Volksmusik:Instrumentaler Jodler

Junge Volksmusik von der Gruppe "Maxjoseph"

Sie ist eine CD für alle Fälle. "Neue Welt" haben die vier Musiker aus dem Landkreis ihre neue Scheibe genannt. Sie heißen als Ensemble Maxjoseph, kehren aber der jugendlichen, harmonischen und unbeschwerten Volksmusik mit all ihren Farben und Wendungen keinesfalls den Rücken in eine ganz neue Welt. Sie bleiben sich treu. Und Herzog Maximilian Joseph in Bayern, auch Zither-Maxl genannt, hätte beim Anhören der Stücke vermutlich seinen Schnurrbart glatt gestrichen, seine Tochter Elisabeth, genannt Sisi, im Possenhofer Schlosspark auf den Arm genommen und mit ihr eine Polka, einen Jodler, Walzer, Tango, Landler oder Marsch getanzt. Wirklich, eine Scheibe für alle Fälle, in der Grundstimmung melancholisch, dunkel mitunter durch die sanft gespielte Tuba, die befriedend wirkt in diesen aufgeregten Zeiten. Florian Mayrhofer spielt dieses Instrument mal als verlässlicher Begleiter, mal tonangebend und melodieführend mit gehauchten Soli, präzisen ansatzlosen Oktavensprüngen und kerkertiefen, aber immer ausgleichenden, fast väterlichen Tönen.

Drumherum ranken sich die Steirischen Harmonikas mit Andreas Winkler und Josef Steinbacher. Die beiden Instrumente übernehmen die Ziselierungen, machen Tempo, spielen ungeheuer schnelle Läufe, sind vorwitzig oder bestreiten die Melodieführung wie bei "Sibirische Nacht". Sofort zuckt es in den Beinen: Tango, gar nicht sibirisch kühl, sondern südländisch feurig. Mitten im Song kurze Taktwechsel, und zurück geht es zum Tango und seiner Schrittfolge lang, lang, kurz, kurz ... Rechtsdrehung. Für den Rhythmus, aber auch romantische Einwürfe sorgt Georg Unterholzner an der Gitarre. Alle vier Musiker komponieren die Stücke. Sie kreieren Musik zum Träumen wie beim "Damenjodler" oder "Schneeweiß". Anders als bei Konzerten wie vor einem Jahr im Geltinger "Hinterhalt" wird auf dieser CD weder gesungen noch gecovert. Die vier widmen sich ganz ihren Instrumenten und der Ausformulierung von Themen und Zitaten aus dem weiten Feld der alpenländischen Volksmusik. Sie pflegen und hegen den geschmeidigen, mal weichen, mal eckigen Sound, den die nur diese ungewöhnliche Instrumentierung zustande bringt - für alle Fälle.

www.maxjoseph.de

© SZ vom 06.11.2020 / szb
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB