger. In den USA tourte er mit Bluesmusikern wie Buster Benton, J. W. Williams und Merle Perkins durch die Lande und gründete seine eigene Band. Mit Mally spielt er seit vier Jahren zusammen. Im "Gasthaus" präsentieren die beiden ein "knallbuntes Programm" aus Eigenkompositionen, gespickt mit "exquisiten Covers". Beginn ist um 20 Uhr. Karten im Vorverkauf kosten 17 Euro, Reservierung unter Telefon 08041/792 94 07 oder info@gasthaus-toelz.de

Konzert von "Sir" Oliver Mally & Hubert Hofherr

Sir Oliver Mally und Hubert Hofherr.

(Foto: Picasa; Christine Pierach/oh)

Ludus mirificus

Die Hexen sind los in Ebenhausen. Am Sonntag, 12. Januar, steht in Sankt Benedikt Carl Orffs ungewöhnliches Weihnachtsspiel "Ludus de nato Infante mirificus" (Das wundersame Spiel von der Geburt des Kindes) auf dem Programm. Alle Mitwirkenden, auch die drei Weisen aus dem Morgenland, sprechen kernigstes Alt-Bairisch. Claus Obalski, der als Sprecher fungiert, hat die aufwendige Produktion mit mehr als 30 Mitwirkenden bereits in Dießen und in der Erzabtei Sankt Ottilien erfolgreich auf die Bühne gebracht, nun holt er sie in seinen Heimatort Ebenhausen. Unter der Leitung von Barbara Kling singen und spielen das Ensemble OttiliAcapella, die Musiker der DOrffwerkstatt Andechs und die Kinder des Kinderheims Sankt Alban Dießen. Beginn ist um 16.30 Uhr. Zuvor gibt Johannes Schindlbeck vom Orff-Zentrum eine Einführung in das Werk (16 Uhr). Dank der großzügigen Unterstützung der Carl-Orff-Stiftung könne die Vorstellung bei freiem Eintritt angeboten werden, sagt Obalski. Spenden sind trotzdem willkommen. Anlass ist der 125. Geburtstag des Komponisten. Eine weitere Aufführung steht am Sonntag, 19. Januar, im Augustinum in Dießen auf dem Programm.

Sommerwerks Reigen

Sein Soloprogramm "Keinen Augenblick stehen" spielt Willi Sommerwerk am Montag, 13. Januar, in der Stadtbücherei Wolfratshausen (Beginn 20 Uhr). In seinen Liedern, die er mit der Gitarre begleitet, spanne er einen Bogen "von der Wiege bis zur Bahre", erklärt er. Es gehe um das Leben, die Liebe, die Freundschaft und den Tod, aber auch um Umwelt, Politik und Kirche, soziale Netzwerke und Reizüberflutung. "All diese Themen, die uns durch unser Leben begleiten, werden in einer bunten Revue mit Liedern, Chansons, Gedichten und Erzählungen dargestellt." So bekämen Gedichte von Heinz Erhard, Eugen Roth, Friedrich Hölderlin oder Joseph von Eichendorff manchmal eine ganz neue Bedeutung und ermöglichten eine Sichtweise aus anderer Perspektive. Reservierungen bei der Stadtbücherei unter Telefon 08171/764 55.

Willi Sommerwerk kommt in die Stadtbücherei Wolfratshausen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)