Von Ebenhausen bis Bad Tölz Acht Tage Kultur

„Diskothek Maria Elend“ heißt das neue Album von "Dreiviertelblut".

(Foto: Florian Peljak)

Drinnen oder draußen? Kunst oder Konzert? Die Tipps der SZ-Redaktion für die kommende Woche

Unzeitgemäß aktuell

Kuriose Geschichten über das Leben, den Tod und alles, was dazwischen liegt, bringt Dreiviertelblut zum Klingen. Am Donnerstag, 21. März, stellt die siebenköpfige Formation um Sebastian Horn (Texte) und Gerd Baumann (Musik) ihr neues Album "Diskothek Maria Elend" im Tölzer Kurhaus vor. Der unverkennbare Dreiviertelblut-Sound sei noch "voller, komplexer, vielschichtiger und mitreißender" geworden, versprechen die Musiker. Und einige Lieder seien durchaus tanzbar. Der Titel "Diskothek Maria Elend" ist nicht nur einer gleichnamigen Kapelle bei Dietramszell zu verdanken, in deren Nähe die neue CD entstanden ist. Die Musiker verstehen den Namen als "tragikomisches Brennglas": Er klinge nostalgisch und ein bisschen unzeitgemäß "und meint doch den Geist unserer Zeit, das, was sie ausmacht und das, was ihr fehlt". Beginn 20 Uhr.

Soul mit Norisha

Im Geltinger "Hinterhalt" präsentiert Norisha „Stand for love“.

(Foto: Marco Einfeldt)

Seit ihrer Kindheit begleiten Blues und Gospels die Sängerin Norisha. Zunächst jedoch machte sich die 1,91 Meter große US-Amerikanerin als Profi-Volleyballerin einen Namen. Mit einem Auftritt bei "The Voice of Germany" im Jahr 2013 begann ihre zweite Karriere. Im Geltinger "Hinterhalt" präsentiert sie am Donnerstag, 21. März, mit ihrer Band das Programm "Stand for love" (Beginn 20 Uhr). Der Bassist Harald Scharf hat für Norisha nicht nur ein Quartett aus der süddeutschen Musik-Szene zusammengestellt, das nun auch den Namen der Sängerin trägt. Er hat auch Stücke komponiert, bei der die ganze Bandbreite ihrer Soulstimme zur Geltung kommt. Kritiker bescheinigen ihr einen kraftvollen Ton, außergewöhnliche Phrasierungen und ein gutes Gefühl für Timing. Karten zu 18 Euro unter www.hinterhalt.de oder Telefon 08171/23 81 04.

Storz-Film beim Freitagstreff

In Memoriam Oliver Storz zeigt Karl-Otto Saur einen Film.

(Foto: )

Der "Musik auf dem Lande" hat Oliver Storz im Jahr 1980 einen Fernsehfilm gewidmet. Karl-Otto Saur hat diesen Film für den nächsten Freitagstreff am 22. März im Alten- und Pflegeheim Ebenhausen ausgewählt. "Storz, einer der wichtigsten Filmemacher des Mediums Fernsehen, der jahrzehntelang in Deining gelebt und gearbeitet hat, wusste von der Verbindung von Fernsehfilm und Musik", so Saur. Bei "Musik auf dem Lande" habe er zum ersten Mal bei einem Fernsehfilm die Regie übernommen. Auf der einen Seite erzähle Storz die zarte Geschichte eines jungen Paares, das sich durch die Musik näher kommt, auf der anderen Seite lerne der Zuschauer vier Berufsmusiker kennen, denen nur noch ihr Zynismus über die Tournee-Runden hilft. Der Freitagstreff, für den Saur stets "Perlen der Erinnerung aus Unterhaltung, Musik und Kultur" auswählt, beginnt um 16 Uhr. Anmeldung unter saur@kontor.de oder Telefon 08178/93 08 19.

Riverfront Vol.3

Aufstrebende Bands bekommen am Samstag, 23. März, im Geltinger "Hinterhalt" ein Podium. Bei der dritten Runde von "Riverfront", stehen wieder junge und originelle Bands auf der Bühne. Diesmal präsentieren sich Fire From Below (Alternative Metal), Gschroaumaulad (Bayrischer Hard Rock) und Low Society + Gang (Hip Hop). "Vermutlich wird es ein belebter, musikalisch abwechslungsreicher Abend in mehr als angemessener Lautstärke", heißt es in der Einladung. Beginn ist um 19.45 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.

Schlagerselige Zeitgeschichte

Julia von Miller und Anatol Regnier sind zu Gast in der Stadtbücherei Penzberg.

(Foto: Claus Schunk)

Ihre Stärke ist es, Zeitgeschichte unterhaltsam und anhand von Schlagern zu vermitteln: Anatol Regnier (Schauspieler, Gitarrist), Julia von Miller (Sängerin, Kabarettistin) und Frederic Hollay (Pianist) präsentieren in der Stadtbücherei Penzberg am Dienstag, 26. März, ihr neuestes Programm. Diesmal haben sie sich die Fünfziger Jahre vorgenommen. "Stell dir vor, wir hätten was zu rauchen" lautet der Titel ihres "musikalisch-literarischen Protokolls einer dramatischen Zeit des Aufbruchs". Die drei Künstler betrachten das Geschehen vor und hinter den Kulissen mit ironischen und nachdenklichen Blicken. Mit Texten, Zitaten, bekannten und unbekannten Schlagern und Chansons machen sie die Zeit lebendig, die das Fundament der deutschen Nachkriegsgeschichte bildete. Beginn ist um 19.30 Uhr. Karten im Vorverkauf bei der Stadtbücherei und in der Penzberger Buchhandlung Rolles.

Kritischer Blick auf Faulhaber

Der Münchner Erzbischof Michael von Faulhaber (1869-1952) gilt als die prägende kirchliche Figur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Bayern. So führte er das Erzbistum durch die Zeit des Nationalsozialismus, wobei die Rolle, die er dabei spielte, in jüngster Zeit zunehmend kritisch gesehen wird. Seit einigen Jahren werden Faulhabers Tagebücher von einer Forschergruppe ausgewertet und veröffentlicht, wodurch das Faulhaber-Bild weiter an Kontur gewinnt. Peer Oliver Volkmann vom Münchner Institut für Zeitgeschichte, Mitarbeiter an diesem Editionsprojekt, wird in der Vortragsreihe des Historischen Vereins Bad Tölz am Mittwoch, 27. März, das Leben Faulhabers und die neu gewonnenen Erkenntnisse vorstellen. Der Abend mit dem Titel "Michael von Faulhaber - ein Kirchenmann in einer Zeit der Umbrüche" findet im Tölzer Stadtmuseum statt und beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ickinger Frühling Zum Experiment bereit

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Klassisches Quartett und Poetry Slam: Die Klangwelt Klassik macht's diesmal spannend und hofft auf mehr junge Zuhörer   Von Paul Schäufele