Den Wert und die Bedeutung der Volkshochschule kann Michael Müller (CSU) nur bestätigen: Er habe seine „rudimentären Französisch-Kenntnisse über die VHS ein wenig erweitert“, sagt der Bürgermeister der Stadt Geretsried, deren Partnerstadt Chamalières in Frankreich liegt. Müller eröffnete mit diesen Worten am Donnerstagabend die neue Geschäftsstelle der VHS Geretsried an der Elbestraße 25a.
Die Adresse ist bewusst gewählt: neben dem städtischen Kulturamt und der Stadtgalerie; Müller sprach von einem „Zentrum der Kultur“. Sinnvoll ist diese Konzentration kultureller Standorte auch mit Blick auf das 770 Wohnungen umfassende neue Viertel, das zwischen Elbe- und Banater Straße entsteht.
Die VHS Geretsried ist seit einem Jahr Teil des Zusammenschlusses „Isar-VHS“, zu dem auch Bad Tölz, Wolfratshausen und Lenggries gehören. Auf der Homepage präsentieren sie sich unter dem Slogan „Bildung in der Region“. Darauf hob in der Geretsrieder Eröffnungsfeier Karl Heinz Eisfeld ab, ehemaliger Geschäftsführer der Volkshochschule Südost. Das Wort „Bildung“ gebe es in seiner umfassenden Bedeutung – wozu mit Information, Kompetenz und Wissen auch ästhetische, handlungsorientierte und ethische Aspekte gehörten – nur in der deutschen Sprache. Wie wichtig Bildung sei, unterstrich Eisfeld mit einem gewitzten Zitat des ehemaligen Präsidenten der Harvard University Derek Bok: „Wenn du denkst, dass Bildung zu teuer ist, versuch’s mit Dummheit.“
Die Frage der Kosten stellt sich einer Kommune aber ohnehin nicht. Denn Erwachsenenbildung sei ein Verfassungsauftrag, mithin eine Pflichtaufgabe von Gemeinden, so Bürgermeister Müller.

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Gebildet ging es denn auch weiter in der Rede Eisfelds. Er skizzierte unter Berufung auf den Leitsatz des Pädagogen Johann Amos Comenius (1592–1670) die drei Säulen des Bildungsauftrags der Volkshochschulen: „Omnes omnia omnino“, so das lateinische Zitat, bedeutet, dass umfassendes Wissen (omnia = alles) allen Menschen (omnes) zugänglich sein soll, und dies ganzheitlich, auf alle erdenklichen Weisen (omnino).
Als Ort der Begegnung, wie Bürgermeister Müller die neue Adresse der Volkshochschule genannt hatte, erwies sich die VHS am Donnerstagabend allemal. Lehrende und Teilnehmende kamen am Eröffnungsabend mit Lokalpolitikerinnen und -politikern zum Gedankenaustausch bei Häppchen und Getränken zusammen. Die VHS-Mitarbeiterinnen Beate Duda und Karin Biedermann hoffen auch künftig auf regen Besuch an der Elbestraße 25a.

